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"Deutschlands Adler im Reich des Drachen - Deutschland und China im Zeitalter des Kolonialismus " - Teil 1 "Einführung, Historischer Überblick und Impressionen"

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Ehrentore in Kiautschou

Quelle: BArch

Teil 1- "Impressionen"

Die Impressionen spiegeln folgende Themenbereiche wider:

"Chinesische Kunst und Architektur"

"Stadt und wichtige Gebäude"

"Chinesischer Alltag"

"Deutscher Alltag"

Weitere Dokumente der Galerie

  • Gildenhaus in Hankow am Yangtse-kiang, um 1900, BArch N 378 - Bild/ v.1210
  • Peking, Neuer Sommerpalast, BArch N 632 / 4 (S. 17)
  • Chinesisches Ahnenschiff, Jinan 1904, BArch N 224 / 78 (S. 30)
  • Gebäude in Jinan. 1904, BArch N 224 / 78 S. 29
  • Neues Gouverneurshaus in Tsingtau, 1907, BArch N 224/ 80 (S. 22)
  • Panorama beim Kloster Hoa jun an, in Tsingtau 1904, BArch Bild 134/ A 289
  • Amtssitz des Gouverneurs, Tsingtau 1905, BArch Bild 134/ A 388
  • Panorama in Tsingtau 1905, BArch Bild 134/ A 322
  • Ausritt von Hauptmann von Schoeler aus Ning jang, 1903,  BArch Bild 134/ A 314
  • Geschütztransport bei der Holzsägerei Weber, Tsingtau 1904, BArch Bild 134/ A 336
  • Yüan schi k'ai als Militärmandarin, ohne Ort, ohne Datum, BArch Bild 134/ A 355
  • Chinesin auf Esel, Peking 1903, BArch N 224/ 78 (S. 42)
  • Gavotte-Aufführung auf dem Marineball, 1908, BArch N 224 / 80 (S. 19)
  • Deutsche Feldbäckerei, Tsingtau 1899, BArch Bild 134/ A 299
  • Chinesentruppe, Korporalschaft Geiger, in Licun 1900, BArch Bild 134/ A 350
  • Offizierkasino im alten Yamen, Tsingtau 1898, BArch Bild 134/ A 329

Hintergrundinformationen

Einführung

Am 08. August 2008 beginnen in Bejing (Peking) die XXIX. Olympischen Sommerspiele. Während der Großteil der Wettkämpfe in der chinesischen Hauptstadt stattfindet, ist das Internationale Segelzentrum Qingdao Austragungsort der olympischen Segelwettbewerbe. Die Anfänge der heutigen Millionenstadt waren jedoch bescheidener.

Im 19. Jahrhundert war Qingdao ein Fischerdorf, das auf Grund seiner günstigen Lage zum Meer Anziehungspunkt für die Imperialismusbestrebungen der Großmächte war. 1898 wurde die am Gelben Meer in der Provinz Shandong gelegene Hafenstadt, die "grüne Insel", zum sog. Schutzgebiet des Deutschen Reiches erklärt. Mit dem Verlust sämtlicher Kolonien durch den Versailler Vertrag war 1918 auch das endgültige Ende der deutschen Herrschaft in Qingdao gekommen.

Zur Geschichte des "Schutzgebietes" zeigte die Abteilung Militärarchiv des Bundesarchivs in Zusammenarbeit mit dem Wehrgeschichtlichen Museum Rastatt und dem Adelhausermuseum Freiburg im Jahr 2007 eine Ausstellung in der Sparkasse Freiburg. Unter dem Titel "Deutschlands Adler im Reich des Drachen – Deutschland und China im Zeitalter des Kolonialismus" war eine Vielzahl unterschiedlichster Exponate zu sehen. 2008 wurde die Ausstellung in leicht modifizierter Form nochmals im Wehrgeschichtlichen Museum Rastatt gezeigt. Den in der Abteilung Militärarchiv verwahrten Teil der Ausstellung präsentiert die folgende Online-Galerie. Die Ausstellung gibt an Hand von verschiedensten Dokumenten Einblick in die wechselvolle deutsch-chinesische Geschichte ausgehend von der Tätigkeit deutscher Militärinstrukteure in der chinesischen Armee ab 1884 bis zum Verlust der 'Musterkolonie' 1918 an Japan.

Die Ausstellung gliedert sich in vier Teile: Teil 1: "Einführung, Historischer Überblick und chinesische Impressionen"; Teil 2: "Die 'Musterkolonie' Kiautschou", die sich in "Von den Militärinstrukteuren bis zur Besetzung der Bucht" sowie "Das Gouvernement Kiautschou" gliedert; Teil 3: "Der Boxeraufstand" und Teil 4 schließt mit dem "Ende des deutschen Pachtgebietes Kiautschou". Jeder Teil beinhaltet einen Haupttext und eine Auswahl mit Dokumenten sowie z.T. Übersetzungen und Transkriptionen, welche dem Benutzer einen komfortablen Zugang zu den Unterlagen gewähren sollen.

Die Online-Galerie ist ein Teil eines Projektes, welches die Erschließung und Online-Stellung von Findbüchern mit Bezug zu China sowie die Erstellung eines Inventars beinhaltet.

