Das Bundesarchiv

Direkt zur Navigation Direkt zur Unternavigation Direkt zum Artikel

Navigation

Unternavigation

60 Jahre: "Berlin ist die Hauptstadt Deutschlands"

Bundespräsident Gerstenmaier unterrichtet Bundeskanzler Adenauer über den Parlamentsbeschluss vom 6. Februar 1957 (Seite 1 von 2).

Bundespräsident Gerstenmaier unterrichtet Bundeskanzler Adenauer über den Parlamentsbeschluss vom 6. Februar 1957 (Seite 1 von 2).

Quelle: BArch B 136/4669 fol. 256.

Neues Fenster: Großansicht des Bildes

Am 6. Februar 1957 stimmte der Deutsche Bundestag mit großer Mehrheit dem Antrag der Oppositionsfraktionen SPD, FDP und GB/BHE zu, Berlin offiziell zur Hauptstadt Deutschlands zu erklären. Bonn hingegen wurde nur als Regierungssitz und Übergangslösung bis zur Wiedervereinigung betrachtet - da viele Zeitgenossen jedoch nicht mehr von einer zeitnahen Realisierung der Deutschen Einheit ausgingen, kam die Hauptstadtdebatte erneut auf. Der Beschluss sah insbesondere vor, die Bundesverwaltung zunehmend und schrittweise in Berlin unterzubringen.

Adenauer äußerte sich gegen die Hauptstadtlösung, wie auch aus den Aktenbeständen im Bundesarchiv hervorgeht. Dem Abgeordneten Gerd Bucerius entgegnete er in dieser Thematik am 15. Oktober 1956: "Es ist unmöglich, dass eine Bundesregierung ihren Sitz nimmt in einer besetzten Stadt, die nur von Russen umgeben ist. Davon abgesehen ist es entscheidend, dass die Bundesregierung in ständigem Kontakt mit den 50 Millionen der Bundesrepublik bleibt. Bei der Verlegung nach Berlin würde dies wegfallen und dadurch würde auch für Berlin letzten Endes ein sehr grosser Schaden eintreten." (BArch B 136/4669 fol. 17).