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Bestand "Kirchlicher Suchdienst" ab Januar 2017 im Bundesarchiv in Bayreuth nutzbar

Die Bestände B 530 "Kirchlicher Suchdienst" und B 530 KARTEIEN "Karteien des Kirchlichen Suchdienstes" werden ab dem 2. Januar 2017 im Lastenausgleichsarchiv vollständig nutzbar sein.

Beispiel einer Karte aus der Heimatortskartei Bamberg (zust. für Niederschlesien)

Beispiel einer Karte aus der Heimatortskartei Bamberg (zust. für Niederschlesien)

Quelle: BArch B 530 KARTEIEN

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Der Kirchliche Suchdienst (KSD) nahm von August 1945 bis zu seiner Auflösung am 30. September 2015 unter der Trägerschaft der kirchlichen Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie den Auftrag der Nachforschung und Auskunftserteilung hinsichtlich vermisster deutscher und deutschstämmiger Zivilpersonen aus den ehemaligen deutschen Ost- und Siedlungsgebieten wahr. Darüber hinaus betätigte er sich im suchdienstlichen Aufgabenbereich für Spätaussiedler und deren Nachkommen.

Als zentrales Hilfsmittel für die Erledigung seiner Aufgaben unterhielt er seit 1947 die so genannten Heimatortskarteien (HOK), die als "Einwohnerverzeichnis des deutschen Ostens" bekannt wurden. Der Kirchliche Suchdienst war mit der 1953 vom Bundesministerium des Innern in Auftrag gegebenen Gesamterhebung zur Klärung des Schicksals der deutschen Bevölkerung beauftragt. Mehr als 20 Millionen Personen sind in seinen Karteien registriert.

Die Archivierung der Unterlagen des Kirchlichen Suchdienstes nach dem Abschluss der ihm übertragenen Aufgaben regelt das Gesetz über die zentrale Archivierung von Unterlagen aus dem Bereich des Kriegsfolgenrechts vom 6. Januar 1988. Sie finden vor allem bei Genealogen und Erbenermittlern reges Interesse, bergen aber auch reiches Potential für die Auswertung durch die historische Forschung.


Bestand B 530 Kirchlicher Suchdienst

Bei diesem Bestand handelt es sich um die Unterlagen, die im August 2016 aus den letzten beiden verbliebenen Stellen des Kirchlichen Suchdienstes in Stuttgart und Passau übernommen worden sind, wobei die Karteien ausgenommen sind. Darin enthalten sind unter anderen umfangreiche Unterlagen zu deutschen Flüchtlingen in Lagern in Dänemark und zu Spätaussiedlern.

Ferner enthält der Bestand Gemeindeseelen- und Gemeindevermisstenlisten im Umfang von ca. 2.500 Verzeichnungseinheiten, die unter anderem auch das Sudetenland und das Gebiet des ehemaligen Protektorats Böhmen und Mähren abdecken. Dieser Teil des Bestands ergänzt zugleich den Bestand Ostdokumentation 3.

Angereichert ist der Bestand B 530 zudem mit Ortsplänen.


Bestand B 530 KARTEIEN

Dieser Bestand beinhaltet die Heimatortskarteien sowie alle weiteren kleineren Karteien des Kirchlichen Suchdienstes, von denen sich die meisten bereits seit längerer Zeit im Lastenausgleichsarchiv befinden. Neu hinzugekommen sind nun im Wesentlichen die bislang noch fehlenden Ergänzungen zu den Heimatortskarteien für das Sudetenland, Danzig-Westpreußen, Wartheland-Polen und das Baltikum sowie die Spätaussiedlerkartei für Oberschlesien.

Ab dem 2. Januar 2017 werden alle Teile der beiden Bestände im Lastenausgleichsarchiv im Rahmen der benutzungsrechtlichen Vorschriften recherchier- und nutzbar sein. Die neu erhaltenen Teilbestände werden dabei bereits in der Rechercheanwendung "invenio" des Bundesarchivs zur Verfügung stehen. Noch nicht in die invenio-Recherche eingeschlossen sind die HOK-Bestände, die sich bereits vor August 2016 im LAA befanden. Für diese gilt das Recherche- und Bestellverfahren bis auf weiteres wie bisher.

Das Bundesarchiv plant, anlässlich der Zugänglichmachung der Bestände B 530 und B 530 KARTEIEN im Frühjahr 2017 eine wissenschaftliche Tagung auszurichten.