Texte/Online-Projekt: Stephanie Jozwiak
Konzeption/Dokumentenauswahl: Daniel Jost, Stephanie Jozwiak
Technische Realisierung: Hartmut Hunn, Lioba Scheermann, Stephanie Jozwiak

1. Inventar (In Kürze verfügbar)

Vorwort

1897 wurde die chinesische Bucht Kiautschou von deutschen Truppen besetzt. Bereits ein Jahr später verpachtete die Qing-Dynastie dem Deutschen Reich die Bucht auf 99 Jahre. Der Vertrag wurde ähnlich gestaltet, wie der im gleichen Jahr geschlossene Vertrag mit Großbritannien, welches Hongkong erst 1997 wieder in einer feierlichen Zeremonie an China zurückgab. Im Anschluss daran bauten Angehörige des Deutschen Reiches einen Stützpunkt auf, der als "Musterkolonie" Kiautschou Macht, Ansehen und Einfluss des Deutschen Reiches in Asien demonstrieren sollte. Es entstand in wenigen Jahren eine Stadt mit moderner Infrastruktur und lebhaftem Handel. Manche der damals gegründeten Unternehmen entwickelten sich bis in die Gegenwart zu großen Konzernen wie die Germania-Brauerei mit ihrem bis heute gebrauten und weltweit vertriebenen Tsingtau-Bier. Doch die Musterkolonie hatte auch ihre Schattenseiten, wie die damals in allen Kolonien übliche Rassentrennung.

I. Chronologie

1840-1842 1. Opiumkrieg (Großbritannien, China): Öffnung chinesischer Häfen für den Handel; Xiang Gang (Hongkong) wird britische Kronkolonie         

1850-1864 Taiping-Aufstand

1857-1860 2. Opiumkrieg (Großbritannien, Frankreich, China): Öffnung weiterer chinesischer Häfen, Missionsfreiheit

1859-1862 Preußische Ostasienexpedition nach China, Japan und Siam unter Leitung des Gesandten Graf Friedrich Albrecht zu Eulenburg

1860-1861 Handelsvertrag, preußische Gesandtschaft in China

1868-1872 Forschungsreisen des Geografen und Geologen Ferdinand von Richthofen durch China

1869 Österreichisch-chinesischer Handelsvertrag

1869-70 Erstmals deutsche Marineschiffe in Ostasien stationiert

Ab 1871 Deutsche Missionen in der Provinz Shandong

1884-85 Chinesisch-französischer Krieg: Vietnam wird französisch, Burma britisch

1894-1895 Chinesisch-Japanischer Krieg, wachsender Einfluss Japans in China, Taiwan wird japanische Kolonie

1896 Admiral Alfred von Tirpitz inspiziert die Jiaozhou (Kiautschou)-Bucht, danach Planungen für die militärische Besetzung

1897 Ermordung von zwei Steyler Missionaren, daraufhin Besetzung Jiaozhous (Kiautschous) durch deutsche Truppen

1898 Deutsch-chinesischer Pachtvertrag über Jiaozhou (Kiautschou), Errichtung der Kolonialstadt Qingdao (Tsingtau), Kaiserliche Ordre zur Erklärung Jiaozhous (Kiautschous) zum Schutzgebiet

Russisch-chinesischer Pachtvertrag über Liaodong-Halbinsel (Port Arthur); Britisch-chinesischer Pachtvertrag über New Territories Xiang Gang (Hongkong) und Weihai; Französisch-chinesischer Pachtvertrag über Guangzhouwan in Südchina

"Hundert-Tage-Reformen" zur Modernisierung des chinesischen Kaiserreiches

1899 Entmachtung des Kaisers Guangxu (Hausarrest) durch die Kaiserinwitwe Cixi

1899-1904 Bau der Shandong-Eisenbahn von (Qingdao) Tsingtau nach Jinan

1898-1900 Konflikte in Shandong zwischen Einheimischen und Missionen sowie der Shandong-Bahn-Gesellschaft Entstehen der Yi-he-tuan-Bewegung ("Boxer") in der Provinz Shandong; Kaiserinwitwe Cixi ist die eigentliche Regentin von China

1900-1901 "Boxer"-Aufstand gegen chinesische Christen und Fremde: Belagerung des Gesandtschaftsviertels in Peking und der Stadt Tianjin; Niederschlagung durch eine internationale Armee unter Führung des Grafen von Waldersee; "Boxer"-Protokoll

1901 Sühne-Mission des Prinzen Chun in Potsdam

1904-1905 Russisch-Japanischer Krieg

1911 Revolution; Ende der Qing-Dynastie; Sun Yatsen, Provisorischer Präsident Chinas, Yuan Shikai, Präsident Chinas (1912-1916)

1914 Beginn des Ersten Weltkrieges: Japanische Truppen besetzen das Gouvernement Jiaozhou (Kiautschou);

Deutsche Soldaten in japanischer Kriegsgefangenschaft bis 1919/20

1917 Kriegserklärung Chinas an das Deutsche Reich

1919 Vertrag von Versailles: China erhält Gouvernement Jiaozhou (Kiautschou) nicht zurück, daraufhin Protestdemonstrationen in Peking

1922 Ehemaliges deutsches Pachtgebiet von Japan an China zurückgegeben