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Wolf Biermann - der „unbequeme Dichter”

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Maikundgebung auf dem Marx-Engels-Platz in Berlin, 01.05.1958

Quelle: BArch BildY 10-239-00

An der Seite der Intendantin des Berliner Ensembles Helene Weigel (2.v.r.) nimmt der Regieassistent Wolf Biermann (3.v.r.) gemeinsam mit weiteren Schauspielern und Mitarbeitern des Berliner Ensemble an der Maikundgebung teil.

Weitere Dokumente der Galerie

  • Probe der Mitglieder des Arbeiter- und Studentenensembles der Humboldt-Universität Berlin, BArch Bild 183-77254-0001
  • Bericht über einen Auftritt Wolf Biermanns am 6. April 1964, BArch DR 1/ 8668
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  • Brief von Horst Schumann vom 1. November 1965, BArch DY 24/ 3713
  • Abend mit jungen Lyrikern in der Akademie der Künste zu Berlin, 11.12.1962, BArch Bild 183-A1212-0006-001
  • Berliner Lyriker-Forum, Januar 1963, BArch Bild 183-B0109-0004-001
  • Information Kurt Hagers an die Mitglieder und Kandidaten des Politbüros vom 5. Januar 1966 über die Unterstützung Wolf Biermanns durch andere Künstler, BArch DY 30/J IV 2/2J/ 1554
  • Abschrift eines Briefes von Professor Fritz Cremer an den Chefredakteur der Zeitschrift „Neues Deutschland” Hermann Axen vom 27. Dezember 1965, BArch DY 30/J IV 2/2J/ 1554
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  • Schriftwechsel zwischen Bruno Haid und Wolf Biermann vom 29. März bis 4. April 1966, BArch DR 1/ 16895, S. 92-97
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  • Schriftwechsel zwischen Bruno Haid und Wolf Biermann vom 29. März bis 4. April 1966, BArch DR 1/ 16895, S. 92-97
  • Schriftwechsel zwischen Bruno Haid und Wolf Biermann vom 29. März bis 4. April 1966, BArch DR 1/ 16895, S. 92-97
  • Schriftwechsel zwischen Bruno Haid und Wolf Biermann vom 29. März bis 4. April 1966, BArch DR 1/ 16895, S. 92-97
  • Schriftwechsel zwischen Bruno Haid und Wolf Biermann vom 29. März bis 4. April 1966, BArch DR 1/ 16895, S. 92-97
  • Information Kurt Hagers an Erich Honecker vom 27. Juni 1966 , BArch DY 30 /IVA2/2.024/70
  • Information Kurt Hagers an Erich Honecker vom 27. Juni 1966 , BArch DY 30 /IVA2/2.024/70
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  • „Ost-West-Revue” in Frankfurt/Main, 19. April 1965, BArch Bild 183-D0605-0041-006
  • Schreiben Wolf Biermanns an Bruno Haid vom 22. April 1968 mit zwei Anlagen, BArch DR 1/ 16895, S. 46-48
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  • Schreiben von Klaus Gysi an Bruno Haid vom 15. November 1971, BArch DR 1/ 16895, S. 21-22
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  • Schreiben Kurt Hagers an Hans Joachim Hoffmann vom 2. Juli 1974, BArch DY 30/ B2/2.024/ 100
  • Schreiben des Wahlhelfers Walter Hoyer an die Kreisleitung der Zentralen Organe der Gewerkschaften vom 18. Oktober 1976, BArch DY 34/ 6589
  • Schreiben des Wahlhelfers Walter Hoyer an die Kreisleitung der Zentralen Organe der Gewerkschaften vom 18. Oktober 1976, BArch DY 34/ 6589
  • Schreiben des Wahlhelfers Walter Hoyer an die Kreisleitung der Zentralen Organe der Gewerkschaften vom 18. Oktober 1976, BArch DY 34/ 6589
  • Schreiben des Wahlhelfers Walter Hoyer an die Kreisleitung der Zentralen Organe der Gewerkschaften vom 18. Oktober 1976, BArch DY 34/ 6589
  • Schreiben des Wahlhelfers Walter Hoyer an die Kreisleitung der Zentralen Organe der Gewerkschaften vom 18. Oktober 1976, BArch DY 34/ 6589
