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Die Kaiserliche Marine und die Kaiserin-Augusta-Fluß-Expedition 1912/13

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Blick auf den Fluß stromaufwärts vom Lager aus

Quelle: BArch RM 2/1758 (p.188)

Weitere Dokumente der Galerie

  • Bericht des Kommandanten von S.M.S. Condor über die Fahrt auf dem Kaiserin-Augusta-Fluß (Seite 1), BArch RM 2/1758 (p.178)
  • Bericht des Kommandanten von S.M.S. Condor über die Fahrt auf dem Kaiserin-Augusta-Fluß (Seite 2)
 , BArch RM 2/1758 (p.178v)
  • Bericht des Kommandanten von S.M.S. Condor über die Fahrt auf dem Kaiserin-Augusta-Fluß (Seite 3), BArch RM 2/1758 (p.179)
  • Bericht des Kommandanten von S.M.S. Condor über die Fahrt auf dem Kaiserin-Augusta-Fluß (Seite 4), BArch RM 2/1758 (p.179v)
  • Bericht des Kommandanten von S.M.S. Condor über die Fahrt auf dem Kaiserin-Augusta-Fluß (Seite 5), BArch RM 2/1758 (p.180)
  • Bericht des Kommandanten von S.M.S. Condor über die Fahrt auf dem Kaiserin-Augusta-Fluß (Seite 6)
 , BArch RM 2/1758 (p.180v)
  • Bericht des Kommandanten von S.M.S. Condor über die Fahrt auf dem Kaiserin-Augusta-Fluß (Seite 7)
 , BArch RM 2/1758 (p.181)
  • Bericht des Kommandanten von S.M.S. Condor über die Fahrt auf dem Kaiserin-Augusta-Fluß (Seite 8), BArch RM 2/1758 (p.181v)
  • Bericht des Kommandanten von S.M.S. Condor über die Fahrt auf dem Kaiserin-Augusta-Fluß, Seite 9
 , BArch RM 2/1758 (p.182)
  • Bericht des Kommandanten von S.M.S. Condor über die Fahrt auf dem Kaiserin-Augusta-Fluß (Seite 10), BArch RM 2/1758 (p.182v)
  • Bericht des Kommandanten von S.M.S. Condor über die Fahrt auf dem Kaiserin-Augusta-Fluß (Seite 11), BArch RM 2/1758 (p.183)
  • Bericht des Kommandanten von S.M.S. Condor über die Fahrt auf dem Kaiserin-Augusta-Fluß (Seite 12), BArch RM 2/1758 (p.183v)
  • Bericht des Kommandanten von S.M.S. Condor über die Fahrt auf dem Kaiserin-Augusta-Fluß (Seite 13), BArch RM 2/1758 (p.184)
  • Bericht des Kommandanten von S.M.S. Condor über die Fahrt auf dem Kaiserin-Augusta-Fluß (Seite 14), BArch RM 2/1758 (p.184v)
  • S.M.S Condor, BArch Bild 134/B 214
  • Vizeadmiral Conrad Mommsen, BArch Bild 134/B 2611
  • Blick auf das Lager bei Malu, BArch RM 2/1758 (p.185)
  • Ein Dorf am Mittellauf des Flusses, BArch RM 2/1758 (p.186)
  • Am Unterlauf des Flusses, BArch RM 2/1758 (p.187)
  • Blick auf den Fluß stromaufwärts vom Lager aus, BArch RM 2/1758 (p.188)
  • Kleines Dorf am Unterlauf, BArch RM 2/1758 (p.189)
  • Eingeborene beim Tauschhandel, BArch RM 2/1758 (p.190)
  • Charakteristisches Haus aus dem Dorfe Pagem , BArch RM 2/1758 (p.191)
  • Blick auf das Lager der Expedition bei Malu, BArch RM 2/1758 (p.192)
  • Eingeborene aus dem Dorfe Timbunke, BArch RM 2/1758 (p.193)
  • Eingeborene nähern sich dem Schiff, BArch RM 2/1758 (p.194)
  • S.M.S. Condor gegenüber dem Lager der Expedition bei Malu, BArch RM 2/1758 (p.195)

Hintergrundinformationen

Im Zuge der kolonialistischen Bestrebungen der Großmächte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geriet in den 1880er Jahren auch die Südsee und hier insbesondere die Insel Neuguinea und der sie umgebende Archipel in den Blick.

