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Das Infanterie-Regiment 19 in der Zwischenkriegszeit

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Aufruf des Chefs der Heeresleitung an die 7. Division zur Loyalität, Oktober 1923

Quelle: BArch RH 37/783

Nachdem im September 1923 die bayerische Regierung den Ausnahmezustand verhängt hatte, entwickelte sich ein Konflikt zwischen Bayern und dem Reich. Dabei standen sich der ehemalige Ministerpräsident, Gustav Ritter von Kahr, der als Generalstaatskommissar nun die vollziehende Gewalt in Bayern ausübte und der Kommandeur der 7. Division (zugleich des Wehrkreises VII), General von Lossow, auf der einen und die Reichsregierung und der Chef der Heeresleitung, Seeckt, auf der anderen Seite gegenüber. Einem Befehl der Reichsregierung zum Verbot des "Völkischen Beobachters", des Presseorgans der Nationalsozialisten, an Lossow kam dieser nicht nach. Das betrachtete Seeckt als Befehlsverweigerung und enthob Lossow seiner Ämter. Darauf reagierte die bayerische Regierung wiederum am 20. Oktober mit dem Beschluss, die 7. Division "in die Pflicht zu nehmen" und Lossow zum Landeskommandanten zu ernennen.
In den folgenden Wochen planten Kahr und Lossow nach Berlin zu marschieren, um zusammen mit Hitler und anderen Verbände die Regierung Stresemann zu stürzen. Sie zögerten jedoch, da die anderen sechs Divisionen/Wehrkreise der Heeresleitung ihre Loyalität versichert hatten.
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Ergänzende Informationen

zusätzliche Bildbeschreibung

Weitere Dokumente der Galerie

  • Reichswehr-Soldaten im Manöver, 1926, BArch
  • Monatsbericht des I. Bataillons, Februar 1921, BArch RH 37/782
  • Verweigerung eines Verlobungsgesuches, Dezember 1921 (Seite 1), BArch RH 37/602
  • Verweigerung eines Verlobungsgesuches, Dezember 1921 (Seite 2), BArch RH 37/602
  • Besuch der Interalliierten Militär-Kontrollkommission (IMKK), März 1922 (Seite 1), BArch RH 37/782
  • Besuch der Interalliierten Militär-Kontrollkommission (IMKK), März 1922 (Seite 2), BArch RH 37/782
  • Holzmodell eines Geschützes, Juli 1923, BArch RH 37/773
  • Bericht des Kommandeurs des I. Bataillons über das Verhalten der Offiziere während des
  • Bericht des Kommandeurs des I. Bataillons über das Verhalten der Offiziere während des
  • Lagebericht des Standortältesten Lindau, Januar 1924, BArch RH 37/767
  • Anschuldigung von Ernst Röhm gegen den Chef der 2. Kompanie des IR 19, verm. 1924, BArch RH 37/594
  • Beschwerde über die Beziehung eines Soldaten mit einem Dienstmädchen, 26. Juni 1924 (Seite 1), BArch RH 37/783
  • Beschwerde über die Beziehung eines Soldaten mit einem Dienstmädchen, 26. Juni 1924 (Seite 2), BArch RH 37/783
  • Marschübung des Regiments, Apr. 1937, BArch RH 37/505
  • Marschübung des Regiments, Apr. 1937, BArch RH 37/505
  • Einmarsch in Österreich, März 1938; Zeitungsartikel, BArch RH 37/6620
  • Einmarsch in Österreich, März 1938, Truppenparade, BArch RH 37/6620
  • Personalnachweis von Regimentskommandeur Oberst Hans Zorn, ca. 1939 (Seite 1), BArch RH 37/705
  • Personalnachweis von Regimentskommandeur Oberst Hans Zorn, ca. 1939 (Seite 2), BArch RH 37/705
  • Gefechtsbericht über Kämpfe an der Bugfront, September 1944 (Seite 1), BArch RH 37/611
  • Gefechtsbericht über Kämpfe an der Bugfront, September 1944; Skizze, BArch RH 37/611

Hintergrundinformationen

Das Infanterie-Regiment 19 in der Zwischenkriegszeit

Das Infanterie-Regiment 19 wurde am 1. Oktober 1920 als 19. (bayerisches) Infanterie-Regiment in München aufgestellt. Neben München gehörten zu seinen Standorten unter anderem Augsburg, Kempten, Lindau und Freising. Ein Infanterie-Regiment war gegliedert in Bataillone, die sich wiederum aus Kompanien zusammensetzten. Unterstellt war das IR 19 der 7. Division, deren Kommandeur zugleich Befehlshaber des Wehrkreises VII war.

Aufgrund von Kriegseinwirkungen sind im Bundesarchiv-Militärarchiv Unterlagen von Dienststellen und Truppen unterhalb der Divisionsebene nur in vergleichsweise geringer Zahl überliefert. Der Bestand des IR 19 mit seinen ca. 600 Akteneinheiten vorwiegend aus den Jahren 1920 bis 1939 stellt daher eine wertvolle Überlieferung für die Beschäftigung mit der Geschichte der Reichswehr dar.

Viele der militärischen Sachakten des Bestandes betreffen die Versorgung des Regiments mit Waffen und Munition, Verpflegung und Bekleidung, Pferden, Fahrzeugen und Gerät, die Einberufung von Rekruten oder die Zuteilung von Haushaltsmitteln - Unterlagen also, die als "trockenes" Verwaltungsschriftgut erscheinen.

Doch ein genauerer Blick auf die Dokumente zeigt, dass sie die politische Geschichte der Weimarer Republik und des NS-Regimes bis zum Kriegsausbruch ebenso widerspiegeln wie sie einen unmittelbaren Einblick in die Sozial- und Alltagsgeschichte eines Reichswehr-Regiments in der Zwischenkriegszeit gewähren.

So war das Regiment an der Niederschlagung des "Hitlerputschs" 1923 in München beteiligt und gehörte zu den Truppen, die 1938 in Österreich einmarschierten. Andere Schriftstücke lassen die politische Einstellung von Regimentsangehörigen gegenüber der Weimarer Republik erkennen, betreffen das Verhältnis zur Bevölkerung an den Kasernenstandorten oder beschäftigen sich mit "Ehrenangelegenheiten" von Offizieren.

Die hier im Galerie-Beitrag vorgestellten Dokumente zu diesen und weiteren Themen illustrieren beispielhaft, welche Möglichkeiten der Erforschung von Militärgeschichte sich durch den direkten Blick auf die Ebene eines Regiments in der Zwischenkriegszeit bieten.

Christiane Botzet