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Landeserschließung im Spiegel deutscher Kolonialkarten

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Gute Verkehrswege und ein funktionierendes Nachrichtenwesen waren die Voraussetzung für den Ausbau der deutschen Herrschaft in den Kolonien.

Quelle: BArch R 1001/931 K 1

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die herrschaftsmäßige Durchdringung der Kolonialgebiete und ihren wirtschaftlichen Ausbau war die verkehrstechnische Erschließung und ein funktionierendes Nachrichtenwesen. Das deutsche Schutzgebiet in Ostafrika war diesbezüglich lange rückständig. Es fehlte an schiffbaren Wasserwegen, die Verwendung von Zugtieren erwies sich selten als durchführbar und an den Einsatz von Kraftfahrzeugen war in dem wegelosen Neuland war zunächst nicht zu denken. Lange Zeit blieb die Kolonie auf Karawanentransporte angewiesen, und der wichtigste Lastenbeförderer war der Mensch. Die eisenbahntechnische Erschließung setzte in Deutsch-Ostafrika erst ab 1905 ein. Die Bahnstrecke Tanga – Momba reduzierte die Transportkosten und verringerte den Zeitbedarf beispielsweise für den Transport einer Tonne Last von drei bis vier Tagen auf sechs Stunden. Spärlich war das Netz von Post- und Telegraphenverbindungen, an das zumindest die Hauptstationen angeschlossen waren. Und nur vierzehntägig wurde die Kolonie von den Postdampfern der Deutschen Ostafrika-Linie mit Brief- und Paketpost aus Europa versorgt. … [weiterlesen]

Weitere Dokumente der Galerie

  • BArch R 1001/1029 K 1
  • 1908 wurden in Deutsch-Südwestafrika Diamanten entdeckt., BArch R 1001/1394 K 1
  • Ihren Ausgang nahm die deutsche koloniale Herrschaft in der am Atlantik gelegenen Bucht der Angra Pequena., BArch R 1001/5493 K 1
  • Zu Beginn der deutschen Kolonialzeit war das Innere der Schutzgebiete geographisch vielfach völlig unbekannt. , BArch R 1001/1811 K 1
  • Völkerkundler untesuchten die Eigenarten der Landesbewohner., BArch R 1001/487 K 1
  • Reiche Bodenschätze in Shantung waren 1898 maßgeblich für die Wahl Kiautschous als deutschem Stützpunkt in China, BArch R 1001/6548 K 1
  • Im pazifischen Raum erwarb das Deutsch Reich nur Landfragmente., BArch R 1001/7818 K 1
  • Die kolonialwirtschaftliche Produktion Kameruns wurde vom Kautschuk dominiert., BArch R 1001/3380 K 1
  • Da Westafrika als eine der ungesundesten Regionen der Erde galt, war von Beginn an nicht an die Gründung einer Siedlungskolonie gedacht., BArch R 1001/5916 K 3
  • Die Verwaltung der Kolonien untergliederte sich in die Zweige der zivilen und der militärischen Verwaltung. , BArch R 1001/5750 K 10

Hintergrundinformationen

Landeserschließung im Spiegel deutscher Kolonialkarten

Nur wenige Jahre währte die koloniale Epoche des Deutschen Reichs. Lange Zeit blieb die historische Erfahrung der dreißig Jahre währenden deutschen Kolonialherrschaft (1884-1914) relativ folgenlos für das politisch-historische Bewußtsein in Deutschland. Die hundertste Wiederkehr des Jahrestages des Herero-Aufstandes in Deutsch-Südwestafrika lenkt das öffentliche Interesse auf einen Zeitabschnitt der deutschen Geschichte, der vielfach, sofern überhaupt beachtet, nostalgisch verklärt wurde. Schwer wiegt die historische Last der "Strafexpeditionen" gegen die Volksgruppen der Herero, Nama, Maji u.v.a, die bisweilen den Charakter des Völkermords annahmen.

Doch die deutsche Kolonialgeschichte reicht weit über diesen Problembereich hinaus. Die nachfolgende Auswahl aus insgesamt fast 1.600 in einem Online-Findbuch erschlossenen überformatigen Karten aus den Akten des Reichskolonialamtes veranschaulicht nicht nur die Vielgestaltigkeit des im Bundesarchiv verwahrten Archivgutes. Sie beleuchtet auch Facetten der deutschen Kolonialherrschaft, die in bis unsere Tage spürbare wirtschaftliche, soziale und kulturelle Folgen für die Bewohner der ehemaligen Schutzgebieten haben.