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Der Krieg gegen die Herero 1904

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"Ich der große General der Deutschen Soldaten ...", Abschrift, Seite 1

Quelle: BArch R 1001/2089

Am 2. Oktober 1904 erließ General von Trotha den sogenannten "Schießbefehl". In einem Brief an die Herero fordert er das Volk auf, Deutsch-Südwestafrika zu verlassen. Auf seine Kapitäne wurde ein Kopfgeld ausgesetzt. Der General kündigt an, dass jeder Herero, der auf deutschem Gebiet angetroffen würde, erschossen werde. Auch auf Frauen und Kinder werde er schießen lassen.
Den an die Schutztruppe gerichteten Befehl formulierte von Trotha mit Blick auf den "guten Ruf" der deutschen Soldaten davon abweichend: Über "Weiber und Kinder" solle "hinweggeschossen" werden, "um sie zum Laufen zu zwingen".

Weitere Dokumente der Galerie

  • Im Felde, BArch, Bild 183-R18799 / Fotograf: unbekannt
  • Der Feldzug gegen die Hereros, BArch, Bibliothek
  • Der Herero-Krieg als Lehrstück, BArch, Bibliothek
  • Die Gegner im Felde, BArch, Bibliothek
  • Telegramm von Trothas vom 10. März 1905 über die Gesamtzahl der gefangenen Herero und der im Lager Gestorbenen, BArch R 1001/2117

Hintergrundinformationen

Der Aufstand der Herero im Jahre 1904 war nicht die erste Auseinandersetzung, die das Deutsche Reich mit den Bewohnern seiner kolonialen Schutzgebiete in Afrika und im westlichen Pazifik zu führen hatte. Von den anderen kolonialen Kriegen des Deutschen Reiches unterscheidet sich die Niederschlagung des Herero-Aufstands jedoch durch die unerbittliche Härte des militärischen Vorgehens, das eine völlige Vernichtung des Stammes der Herero wissentlich in Kauf nahm.

Von den ca. 80 000 Herero überlebten nur wenig mehr als 15 000 den Völkermord während des Krieges und in den Konzentrationslagern. Nach ihrer Entlassung aus der Gefangenschaft wurden die Herero einem totalitären Regime unterworfen, das dem Einzelnen die persönliche Freiheit und dem Stamm der Herero seine traditionelle Lebensweise nahm.