Das Bundesarchiv

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Filme aus der Zeit des Ersten Weltkriegs online

Das Bundesarchiv präsentiert Teile seiner Bestände im Rahmen des europäischen Projekts „EFG1914“ (European Film Gateway).

Das Jahr 2014 steht im Zeichen der Erinnerung an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor genau 100 Jahren. Aus diesem Anlass ist ein großangelegtes europäisches Projekt dem visuellen Gedächtnis und damit dem Gedenken an dieses verheerende Ereignis gewidmet.
Das Projekt „EFG1914“, ein Nachfolgeprojekt des europäischen Großprojekts European Film Gateway  (http://www.europeanfilmgateway.eu/de), wird vom Deutschen Filminstitut in Frankfurt am Main (DIF) für den Europäischen Filmarchivverband ACE koordiniert. Ein deutsches Teilnehmerkonsortium aus DIF, Bundesarchiv und Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, erneut unter Leitung des DIF, wurde daneben durch das Land Hessen und den/ die Beauftragte(n) der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert.

Über 20 weitere Filmarchive und Kinematheken aus 15 europäischen Ländern sind daran beteiligt. Ziel ist die Online-Zugänglichkeit historischen Filmmaterials aus der Zeit von 1914 bis 1918. Mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union wurden seit Februar 2012 über 650 Stunden Filmmaterial digitalisiert. Das Gesamtangebot umfasst sowohl historische Spiel- und Propagandafilme als auch Dokumentarfilme und Wochenschauen. 

Das Bundesarchiv leistete mit seinem bedeutenden Bestand an historischem Filmmaterial aus dem frühen 20. Jahrhundert einen wichtigen Beitrag zum Gelingen des Projekts. Mehr als 150 Filme aus dem Filmbestand des Bundesarchivs wurden digitalisiert und mit Unterstützung des Deutschen Filminstituts sowie teilweise in Kooperation mit der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung online gestellt. Damit zählt das Bundesarchiv zu denjenigen europäischen Filmarchiven, die – wie u.a. auch das Imperial War Museum in London, das dänische Filminstitut in Kopenhagen oder das niederländische EYE-Filminstitut in Amsterdam – entscheidend zu dem Gemeinschaftsprojekt beigetragen haben.

Im Vorfeld der Digitalisierung wurden im Bundesarchiv aufwändige archivische und z.T. auch konservatorische Maßnahmen vorgenommen. Zunächst wurden die Filme gesichtet und inhaltliche Vorlagen für die Digitalisierung bestimmt. Dabei war es vielfach erforderlich, filmische Fragmente zuzuordnen, Kompilationen archivisch zu identifizieren und ggf. einen Abgleich mit unterschiedlichen (Zensur-)Fassungen vorzunehmen.


Quelle: BArch R 9346/B 5492

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Quelle: BArch R 9346/ PPB 40824

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Zulassungskarte des Films

Zulassungskarte des Films "Zu den Kämpfen um Tarnopol", Zensurfassung von 1922

Quelle: BArch R 9346/B 5492

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Zulassungskarte des Films "Zu den Kämpfen um Tarnopol", Zensurfassung von 1917

Zulassungskarte des Films "Zu den Kämpfen um Tarnopol", Zensurfassung von 1917

Quelle: BArch R 9346/ PPB 40824

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Ein besonderes Gewicht wurde zudem auf die archivische Erschließung der Filme gelegt. Die ausführlichen Erschließungsinformationen zu den Filmen stehen als ergänzende Metadaten ebenfalls im Internet zur Verfügung und bieten den Nutzern nicht zuletzt eine inhaltliche Beschreibung der in den präsentierten Filmen vorhandenen Sachinhalte.  In einem weiteren Schritt wurden die ausgewählten Filme technisch geprüft und unter Berücksichtigung konservatorischer und technischer Kriterien qualitativ geeignete Digitalisierungsvorlagen bestimmt. Mitunter wurden dabei auch zusätzliche konservatorische Arbeiten, wie z. B. Generieren einer Kopiervorlage, Bearbeitung von Klebestellen, etc. erforderlich.

Inhaltlich decken die ausgewählten Filmwerke ein breites Spektrum des medialen Geschehens aus der Zeit des Ersten Weltkriegs ab. Zeitgenössische Spielfilme wie "Rentier Kulicke's Flug zur Front" dokumentieren, wie Filme zu Propagandazwecken genutzt werden sollten.


Titel: Rentier Kulicke's Flug zur Front / Quelle: BArch Bestand Film/K 66890

Auch Aufnahmen des Kaisers, wie sie der Film „Der Kaiser bei unseren türkischen Verbündeten“ bietet, sollten den Eindruck von Normalität und den Glauben an einen Sieg in der Bevölkerung aufrecht erhalten. Einen Einblick in die mediale Umsetzung des Kriegsgeschehens bieten zudem die Ausgaben der Messter-Wochenschau. Filme wie „Die Befreiung der Bukowina“ ermöglichen darüber hinaus Einblicke in das vor allem in letzter Zeit zunehmend mehr beachtete Geschehen an der Ostfront. 

Über den spartenbezogenen Europeana Aggregator


und das vom Deutschen Filminstitut betriebene Onlineportal


können diese und weitere Filme nun online eingesehen werden. Alle Filme sind darüber hinaus über das Portal www.europeana.eu zu erreichen. Sie können dort von allen Interessierten, die sich selbst einen visuellen Eindruck von den Geschehnissen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs verschaffen wollen, recherchiert und bequem über das Internet gestreamt werden.


Weitere Informationen

Filmtrupps (Kamera) und ihre Einsatzgebiete im Ersten Weltkrieg(pdf, ~114.6KB)
Im Bundesarchiv vorhandene Zulassungskarten zu in der Abteilung Filmarchiv nicht überlieferten und vermutlich verschollenen Filmen(pdf, ~42.28KB)