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Germanische Wettkämpfe in Neumünster

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Mitglieder der Herzoggruppe in Trachten der Eisenzeit

Quelle: BArch NS 21/2321

Weitere Dokumente der Galerie

  • Germanischer Wagenlenker mit Maid, BArch NS 21/2321
  • Bericht Karl Schlabows zum Kreissportfest in Neumünster an den Reichsgeschäftsführer des
  • Germanengruppe zeigt
  • Einmarsch einer Sippe. Vorneweg der Sippenträger. Die Teilnahme und Begeisterung der Zuschauer hält sich in Grenzen., BArch NS 21/2321
  • Neben dem Wagenrennen war diese Sippe nicht nur im Speerwurf und Wettlaufen sondern auch im
  • Germanisches Gruppenbild mit Sippenträger, Wagenlenker und Kriegern, BArch NS 21/2321

Hintergrundinformationen

Der Stadtrat von Neumünster (Holstein) Brinkmann bat den Direktor des Museums für Germanische Trachtenkunde Karl Schlabow 1937 germanische Trachten in einem "Festzug" anlässlich des Kreisfestes des Reichsbundes für Leibesübungen zu zeigen. Gleichzeitig wollte Schlabow das "sportliche Können der Germanen" vorführen. Offenbar war ihm dieses Anliegen so wichtig, dass er fast 70 Trachten eigens für das Kreisfest anfertigen liess und einen angeblich typisch germanischen Streitwagen nachbaute. Die Neugermanen des Kreises Neumünster trugen in dieser Kostümierung "Kämpfe" aus, die von einer "herzoglichen Gruppe" beobachtet wurden. Das anderthalbstündige holsteinische Großereignis schloss mit einem Wagenrennen ab.

Von dem Nachbau der Wagen und der Verwendung in einem Rennen war der Reichsgeschäftsführer des "Ahnenerbes" Wolfram Sievers so begeistert, dass er eine Zusammenarbeit Karl Schlabows mit der Reitschule der SS in München vorschlug. Das "Ahnenerbe" hatte sich als vorgeblich "geisteswissenschaftliche" Institution unter der Leitung Himmlers und seines Kurators Walther Wüst der Erforschung der Germanen insbesondere unter dem Aspekt ihrer "deutschen Sendung" gewidmet. Die folgende Galerie zeigt einige Fotos des germanischen Trachtenumzugs und Wagenrennens, die Karl Schlabow beim Kreissportfest aufnahm und an das "Ahnenerbe" sandte. Diese sind mit weiterem Schriftwechsel aus dem "Ahnenerbe"-Bestand des amerikanischen Berlin Document Centers (BDC) in das Bundesarchiv gelangt. Er umfasst ca. 1800 Aufbewahrungseinheiten und ist jetzt in der Provenienz NS 21 Forschungs- und Lehrgemeinschaft "Das Ahnenerbe" neu verzeichnet. Nach Abschluss der Arbeiten ist erstmals wieder die gesamte Überlieferung des "Ahnenerbes" unter einer Provenienz in Berlin benutzbar.

Claudia Schmidt, Sven Devantier