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Von Potsdam nach Samoa

Auf kolonialgeschichtlicher Entdeckungsreise mit Studierenden der Fachhochschule Potsdam

Dank einer Kooperation von Bundesarchiv, Fachhochschule Potsdam und Deutschem Historischem Museum erlebten Anfang April 2017 Studierende der Bachelor- und Master-Studiengänge Archiv eine intensive Blockwoche zum Thema „Quellen zur deutschen Kolonialgeschichte und ihre Vermittlung“.


Auftakt im DHM

Auftakt im DHM

Quelle: Niclas Esser (Foto)

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Den Auftakt bildete ein Besuch der Ausstellung „Deutscher Kolonialismus“ im Deutschen Historischen Museum, in der auch das Bundesarchiv mit Leihgaben vertreten ist. Herr Dr. Scriba, Projektleiter der Ausstellung, gab in seiner Führung Einblicke in die Entstehung der Ausstellung und erläuterte Präsentationsformen unterschiedlicher Quellenarten. Er wies darauf hin, dass die meisten Quellen europäische Sichtweisen wiedergeben, und lenkte die Aufmerksamkeit auf die Auswirkungen, die der Kolonialismus auf betroffene Länder und Menschen bis heute hat.


Besuch im Bundesarchiv

Besuch im Bundesarchiv

Quelle: S. Herrmann (Foto)

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Bei einem Tag im Bundesarchiv faszinierten Originalquellen zu afrikanischen und pazifischen Kolonien die Studierenden ebenso wie die konservatorischen Herausforderungen afrikanischer Archive, die Herr Dr. Barteleit, Abteilungsleiter für Archivtechnik und Bestandserhaltung, mit den Studierenden diskutierte. Eine Liegenschaftsführung, bei der Herr Benhaimi u.a. Literatur zu kolonialer Thematik präsentierte, rundete den Besuch ab.


FHP: Quellenkritik und Geschichtsdidaktik

FHP: Quellenkritik und Geschichtsdidaktik

Quelle: Michael Fischer (Foto)

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Die Beschäftigung mit Einzeldokumenten ziviler und militärischer Dienststellen sowie privater Herkunft stand im Mittelpunkt des nächsten Tages. Die Studierenden arbeiteten formale Merkmale der Quellen heraus, stellten ihren Inhalt vor und ordneten sie in den historischen Kontext ein. Dabei lernten sie die wichtigsten deutschen Kolonien sowie verschiedene Phasen deutscher Kolonialpolitik kennen. Frau Herrmann zeigte aktuelle Bezüge auf und leitete mit Texten, Bildern und Musik zur Vermittlung von Quellen über.


"Vermessen in Kamerun" - Szenische Darstellung von Archivgut

Quelle: S. Herrmann (Foto)

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Nach einer methodischen Einführung durch Frau Prof. Freund, Fachhochschule Potsdam, entwickelten die Studierenden Ideen zur szenischen Darstellung von Archivgut, die sie am nächsten Tag präsentierten. Die kleinen Aufführungen ermöglichten neben dem rationalen auch einen emotionalen Zugang zu Archivgut und machten neugierig, mehr über Samoa, Kamerun und die anderen deutschen Kolonien zu erfahren. Mit Unterrichtseinheiten und Übungen zu Quellenkritik und Geschichtsdidaktik schloss Frau Freund die Blockwoche ab.


Die Studierenden waren sich einig – diese Blockwoche hat sich gelohnt! Das Interesse an der Kolonialgeschichte war spürbar gestiegen, die Faszination am Umgang mit archivischen Quellen (neu) entfacht. Und möglicherweise werden einige Impulse einmal zu konkreten Projekten der historischen Bildungsarbeit.