  • Arbeitsprotokoll der Sitzung des Politbüros des ZK der SED am 16. November 1976, BArch DY 30/ J IV2/2A/ 2018
  • Arbeitsprotokoll der Sitzung des Politbüros des ZK der SED am 16. November 1976, BArch DY 30/ J IV2/2A/ 2018
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  • Beschluss des Ministerrates über die Aberkennung der Staatsbürgerschaft der DDR vom 18. November 1976 , BArch DC 20/ I/4/ 3674, S. 81-83
  • Beschluss des Ministerrates über die Aberkennung der Staatsbürgerschaft der DDR vom 18. November 1976 , BArch DC 20/ I/4/ 3674, S. 81-83
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  • Öffentliche Bekanntmachung der Aberkennung der Staatsbürgerschaft im SED-Zentralorgan „Neues Deutschland” vom 17. November 1976, BArch DO 1/ 14245
  • Öffentliche Bekanntmachung der Aberkennung der Staatsbürgerschaft im SED-Zentralorgan „Neues Deutschland” vom 17. November 1976, BArch DO 1/ 14245
  • Streng vertraulicher Vermerk über ein Gespräch mit Günter Gaus am 17. November 1976, BArch DL 226/ 1427
  • Streng vertraulicher Vermerk über ein Gespräch mit Günter Gaus am 17. November 1976, BArch DL 226/ 1427
  • Streng vertraulicher Vermerk über ein Gespräch mit Günter Gaus am 17. November 1976, BArch DL 226/ 1427
  • Information des Zentralvorstands des Büros des Präsidiums der Gewerkschaft Kunst vom 22. November 1976, BArch DY 34/ 10826
  • Information des Zentralvorstands des Büros des Präsidiums der Gewerkschaft Kunst vom 22. November 1976, BArch DY 34/ 10826
  • Information des Zentralvorstands des Büros des Präsidiums der Gewerkschaft Kunst vom 22. November 1976, BArch DY 34/ 10826
  • Gedruckte Partei-Information Nr. 146 (1976/7) zur Aberkennung der Staatsbürgerschaft für Wolf Biermann , BArch DY30/ JIV 2/2J/ 1554 (Seiten 1 bis 6)
  • Gedruckte Partei-Information Nr. 146 (1976/7) zur Aberkennung der Staatsbürgerschaft für Wolf Biermann , BArch DY30/ JIV 2/2J/ 1554 (Seiten 1 bis 6)
  • Gedruckte Partei-Information Nr. 146 (1976/7) zur Aberkennung der Staatsbürgerschaft für Wolf Biermann, BArch DY30/ JIV 2/2J/ 1554 (Seiten 1 bis 6)
  • Gedruckte Partei-Information Nr. 146 (1976/7) zur Aberkennung der Staatsbürgerschaft für Wolf Biermann, BArch DY30/ JIV 2/2J/ 1554 (Seiten 1 bis 6)
  • Hausmitteilung der Leiterin der Abteilung Kultur des ZK der SED Ursula Ragwitz an Erich Honecker vom 14. Dezember 1976, BArch DY 30/J IV 2/2J/7452
  • Hausmitteilung der Leiterin der Abteilung Kultur des ZK der SED Ursula Ragwitz an Erich Honecker vom 14. Dezember 1976, BArch DY 30/J IV 2/2J/7452
  • Hausmitteilung der Leiterin der Abteilung Kultur des ZK der SED Ursula Ragwitz an Erich Honecker vom 14. Dezember 1976, BArch DY 30/J IV 2/2J/7452
  • Hausmitteilung der Leiterin der Abteilung Kultur des ZK der SED Ursula Ragwitz an Erich Honecker vom 14. Dezember 1976, BArch DY 30/J IV 2/2J/7452
  • Hausmitteilung der Leiterin der Abteilung Kultur des ZK der SED Ursula Ragwitz an Erich Honecker vom 14. Dezember 1976, BArch DY 30/J IV 2/2J/7452
  • Hausmitteilung der Leiterin der Abteilung Kultur des ZK der SED Ursula Ragwitz an Erich Honecker vom 14. Dezember 1976, BArch DY 30/J IV 2/2J/7452
  • Plakat / Einladung von Bündnis 90/Neues Forum zum 17. März 1990, BArch SGY 20/ 23
  • Schreiben der Magistratsverwaltung für Inneres an den Minister des Innern vom 29. Juni 1990, BArch DO 1/ 14245
  • Schreiben der Magistratsverwaltung für Inneres an den Minister des Innern vom 29. Juni 1990, BArch DO 1/ 14245

