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Landeserschließung im Spiegel deutscher Kolonialkarten

R 1001/3380 K 1 Neues Fenster: Großansicht des Bildes

Die kolonialwirtschaftliche Produktion Kameruns wurde vom Kautschuk dominiert.

Quelle: BArch R 1001/3380 K 1

Die kolonialwirtschaftliche Produktion Kameruns wurde vom Kautschuk dominiert. Der steigende Weltmarktbedarf, beflügelt durch den Bedarf der Elektroindustrie sowie der Fahrrad- und Automobilindustrie, hatte nachhaltigen Einfluß auf die Wirtschaftsstruktur des Schutzgebietes. Trotz der teuren Trägertransporte aus den vielfach weit abgelegenen Gebieten warf die Kautschukproduktion eine hohe Rendite ab. Besonders folgenreich für das soziale Gefüge der Landesbewohner war das Vordringen der europäischen Plantagenproduktion. Am Kamerunberg befanden sich mehr als Zweidrittel des landwirtschaftlich nutzbaren Bodens im Besitz dreier großer, den Schutzgebiethandel dominierenden Gesellschaften. Die völlige Enteignung der Bevölkerung in diesem Gebiet und ihre zunehmende Proletarisierung waren eine weitere Schattenseite der wirtschaftlichen Erschließung. … [weiterlesen]

Weitere Dokumente der Galerie

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  • Gute Verkehrswege und ein funktionierendes Nachrichtenwesen waren die Voraussetzung für den Ausbau der deutschen Herrschaft in den Kolonien., BArch R 1001/931 K 1
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Hintergrundinformationen

Landeserschließung im Spiegel deutscher Kolonialkarten

Nur wenige Jahre währte die koloniale Epoche des Deutschen Reichs. Lange Zeit blieb die historische Erfahrung der dreißig Jahre währenden deutschen Kolonialherrschaft (1884-1914) relativ folgenlos für das politisch-historische Bewußtsein in Deutschland. Die hundertste Wiederkehr des Jahrestages des Herero-Aufstandes in Deutsch-Südwestafrika lenkt das öffentliche Interesse auf einen Zeitabschnitt der deutschen Geschichte, der vielfach, sofern überhaupt beachtet, nostalgisch verklärt wurde. Schwer wiegt die historische Last der "Strafexpeditionen" gegen die Volksgruppen der Herero, Nama, Maji u.v.a, die bisweilen den Charakter des Völkermords annahmen.

Doch die deutsche Kolonialgeschichte reicht weit über diesen Problembereich hinaus. Die nachfolgende Auswahl aus insgesamt fast 1.600 in einem Online-Findbuch erschlossenen überformatigen Karten aus den Akten des Reichskolonialamtes veranschaulicht nicht nur die Vielgestaltigkeit des im Bundesarchiv verwahrten Archivgutes. Sie beleuchtet auch Facetten der deutschen Kolonialherrschaft, die in bis unsere Tage spürbare wirtschaftliche, soziale und kulturelle Folgen für die Bewohner der ehemaligen Schutzgebieten haben.