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Gutachten zu den Wiederaufbaukosten des Berliner Stadtschlosses

Das Bundesarchiv übernimmt ein Gutachten aus dem Jahre 1950, das die damaligen Wiederaufbaukosten auf 32 Millionen DM beziffert.

Hanning Lindner übergibt das Gutachten an Petra Rauschenbach, Leiterin der Abteilung DDR des Bundesarchivs.

Hanning Lindner übergibt das Gutachten an Petra Rauschenbach, Leiterin der Abteilung DDR des Bundesarchivs.

Quelle: Bundesarchiv

Zu den prominenten Bauvorhaben in der Bundeshauptstadt Berlin gehört die Neuerrichtung des Berliner Stadtschlosses, das nach seiner Fertigstellung als Humboldtforum ein Kristallisationsort für Kultur und Wissenschaft sein soll. Vorher stand dort bis zu seinem Abriss der „Palast der Republik“ der ehemaligen DDR und davor wiederum das Mitte des 15. Jahrhunderts errichtete Berliner Schloss, welches am Ende des Zweiten Weltkrieges stark zerstört wurde. Seine noch intakten Reste wurden auf Geheiß Walter Ulbrichts, des damaligen Generalsekretärs des Zentralkomitees der SED, ab dem 7. September 1950 gesprengt, um einem zentralen Kundgebungsplatz zu weichen. Die Abrissarbeiten zogen sich unter Protesten aus der Bevölkerung bis zum Ende des Jahres 1950 hin.

In dieser Situation beauftragte das damalige Ministerium für Bauwesen der DDR - während der laufenden Abrissarbeiten - am 12. Oktober 1950 einen Architekten damit, ein Gutachten über die Wiederaufbaukosten zu erstellen. Möglicherweise ist das Ergebnis, die errechneten Kosten in Höhe von 32 Millionen DM, politisch nicht opportun gewesen, weshalb das Gutachten keine weitere Beachtung fand. Der Architekt vertraute es aber einer Bekannten in Ostberlin an, deren Schwester (Hildegard Lindner) die Ausarbeitung in seinem Auftrag 1973 nach Westberlin schmuggelte.

Über diesen Umweg gelangte das Gutachten an den heute bei München lebenden Hanning Lindner (Sohn von Hildegard Lindner), der es am 2. Dezember 2016 dem Bundesarchiv übergab, damit es fortan der Öffentlichkeit und der Forschung zur Verfügung steht. Der Hauptteil des Gutachtens ist über die nachfolgende Internetgalerie online zugänglich.