Staatliches Komitee für Fernsehen (DR 8)
Zum Bestand Staatliches Komitee für Fernsehen (DR 8) ist ein erstes Findbuch fertiggestellt. Es enthält die Sitzungsunterlagen der Leitung des Fernsehens der DDR aus dem Zeitraum von 1953 bis 1991. Das sind v.a. mehr als 1.200 Beschlussvorlagen für die Sitzungen des Kollegiums, der Intendanz, des Intendanten, des Büros der Intendanz, des Komitees sowie zu den Stellvertreterberatungen.
Die Vorlagen behandeln vielfältige Themen zum Fernsehen, prinzipiell wurden in den Sitzungen alle programmlichen und künstlerischen Aufgaben besprochen.
Neben den Produktions- und Sendeplänen zählen dazu die Berichterstattung z.B. von Sportwettkämpfen wie verschiedenen Europameisterschaften oder den Internationalen Radfernfahrten für den Frieden, von den Leipziger Frühjahrs- und Herbstmessen, den Jahrestagen der Gründung der DDR, den Internationalen Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwochen für Kino und Fernsehen und den Parteitagen von SED und KPdSU.
Auch die Einrichtung neuer Studios und Produktionsstätten, z.B. des Ostseestudios Rostock 1961 oder des Fernsehtheaters Moritzburg 1966 haben Niederschlag gefunden, ebenso die Vorbereitung des 1969 eingeführten Zweiten Programms (Farbfernsehen), die Kooperation mit den DEFA-Studios, die Gründung neuer Redaktionen, z.B. für Jugendfernsehen, Zeichen- und Puppensatire, Frauensendungen, Innenpolitik (1968) oder die Sonderredaktion für den Chruschtschow-Besuch in den USA 1959.
Auch die Internationale Zusammenarbeit mit ausländischen Fernseheinrichtungen, v.a. mit der UdSSR und mit dem ägyptischen Fernsehen sowie der internationale Filmaustausch sind dokumentiert.
Die Anfänge des DDR-Fernsehens reichen in das Jahr 1949 zurück, das Fernsehzentrum in Berlin-Adlershof war 1951 fertiggestellt, ein Versuchssender nahm im Juni 1952 den Betrieb auf. Mit Aufnahme des regulären Sendebetriebs erhielt das Fernsehzentrum Berlin im Januar 1956 den Namen Deutscher Fernsehfunk (DFF). Im September 1968 löste man das Staatliche Komitee für Fernsehen aus dem 1952 gebildeten Staatlichen Rundfunkkomitee heraus. Zum 20. Jahrestag der Gründung der DDR ging das Zweite Fernsehprogramm in Farbe auf Sendung und man weihte den Fernsehturm am Berliner Alexanderplatz ein. Seit Dezember 1972 hieß der DFF Fernsehen der DDR, nach der Wende erhielt der DFF seinen früheren Namen zurück. Entsprechend dem Einigungsvertrag wurde er Ende 1991 aufgelöst. Seit 1993 befindet sich das Archivgut im Bundesarchiv.
In einem zweiten Teil werden Schriftwechsel- und Sachakten aus dem Büro des Intendanten verzeichnet.
Die Überlieferung der Chefredaktionen, Hauptabteilungen, Fernsehstudios, der Studiotechnik usw. sowie die audioviusuelle Überlieferung sind im Deutschen Rundfunkarchiv in Potsdam-Babelsberg archiviert.
Weitere Informationen:
- Deutsches Rundfunkarchiv
- Bestände DDR

