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Landeserschließung im Spiegel deutscher Kolonialkarten

R 1001/6548 K 1 Neues Fenster: Großansicht des Bildes

Reiche Bodenschätze in Shantung waren 1898 maßgeblich für die Wahl Kiautschous als deutschem Stützpunkt in China

Quelle: BArch R 1001/6548 K 1

Das Vorkommen reicher Bodenschätze in Shantung, vor allem Steinkohle und Eisenerze, war maßgeblich für die Entscheidung 1898 für Kiautschou als deutschem Stützpunkt in China gewesen. Die gesamte Kohleförderung im „Interessengebiet“ Shantung erreichte 1908 nur etwa ein Fünftel der Jahresförderung eines größeren schlesischen Bergwerkes. Eine fast beispiellose Blüte erlebte hingegen das an der Kiautschou-Bucht gelegene Fischerdorf Tsingtau. Vom Ursprungsort war nach zehnjähriger Bauzeit nur noch der Yamen, ehemals Wohnsitz des chinesischen Befehlshabers, und eine taoitistische Tempelanlage erhalten. Planmäßig war eine Europäerwohnstadt mit Villenviertel, Seebad, Hotels, Stadtpark, Wohn- und Geschäftshäusern, Bank-, Post- und Bürogebäuden sowie Ladengeschäften entstanden. Klar abgetrennt davon, war nach gleichsam europäischem Muster die Chinesenwohnstadt Tapautan angelegt worden. Die natürlichen Gegebenheiten und die neu errichtete Hafeninfrastruktur bot selbst den tiefstgehenden Schiffen ausreichende Lade- und Löschmöglichkeiten. … [weiterlesen]

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Hintergrundinformationen

Landeserschließung im Spiegel deutscher Kolonialkarten

Nur wenige Jahre währte die koloniale Epoche des Deutschen Reichs. Lange Zeit blieb die historische Erfahrung der dreißig Jahre währenden deutschen Kolonialherrschaft (1884-1914) relativ folgenlos für das politisch-historische Bewußtsein in Deutschland. Die hundertste Wiederkehr des Jahrestages des Herero-Aufstandes in Deutsch-Südwestafrika lenkt das öffentliche Interesse auf einen Zeitabschnitt der deutschen Geschichte, der vielfach, sofern überhaupt beachtet, nostalgisch verklärt wurde. Schwer wiegt die historische Last der "Strafexpeditionen" gegen die Volksgruppen der Herero, Nama, Maji u.v.a, die bisweilen den Charakter des Völkermords annahmen.

Doch die deutsche Kolonialgeschichte reicht weit über diesen Problembereich hinaus. Die nachfolgende Auswahl aus insgesamt fast 1.600 in einem Online-Findbuch erschlossenen überformatigen Karten aus den Akten des Reichskolonialamtes veranschaulicht nicht nur die Vielgestaltigkeit des im Bundesarchiv verwahrten Archivgutes. Sie beleuchtet auch Facetten der deutschen Kolonialherrschaft, die in bis unsere Tage spürbare wirtschaftliche, soziale und kulturelle Folgen für die Bewohner der ehemaligen Schutzgebieten haben.