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Max Skladanowsky - Glasmaler, Tüftler oder Filmpionier

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Bioscop II, 1896

Quelle: BArch N 1435 Bild-275-001

Das "Bioscop" war ein Projektionsapparat nach dem Duplex-Verfahren, der 54-mm-Film mit zwei Filmschleifen verwendete. Die Technik beschränkte sich auf das Abspielen von maximal 20 Bildern.

Als Aufnahmematerial nutzten die Brüder Emil und Max Skladanowsky Negativrohfilm, den sie auf 54 mm Breite halbierten und mit 192 Bildern auf sechs Meter langen Filmstreifen belichteten. Doch dieser Film besaß keine Perforation, so dass ein Transport in der Kamera nur mit unregelmäßigem Bildabstand möglich war. Deshalb musste der Filmstreifen in Handarbeit Bild für Bild auseinandergeschnitten und anschließend zum Kopieren wieder zusammengesetzt werden. Dabei kopierten die Brüder Skladanowsky Bilder mit geraden und ungeraden Nummern getrennt auf Positivfilmband. Dieser wurde zu Endlos-Schleifen zusammen geklebt und mit einer Nietenzange von Hand perforiert. Mit ihrem "Bioscop" konnten sie abschließend die Bilder abwechselnd in der richtigen Reihenfolge auf die Leinwand projizieren. Der Vorteil dieser Methode: Das "Bioscop" konnte Bild für Bild ohne Dunkelphase überblenden. Da die Filmstreifen jeweils zu einer Schleife zusammen genietet waren, bot sich die auch die Möglichkeit, die Szenen mehrmals hintereinander zu projizieren. … [weiterlesen]

Ergänzende Informationen

zusätzliche Bildbeschreibung

Weitere Dokumente der Galerie

  • Max Skladanowsky, BArch, N 1435-Bild-276-017
  • Erlaubnisschein zur Vorführung von Nebelbildern für Carl Theodor Skladanowsky, 1887 , BArch N 1435/4
  • Anzeige des Programms des ersten Frankfurter Orpheum vom 1. bis 16. Februar 1893, BArch N 1435/85
  • Patenturkunde Nr. 88599 vom 1. November 1895., BArch N 1435/192
  • Ankündigung des ersten Auftritts Max Skladanowskys im Berliner Wintergarten, 1895, BArch N 1435/108
  • Filmstreifen aus dem ersten Film der Brüder Max und Emil Skladanowsky, dem "Wintergarten-Programm" , BArch, Bild 183-C31914
  • Zensurkarte vom 2. Dezember 1929 , BArch N 1435/116
  • Werbezettel für einen Sterescop-Apparat , BArch N 1435/172
  • Nachruf im Berliner Lokal-Anzeiger vom 1. Dezember 1939, BArch N 1435/264
  • Das Programm vom 1. November 1895 , BArch N 1435/191
  • Kontaktabzüge und Szenenfotos zum italienischen Bauerntanz , BArch, N 1435 Bild-092-024
  • Klavierpartitur zum Wintergarten-Programm , BArch N 1435/100
  • Reihenaufnahmen für Abblätterbücher, 1896 , BArch N 1435 Bild-092-005
  • Nachweis über die Gebührenzahlung für die Gebrauchsmuster-Anmeldung , BArch N 1435/197
  • Nebelbild gerahmt, zwischen 1879 und 1897, BArch N 1435 Bild-15-4-001B
  • Nebelbild ungerahmt, zwischen 1879 und 1897 , BArch N 1435 Bild-15-4-048
  • Nebelbilder, BArch N 1435/10
  • Der Nachlass Max Skladanowsky, BArch N 1435/179
  • Max, seine 2. Ehefrau Else und Tochter Gertrud Skladanowsky, etwa 1896 , BArch N 1435 Bild-278-008

Hintergrundinformationen

Max Skladanowsky - Glasmaler, Tüftler oder Filmpionier

Max Skladanowsky gilt, nicht ganz unumstritten, als deutscher Erfinder des Films. Ihm gelang mit seinem "Wintergartenprogramm" am 1. November 1895 im Berliner Varieté Wintergarten vor zahlendem Publikum die erste öffentliche Filmvorführung in Europa.

Am 30. November 2009 jährt sich sein Todestag zum 70. Mal. Mit dieser Galerie möchte das Bundesarchiv an den Wegbereiter des deutschen Films erinnern und seinen schriftlichen und fotografischen Nachlass sowie das neue Online-Findbuch zum Bestand vorstellen.
Manuela Lange und Aileen Tomzek

Foto: Max Skladanowsky und der am 1. November 1895 zum ersten Male öffentlich in Gebrauch genommene Original-Film-Projektor "Bioscop", 1936