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Datenbank für die Urteile zu den Prozessen vor dem Reichskammergericht 1573-1688, 1693-1806

Die Überlieferung des Bestandes AR 1 III Reichskammergericht - Urteilsbücher steht den Nutzern über eine Datenbank im Benutzersaal in Berlin-Lichterfelde für Recherchen zur Verfügung.

Die Erfassung sämtlicher Urteile des Reichskammergerichts in einer Datenbank und die Veröffentlichung der Fundstellen in Verbindung mit den Prozessakten setzt die Publikation der Verzeichnungsarbeiten des "Untrennbaren Bestandes" des Reichskammergerichts (AR 1) fort.

1994 erschien im Rahmen des DFG-Projekts das Inventar der Akten aus Prozessen zwischen Souveränen und zwischen Parteien aus Gebieten, die nicht zum Deutschen Bund gehörten. Mit der vorliegenden Aufarbeitung der in den Urteilsbüchern aufgezeichneten Entscheidungen steht der wissenschaftlichen Forschung ein Hilfsmittel zur Verfügung, das die überlieferten Urteile von insgesamt 47.500 Prozessen mit 95.000 Prozessparteien nachweist. Obwohl sie gelegentlich in den Prozessakten dokumentiert sind, handelt es sich in keinem Fall um Endurteile in den betreffenden gerichtlichen Auseinandersetzungen. Der Rückgriff auf die Urteilsbücher selbst ist für jeden Forscher unerlässlich, der am Ausgang eines Rechtsstreits gemäß Entscheidung des Reichskammergerichts interessiert ist.

Die Datenbank gibt dem Benutzer in Tabellenform folgende Informationen zu den einzelnen Prozessen bzw. den daran beteiligten Parteien:

- Namen von Klägern und Beklagten
- Wohnorte unter Angabe der Schlüsselkennziffer des Landkreises
- Jahr und Fundstelle der Urteile in den Urteilsbüchern (Archivsignatur und Blatt)
- Nummer des Generalrepertoriums
- Verbleibsarchiv der Prozessakten laut Generalrepertorium
- Nachweis der Prozesse in den Inventaren.

Kläger und Beklagte werden namentlich unter Angabe ihres Wohnsitzes nachgewiesen.
Die Siglen HK, NK, HB und NB kennzeichnen ihre Position als Haupt- oder Nebenbeklagte bzw. Haupt- oder Nebenkläger.

Ortsnamen in Belgien, Frankreich, Italien, den Niederlanden und den ehemaligen Ostgebieten werden gegebenenfalls zweisprachig wiedergegeben. Zu den ehemals deutsch verwendeten ist auch die gegenwärtige Bezeichnung vermerkt.
Nicht in allen Fällen ist es gelungen, die Identifizierung durch möglichst genaue Angaben des Kreises, des Bezirkes oder der Provinz herbeizuführen.
Der Nachweis der einzelnen Urteile enthält das Jahresdatum des Urteils, die Archivsignatur des Urteilsbuches und die Angabe des Blattes innerhalb dieses Buches.

Die Eintragung der Inventar-Fundstellen konnte nur vorgenommen werden, wenn bis 1993 ein publiziertes Inventar zur Verfügung stand. Die aus zwei Ziffern bestehende Angabe nennt vor dem Schrägstrich die laufende Nummer des Inventars in der Schriftenreihe "Inventare der Akten des Reichskammergerichts" (in dieser Publikationsreihe liegen gegenwärtig 32 Inventare vor), die Ziffer nach dem Schrägstrich die jeweils laufende Nummer in der Erfassung der Prozessakten in dem durch die erste Ziffer gekennzeichneten Archiv.

       Beispiel: 16/ 376 bezeichnet den Eintrag 376 in Band 16 der Reihe der
                     Inventare der Akten des Reichskammergerichts, Akten des
                     Reichskammergerichts im Hauptstaatsarchiv Stuttgart, zum Prozess der
                     Stadt Biberach gegen das Kloster Inzighofen.

Aufgeführt ist ebenfalls die Fundstelle des Urteils im Generalrepertorium zu den Reichskammergerichtsakten (GR-Buchstabe/Nummer). Das Generalrepertorium entstand zur Vorbereitung der Aufteilung der Reichskammergerichtsakten gemäß Beschluss der Deutschen Bundesversammlung vom 25. Januar 1821.

Die laufende Nummer im Generalrepertorium besteht aus dem ersten Buchstaben
des Klägernamen und der laufenden Nummer. Eine besondere Kennzeichnung enthält das Repertorium bei Prozessen, die vor der allgemeinen Aufteilung bereits auf Anforderung von Gerichten aus den Mitgliedstaaten des Deutschen Bundes zur Entscheidung bei laufenden Verfahren ausgehändigt worden sind.

Auf die Nennung des Prozessgegenstandes wurde in der vorliegenden Urteilsliste verzichtet.

Anwendung der Datenbank

Beteiligte Namen und Orte können über das Suchfeld recherchiert werden.
Über den Detail-Button wird das kombinierte Ergebnis der Suche in den Tabellen Prozess, Beteiligte und Urteil angezeigt.
Die Datensätze werden über die BArch-Nummer zusammengeführt, die jedoch lediglich ein archivinternes Ordnungsmittel darstellt und für Nutzer ohne Bedeutung ist.
Der Nachweis der einzelnen Urteile enthält das Jahresdatum des Urteils, die relevante Archivsignatur des Urteilsbuches (UBuch-Nummer) sowie die Angabe der Seite (Blatt) innerhalb dieses Buches.
Über die Druckfunktion kann das Suchergebnis ausgedruckt werden.

Zitierweise: BArch AR 1 III/ UBuch-Nummer aus der Tabelle 'Urteil', Blatt
                    Beispiel: AR 1 III / 100, Bl. 289