Nachdem deutsche Kaufleute bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts im Südseeraum tätig waren, wurde im Jahr 1884 auf der Insel Neuguinea durch private deutsche Kaufleute die deutsche Flagge gehisst. Träger dieses Unternehmens war die eigens zum Zwecke einer deutschen Südsee-Kolonisation gegründete "Neuguinea-Compagnie" mit Sitz in Berlin. Zwar waren Neuguinea und die umgebenden Inseln seit langem bekannt und auch mit Namen versehen, doch waren bisher kaum formelle staatliche Inbesitznahmen erfolgt.

Die private Landnahme wurde im November 1884 schließlich durch Landungskommandos von Schiffen der Kaiserlichen Marine wiederholt und die so bezeichneten Gebiete und Inseln unter den Schutz des Deutschen Reiches gestellt (kaiserlicher Schutzbrief vom 17. Mai 1885). Es handelte sich um das Kaiser-Wilhelms-Land (Nordostteil von Neuguinea), den Bismarck-Archipel (vor allem Neu-Pommern, Neu-Mecklenburg, Neu-Hannover und die Admiralitäts-Inseln) und die nördlichen Salomonen (Bougainville und Buka, sowie zunächst auch Choiseul, Isabel und die Shortland-Inseln). Im wesentlichen handelt es sich dabei um das Gebiet des heutigen Papua-Neuguinea, mit Ausnahme des seinerzeit von Großbritannien beanspruchten Südostteiles von Neuguinea.

Die Verwaltung dieses "Deutsch-Neuguinea" bezeichneten Gebietes oblag der Neuguinea-Compagnie und dem von ihr eingesetzten Landeshauptmann. Verwaltungssitz des Landeshauptmanns war zunächst Finschhafen auf Kaiser-Wilhelms-Land, später kurzzeitig auch Stephansort und Friedrich-Wilhelms-Hafen. Erster Landeshauptmann war Vizeadmiral a.D. Georg Freiherr von Schleinitz, der bereits als Kommandant von S.M.S. Gazelle in den 1870er Jahren eine wissenschaftliche Expedition in diesem Gebiet leitete (daher auch die Benennung der Gazelle-Halbinsel auf Neu-Pommern nach seinem Schiff).

Aufgrund zunehmender organisatorischer Defizite übernahm das Reich die Verwaltung des Schutzgebietes am 1. April 1899 in eigene Hoheit und übertrug deren Wahrnehmung einem kaiserlichen Gouverneur, mit Sitz in Herbertshöhe und später Rabaul (Simpson-Hafen), beide auf Neu-Pommern.

Während der gesamten Zeit der deutschen Herrschaft liefen neben den wirtschaftlichen Unternehmungen und Ansiedlungen verschiedener Gesellschaften und Privatleute zahlreiche wissenschaftliche Expeditionen, ausgerichtet von Museen, Forschungsgesellschaften und privaten Forschern, unterstützt durch die Kolonialverwaltung aber auch durch die Kaiserliche Marine.

Im Jahr 1912 begann so auch eine wissenschaftliche Expedition zur Erforschung des längsten Flusses Neuguineas, des Sepik, seinerzeit Kaiserin-Augusta-Fluß genannt, und seiner Ufer und Nebenflüsse. Ausgerichtet wurde diese "Kaiserin-Augusta-Fluß-Expedition" oder auch "Sepik-Expedition" von Reichskolonialamt, Preußischem Unterrichtsministerium und Deutscher Kolonialgesellschaft. Sie stand unter der Leitung von Dr. Artur Stollé und umfaßte Wissenschaftler verschiedenster Fachgebiete.Die Expedition startete am 8. Februar 1912 und legte etwa 400km flußaufwärts beim Dorf Malu ihr Hauptlager an, um von dort aus ihre Forschungen zu betreiben. Sie verfügte über einen eigenen Dampfer, die "Kolonialgesellschaft", und einige kleinere Boote.

Auf Bitten des Gouverneurs von Deutsch-Neuguinea setzte sich am 3. Dezember 1912 ein der Australischen Station zugewiesenes Schiff der Kaiserlichen Marine, S.M.S. Condor unter Korvettenkapitän Conrad Mommsen, in Fahrt, um mit der Expedition wieder Verbindung aufzunehmen. Die Condor fuhr den Kaiserin-Augusta-Fluß aufwärts bis zum Lager der Expedition, erreichte dieses am 11. Dezember, hielt sich dort zwei Tage auf und traf am 18. Dezember 1912 wieder auf Matupi vor Rabaul ein.

Über die Fahrt auf dem Kaiserin-Augusta-Fluß fertigte der Kommandant schließlich einen Bericht für das Kaiserliche Marinekabinett an, der hier zusammen mit den auf dieser Fahrt gemachten und dem Bericht beigelegten Fotographien vorgestellt wird.

Thomas Menzel