Gedenkbuch

Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945

Gedenkbuch

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Einführung in die Neubearbeitung

Erarbeitung der ersten Auflage des Gedenkbuches

Ausgehend von einer Initiative der Gedenkstätte Yad Vashem erging im Jahre 1960 ein Rundschreiben des Bundesministers des Innern an die Länder und Gemeinden der Bundesrepublik Deutschland, Quellen zur jüdischen Bevölkerung zusammenzustellen. Diese sollten als Grundlage für die Erstellung eines Gedenkbuches genutzt werden.

Ganz unabhängig vom föderalen Staatsaufbau in Deutschland standen die Bearbeiter der ersten Auflage vor der schweren Aufgabe, die durch Kriegs- und Nachkriegsereignisse zerstreuten, in ihrem Umfang Anfang der sechziger Jahre kaum einzuschätzenden Quellen zur jüdischen Geschichte und zur Verfolgung der Juden durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft zu ermitteln.

Die Hoffnung, dass es der Gedenkstätte Yad Vashem gelingen würde, einschlägige Quellen, insbesondere aus der DDR, aus Polen oder der Tschechoslowakei zu erhalten, erfüllte sich nicht. Auch Initiativen der Bundesregierung und des Leo-Baeck-Instituts an die jeweiligen Entscheidungsträger, die Herausgabe eines Gedenkbuches für das gesamte Gebiet des ehemaligen Deutschen Reiches zu ermöglichen, blieben erfolglos. Die Bundesregierung übermittelte am 24. August 1981 über die Ständige Vertretung der BRD in Berlin der Regierung der DDR „die Bitte um Einsichtnahme in Erhebungsbögen des sog. Statistischen Reichsamtes aus der Volkszählung im Jahre 1939 […] Die Auswertung könnte nach Auffassung der BRD-Regierung die Dokumentation der jüdischen Bevölkerung des ehemaligen Deutschen Reiches während der Nazizeit ermöglichen.“ [18] Die Bitte wurde abschlägig beschieden.

Das Bundesarchiv konnte diese ihm übertragene Aufgabe der Erstellung eines Gedenkbuches nur in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Suchdienst des Roten Kreuzes (ISD) in Arolsen erfüllen. Beim ISD befinden sich umfangreiche Überlieferungen aus den Konzentrationslagern und Haftstätten des NS-Regimes. Eine 50 Millionen Namen umfassende zentrale Namenkartei enthält Angaben zu den Einzelschicksalen.

Hauptquellen für die Bearbeitung der ersten Auflage waren:

Insgesamt wurden 495 220 Namen geprüft.