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Eine deutsche "Musterkolonie" - Samoa unter dem Kosmopoliten Wilhelm Solf

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Entwurf eines Wappens für Samoa von 1914, mit Unterschrift Kaiser Wilhelms II.

Quelle: BArch N 1053/43

Samoa nimmt unter den früheren deutschen Kolonien eine besondere Stellung ein. Einerseits war die letzte und abgelegenste Erwerbung des Deutschen Reiches zugleich auch die - unter militärischen und wirtschaftlichen Aspekten - unwichtigste, andererseits fand sich dort eine der fortschrittlichsten und humansten Kolonial-verwaltungen der damaligen Zeit.

Die deutsche Geschichte auf Samoa begann in den 1850er Jahren, als hanseatische Kaufleute den pazifischen Raum für Handel- und Rohstoffgewinnung entdeckten. Es gelang ihnen, sich gegenüber der britischen, australischen und amerikanischen Konkurrenz durchzusetzen und innerhalb weniger Jahre eine Monopolstellung zu erarbeiten.
Es dauerte nicht lange, bis den führenden Vertretern der deutschen Firmen im Pazifik auch diplomatische Aufgaben übertragen wurden. So wurde beispielsweise Theodor Weber, der Vertreter des Handelshauses Godeffroy & Sohn, Anfang der 1870er Jahre zum deutschen Konsul in der samoanischen Hauptstadt Apia ernannt, welche 1879 im Verbund mit Großbritannien und den USA den ersten Handelsvertrag mit Samoa unterzeichnete. Zugleich wurde Apia und das die Stadt umgebende Gebiet zum neutralen Territorium unter gemeinsamer Verwaltung der drei Mächte erklärt.
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Weitere Dokumente der Galerie

  • Karte der deutschen Samoainseln Savaii und Upolu, Andrees Allgemeiner Handatlas, 1906
  • Wilhelm Solf in Apia, BArch Bild 137/31813
  • Häuptling Mataafa Josefo, BArch N 1053/153
  • Der Hafen von Apia, BArch N 1053/153
  • Persönliches Protokoll Solfs über seine Unterhaltung mit Emsmann, BArch N 1053/19
  • Protokoll Solfs über seine Unterhaltung mit Emsmann (2. Seite) 
 
 , BArch N 1053/19
  • Persönliches Protokoll Solfs über seine Unterhaltung mit Emsmann (3. Seite), BArch N 1053/19
  • Persönliches Protokoll Solfs über seine Unterhaltung mit Emsmann (letzte Seite) , BArch N 1053/19
  • Schutzbrief Kaiser Wilhelms II., BArch N 1053/20
  • Faksimile der Ernennungsurkunde Kaiser Wilhelms II. für Mataafa Josefo, BArch N 1053/21
  • Brief an Ernst Schmidt-Dargitz vom 25. Nov. 1901, BArch N 1053/130
  • Brief an Ernst Schmidt-Dargitz vom 25. Nov. 1901 (2. Seite) , BArch N 1053/130
  • Häuptling Lauati, BArch N 1053/30
  • Aufzeichnung zum Lauati-Aufstand, BArch N 1053/30
  • Aufzeichnung zum Lauati-Aufstand (2. Seite), BArch N 1053/30
  • Gouverneursvilla in Apia, BArch N 1053/ 153
  • Portrait Wilhelm Solfs, BArch Bild 183-R73059

Hintergrundinformationen

"[...] über Ihre freundlichen Zeilen habe ich mich sehr gefreut; sie trafen ein Paar Tage nach dem Telegramm ein, welches meine Ernennung zum Gouverneur von Samoa durch S M [Seine Majestät] den Kaiser notificirte. Meine erste Aufgabe war die feierliche Hissung der deutschen Flagge in Mullinuu, dem historischen Platz Apia's. [...] Nun heisst es Gesetze machen und feste Verordnungen schmieden. Die meiste Schwierigkeit macht mir die sogenannte loyale Mataafa-Partei, die nun üppig geworden ist und die mühsame Arbeit europäisch-amerikanischer Diplomaten für einen Sieg ihres Führers hält. Mit Macht ist hier natürlich nichts zu machen. Meine Waffe ist Geduld und die Kunst mit den Häuptlingen stundenlange Verhandlungen zu pflegen, dabei immer angeneme Dinge zu sagen, ohne irgend eine Verpflichtung einzugehen. [...]"

(BArch N 1053/20 fol. 139f. Brief von Wilhelm Solf an einen Herrn Oberlandesgerichts-Rath vom 15. März 1900.)

Die Geschichte Samoas in den Jahren 1899 bis 1911 wurde entscheidend von der geduldigen und ausgleichenden Politik des deutschen Diplomaten Wilhelm Solf geprägt. Gezeigt wird in diesem Galeriebeitrag die Zeit von den Anfängen Samoas als deutsches Schutzgebiet über die unter Wilhelm Solf angestrebte Selbstverwaltung durch einen Oberhäuptling und mehrere Distrikthäuptlinge bis hin zu seinem Umgang mit inneren Unruhen, wie dem Lauati-Aufstand.

Ein Galeriebeitrag von Christian Buhlmann und Antje Märke