Hintergrundinformationen

Wolf Biermann, geboren am 15. November 1936 in Hamburg, nimmt 1950 als Vertreter der Bundesrepublik Deutschland als Junger Pionier am 1. Deutschlandtreffen der Jugend in der DDR teil und siedelt drei Jahre später 1953 nach seinem Schulabschluss in die DDR über.

Im Jahre 1955 legt er sein Abitur in Gadebusch/Schwerin ab und nimmt ein Studium der politischen Ökonomie an der Humboldt-Universität Berlin auf, welches er 1957 abbricht. Es folgen zwei Jahre, in denen er als Regieassistent am Berliner Ensemble tätig ist. In den Jahren 1959 bis 1963 studiert Biermann Philosophie und Mathematik an der Humboldt-Universität  Berlin. Er verteidigt erfolgreich seine Abschlussarbeit im Fach Philosophie, erhält jedoch sein Diplom erst nachträglich im Jahre 2008 zeitgleich mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Humboldt-Universität.

1960 lernt Biermann Hanns Eisler kennen, der ihn unterstützt und fördert. Er beginnt Gedichte und Lieder zu schreiben. Zunächst schreibt er Liebeslyrik, später dominieren Lieder und Gedichte mit politisch-kritischem Inhalt, zumeist in ironisch-satirischer Form vorgetragen. Somit gerät der überzeugte Kommunist zunehmend unter größere staatliche Kontrolle und Beobachtung. Das von ihm seit 1961 aufgebaute Berliner Arbeiter- und Studententheater (b.a.t.) wird noch vor seiner Premiere 1963 geschlossen. Einerseits erhält er in der DDR erstmalig Auftrittsverbot, andererseits werden ihm Gastspielreisen in die Bundesrepublik Deutschland genehmigt. Nach dem Erscheinen des Gedichtbandes „Die Drahtharfe” sowie seiner ersten Langspielplatte in der Bundesrepublik Deutschland 1965 verhängt die Partei- und Staatsführung ein absolutes Veröffentlichungs-, Auftritts- und Ausreiseverbot für den seit 1963 als freischaffenden Künstler tätigen Biermann. Auch Reisen zu Auftritten im Ausland werden ihm zumeist abgelehnt. In den anschließenden elf Jahren spielt Biermann im privaten Kreis vor Freunden und Gleichgesinnten. Die Mitschnitte dieser informellen Konzerte erscheinen in der Bundesrepublik Deutschland und werden in der DDR inoffiziell verbreitet. Trotz Berufsverbotes in der DDR erhält er im Ausland Literatur- und Schallplattenpreise.

Erst im September 1976 kann Biermann auf Einladung eines Gemeindepfarrers wieder öffentlich in einer Kirchenveranstaltung in Prenzlau auftreten. Einige Wochen später, im November 1976, wird ihm eine Konzertreise durch die Bundesrepublik Deutschland genehmigt. Nach dem Auftritt in Köln beschließt das Politbüro des Zentralkomitees der SED die Ausbürgerung Wolf Biermanns aus der DDR. In einer Petition protestieren führende Intellektuelle und Künstler der DDR gegen diesen Akt.

Seit der Ausbürgerung 1976 lebt Biermann in Hamburg. Die Jahre bis 1990 sind geprägt von Auftritten in den westeuropäischen Ländern. Unmittelbar nach dem Mauerfall 1989 gibt Biermann Konzerte in Leipzig und Berlin. In den folgenden Jahren erscheinen neue Langspielplatten und CDs sowie zahlreiche Publikationen. Für seine Leistungen wird Biermann vielfach ausgezeichnet und geehrt.

Im Bundesarchiv befinden sich in verschiedenen Beständen zahlreiche Unterlagen zu Wolf Biermann aus der Sicht der SED, des Staatsapparates oder der Massenorganisationen und auch in Nachlässen. Einige ausgewählte Beispiele sind hier zusammengestellt worden. Die Einsichtnahme in die Akten unterliegt den Regelungen des Bundesarchivgesetzes.

Aktenbestände mit Vorgängen und Dokumenten über Wolf Biermann im Bundesarchiv (Auswahl):

Abteilung Deutsche Demokratische Republik:

Bestandssignatur

Bestand

Findmittel

DC 20

Ministerrat der DDR

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DO 1

Ministerium des Innern

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DR 1

Ministerium für Kultur

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DR 2

Ministerium für Volksbildung

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DL 226

Bereich Kommerzielle Koordinierung

 

DX 3

Biographische Presseausschnittssammlung SBZ/DDR

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Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv (SAPMO):

Bestandssignatur

Bestand

Findmittel

DY 6

Nationalrat der Nationalen Front der DDR

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DY 24

Freie Deutsche Jugend (FDJ)

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DY 27

Kulturbund

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DY 30

Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)

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DY 34

Freier Deutscher Gewerkschaftsbund (FDGB)

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DY 46

IG Metall

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DY 55

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes

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DY 78

Verlag Tribüne

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SgY 20

Sachthematische Sammlungen:
Parteien, Organisationen, Bewegungen in der Wendezeit

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NY 4204

Nachlass Hans Rodenberg

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Text: Kerstin Risse, Ute Räuber
Fotos: Brigitte Fischer, Dr. Peter Vier