Das Bundesarchiv

Direkt zur Navigation Direkt zur Unternavigation Direkt zum Artikel

Navigation

Unternavigation

Landeserschließung im Spiegel deutscher Kolonialkarten

Neues Fenster: Großansicht des Bildes

Im pazifischen Raum erwarb das Deutsch Reich nur Landfragmente.

Quelle: BArch R 1001/7818 K 1

Die ab 1899 im pazifischen Raum erworbenen deutschen Schutzgebiete wurden nach der landläufigen topographischen Einteilung in die westlich gelegenen mikronesischen und melanesischen Inseln Deutsch-Neuguineas und das zur östlichen polynesischen Inselwelt gehörende Deutsch-Samoa eingeteilt. Die Landfragmente machten insgesamt ein Gebiet von knapp 240.000 km2 aus, von dem allerdings der als Kaiser-Wilhelm-Land bezeichnete Festlandsteil von Deutsch-Neuguinea allein über 185.000 km2 umfaßte. Die Zahl der eingeborenen Bewohner aller dieser Inseln wurde 1911 auf 600.000 geschätzt. Die administrative Kontrolle übte die deutsche Kolonialmacht nur an wenigen Stelle aus. Daran änderte auch eine ganze Serie von geographischen, anthropologischen und ethnologischen Expeditionen nichts, die von deutschen Museen und wissenschaftlichen und kolonialen Gesellschaften ausgerüstet wurden. … [weiterlesen]

Weitere Dokumente der Galerie

  • BArch R 1001/1029 K 1
  • 1908 wurden in Deutsch-Südwestafrika Diamanten entdeckt., BArch R 1001/1394 K 1
  • Ihren Ausgang nahm die deutsche koloniale Herrschaft in der am Atlantik gelegenen Bucht der Angra Pequena., BArch R 1001/5493 K 1
  • Zu Beginn der deutschen Kolonialzeit war das Innere der Schutzgebiete geographisch vielfach völlig unbekannt. , BArch R 1001/1811 K 1
  • Völkerkundler untesuchten die Eigenarten der Landesbewohner., BArch R 1001/487 K 1
  • Reiche Bodenschätze in Shantung waren 1898 maßgeblich für die Wahl Kiautschous als deutschem Stützpunkt in China, BArch R 1001/6548 K 1
  • Die kolonialwirtschaftliche Produktion Kameruns wurde vom Kautschuk dominiert., BArch R 1001/3380 K 1
  • Da Westafrika als eine der ungesundesten Regionen der Erde galt, war von Beginn an nicht an die Gründung einer Siedlungskolonie gedacht., BArch R 1001/5916 K 3
  • Gute Verkehrswege und ein funktionierendes Nachrichtenwesen waren die Voraussetzung für den Ausbau der deutschen Herrschaft in den Kolonien., BArch R 1001/931 K 1
  • Die Verwaltung der Kolonien untergliederte sich in die Zweige der zivilen und der militärischen Verwaltung. , BArch R 1001/5750 K 10

Hintergrundinformationen

Landeserschließung im Spiegel deutscher Kolonialkarten

Nur wenige Jahre währte die koloniale Epoche des Deutschen Reichs. Lange Zeit blieb die historische Erfahrung der dreißig Jahre währenden deutschen Kolonialherrschaft (1884-1914) relativ folgenlos für das politisch-historische Bewußtsein in Deutschland. Die hundertste Wiederkehr des Jahrestages des Herero-Aufstandes in Deutsch-Südwestafrika lenkt das öffentliche Interesse auf einen Zeitabschnitt der deutschen Geschichte, der vielfach, sofern überhaupt beachtet, nostalgisch verklärt wurde. Schwer wiegt die historische Last der "Strafexpeditionen" gegen die Volksgruppen der Herero, Nama, Maji u.v.a, die bisweilen den Charakter des Völkermords annahmen.

Doch die deutsche Kolonialgeschichte reicht weit über diesen Problembereich hinaus. Die nachfolgende Auswahl aus insgesamt fast 1.600 in einem Online-Findbuch erschlossenen überformatigen Karten aus den Akten des Reichskolonialamtes veranschaulicht nicht nur die Vielgestaltigkeit des im Bundesarchiv verwahrten Archivgutes. Sie beleuchtet auch Facetten der deutschen Kolonialherrschaft, die in bis unsere Tage spürbare wirtschaftliche, soziale und kulturelle Folgen für die Bewohner der ehemaligen Schutzgebieten haben.