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Landeserschließung im Spiegel deutscher Kolonialkarten

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Völkerkundler untesuchten die Eigenarten der Landesbewohner.

Quelle: BArch R 1001/487 K 1

Im Gefolge der Kolonialherrschaft untersuchten Völkerkundeforscher die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Eigenarten der Landesbewohner. So begründeten beispielsweise die Sprachforscher Carl Meinhof (1857-1944) und Diedrich Westermann (1875-1956) die Afrikanistik in Deutschland. Meinhof lehrte die Sprachen Swahili, Herero, Duala, Ewe sowie Nama. Seine wissenschaftliche Pionierleistung bestand in der Einführung von phonetischen Studien als Voraussetzung für den Vergleich afrikanischer Sprachen. Und Westermann verfaßte für die Sprache der Völkergruppe der Ewe, die den südlichen Teil Togos bewohnte, sowohl ein Wörterbuch als auch eine Grammatik. Die Quellenüberlieferung der deutschen Kolonialgeschichte ist somit auch ein Spiegelbild der ethnischen und kulturellen Besonderheiten der einheimischen Bevölkerung. … [weiterlesen]

Weitere Dokumente der Galerie

  • BArch R 1001/1029 K 1
  • 1908 wurden in Deutsch-Südwestafrika Diamanten entdeckt., BArch R 1001/1394 K 1
  • Ihren Ausgang nahm die deutsche koloniale Herrschaft in der am Atlantik gelegenen Bucht der Angra Pequena., BArch R 1001/5493 K 1
  • Zu Beginn der deutschen Kolonialzeit war das Innere der Schutzgebiete geographisch vielfach völlig unbekannt. , BArch R 1001/1811 K 1
  • Reiche Bodenschätze in Shantung waren 1898 maßgeblich für die Wahl Kiautschous als deutschem Stützpunkt in China, BArch R 1001/6548 K 1
  • Im pazifischen Raum erwarb das Deutsch Reich nur Landfragmente., BArch R 1001/7818 K 1
  • Die kolonialwirtschaftliche Produktion Kameruns wurde vom Kautschuk dominiert., BArch R 1001/3380 K 1
  • Da Westafrika als eine der ungesundesten Regionen der Erde galt, war von Beginn an nicht an die Gründung einer Siedlungskolonie gedacht., BArch R 1001/5916 K 3
  • Gute Verkehrswege und ein funktionierendes Nachrichtenwesen waren die Voraussetzung für den Ausbau der deutschen Herrschaft in den Kolonien., BArch R 1001/931 K 1
  • Die Verwaltung der Kolonien untergliederte sich in die Zweige der zivilen und der militärischen Verwaltung. , BArch R 1001/5750 K 10

Hintergrundinformationen

Landeserschließung im Spiegel deutscher Kolonialkarten

Nur wenige Jahre währte die koloniale Epoche des Deutschen Reichs. Lange Zeit blieb die historische Erfahrung der dreißig Jahre währenden deutschen Kolonialherrschaft (1884-1914) relativ folgenlos für das politisch-historische Bewußtsein in Deutschland. Die hundertste Wiederkehr des Jahrestages des Herero-Aufstandes in Deutsch-Südwestafrika lenkt das öffentliche Interesse auf einen Zeitabschnitt der deutschen Geschichte, der vielfach, sofern überhaupt beachtet, nostalgisch verklärt wurde. Schwer wiegt die historische Last der "Strafexpeditionen" gegen die Volksgruppen der Herero, Nama, Maji u.v.a, die bisweilen den Charakter des Völkermords annahmen.

Doch die deutsche Kolonialgeschichte reicht weit über diesen Problembereich hinaus. Die nachfolgende Auswahl aus insgesamt fast 1.600 in einem Online-Findbuch erschlossenen überformatigen Karten aus den Akten des Reichskolonialamtes veranschaulicht nicht nur die Vielgestaltigkeit des im Bundesarchiv verwahrten Archivgutes. Sie beleuchtet auch Facetten der deutschen Kolonialherrschaft, die in bis unsere Tage spürbare wirtschaftliche, soziale und kulturelle Folgen für die Bewohner der ehemaligen Schutzgebieten haben.