Das Bundesarchiv

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Bundesarchiv präsentiert auf der Berlinale 2009 den ersten deutschen 70-mm-Film in neuer Kopie

Das Bundesarchiv nahm die Berlinale-Retrospektive „70 mm - Bigger than Life" zum Anlass, um mit „Flying Clipper - Traumreise unter weißen Segeln" (Hermann Leitner/Rudolf Nussgruber, 1961/62) die erste deutsche Breitfilmproduktion wieder in ihrem originalen Format verfügbar zu machen.

70 mm-Film, doppelt so breit wie der 35 mm-Standardfilm, wurde in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts gern für opulente Landschaftsaufnahmen verwendet, deren exotischem Flair damals noch etwas Besonders anhaftete. Die großformatigen Aufnahmen konnten sich mit ihrer Feinkörnigkeit und Schärfe zeitweise der Konkurrenz des Fernsehens widersetzen und das Erlebnis Kino unter-streichen.

Nach Jahrzehnten der unzureichend klimatisierten Lagerung des „Flying Clipper"-Films hatte das Bundesarchiv leider erst 2001 eine geschrumpfte und rotstichige 70-mm-Kopie erhalten. Jürgen A. Brückner, 70-mm-Experte aus Coburg, stellte dem Bundesarchiv 2006 dankenswerter Weise das Originalnegativ zur Verfügung und 2008 die 35 mm/6-Kanalton-Magnetfilme. Weltweit sind nur noch wenige Kopierwerke in der Lage, mit diesen Ausgangsmaterialien eine neue Kopie in 70 mm Breite herzustellen. Bei dem technisch komplizierten und kostenaufwändigen Prozess war die US-amerikanische Firma Fotokem dem Bundesarchiv ein kompetenter Partner.

Anknüpfend an den riesigen Erfolg der wenigen anderen Reisefilme zeigt „Flying Clipper" die Reise eines schwedischen Segelschulschiffs mit internationaler Besatzung durch das Mittelmeer. Die von dem norwegischen Filmtechniker Jan W. Jacobson kurz zuvor entwickelte handliche MCS Field Camera erlaubte spektakuläre Panoramaaufnahmen. Die von Heinz Hölscher gedrehten Luftbilder zeigen mediterrane Landschaften, die es heute so nicht mehr gibt.

Die brillante 70-mm-Qualität wurde im Rahmen der Berlinale am 11. Februar 2009 in Anwesenheit der Witwe des Produzenten, der deutschen Schauspielerin Hannelore Bollmann-Cantor, Jahrzehnte nach der Uraufführung wiederaufgeführt.

Berlin, den 03. 02. 2009