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"Wir sind das Volk!" Neue Ausstellung in der Erinnerungsstätte des Bundesarchivs eröffnet

Der Staatsminister bei der Bundeskanzlerin Bernd Neumann, MdB, bei seiner Ansprache

Der Staatsminister bei der Bundeskanzlerin Bernd Neumann, MdB, bei seiner Ansprache

Quelle: Rainer Wollenschneider

Am 4. November 2009 wurde mit einem Festakt im Rastatter Schloss der neue Teil der Dauerausstellung der Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte eröffnet. Im Fokus der Ausstellung steht der Mauerfall vom 9. November 1989 als Konsequenz der sich mit zunehmender Intensität steigernden Freiheitsbewegungen seit 1949. Über 300 Gäste wohnten der feierlichen Eröffnungsveranstaltung bei.

Der alte und neue Staatsminister bei der Bundeskanzlerin Bernd Neumann, MdB, bezeichnete in seiner Ansprache die Friedliche Revolution von 1989/90 als das "erfolgreichste und glücklichste Kapitel der deutschen Demokratiegeschichte". Selbstbewusste Menschen in der DDR hätten sich durch ihr mutiges Aufbegehren gegen Unfreiheit und Bevormundung ein Leben in Freiheit und Demokratie erkämpft, noch dazu mit friedlichen Mitteln. "Welch ein Finale dieses Jahrhunderts, das geprägt ist von zwei Weltkriegen, der NS-Terrorherrschaft, dem Holocaust und der SED-Diktatur!", sagte Neumann. Der Kulturstaatsminister betonte, dass die Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit ein gesamtdeutsches Anliegen sein müsse und zeigte sich deshalb glücklich, dass das Bundesarchiv im deutschen Südwesten - weit entfernt zur Grenze der damaligen DDR - einen Ort der Aufarbeitung und Begegnung mit der Geschichte der SED-Diktatur geschaffen hat.


Blick in den Ahnensaal des Rastatter Schlosses während der Eröffnungsrede des Präsidenten des Bundesarchivs, Prof. Dr. Hartmut Weber

Blick in den Ahnensaal des Rastatter Schlosses während der Eröffnungsrede des Präsidenten des Bundesarchivs, Prof. Dr. Hartmut Weber

Quelle: Rainer Wollenschneider

Mit ihren Sprechchören "Wir sind das Volk" brachten 1989 die Menschen in Leipzig, Berlin und anderswo das DDR-Regime zum Wanken und bahnten damit dem Fall der Berliner Mauer und der Wiedervereinigung 1990 den Weg. Mit dem programmatischen Satz "Wir sind das Volk, das seine Freiheit fordert" hatten 140 Jahre zuvor mutige Rastatter Bürger und Soldaten den letzten Volksaufstand zur Durchsetzung der Frankfurter Reichsverfassung eingeleitet. Als das Bundesarchiv vor drei Jahren daran ging, "das Profil seiner Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte zu schärfen und sich im Kreis der Gedenkstätten und Erinnerungsorte ein Alleinstellungsmerkmal zu erarbeiten, lag es auf der Hand, von der zuletzt 1999 neu gestalteten Dauerausstellung zur Revolution von 1848/49 eine Brücke zur Friedlichen Revolution von 1989 zu schlagen", sagte der Präsident des Bundesarchivs in seiner Eröffnungsrede. Die Friedliche Revolution "gab schließlich eine Antwort auf die seit der Mitte des 19. Jahrhunderts offenen Fragen sowohl von Freiheit als auch von Einheit". Für die historischen Bildungsarbeit der Erinnerungsstätte, die sich vor allem auch als ein schulischer Lernort versteht, sei diese "Kombination von gleichartigen und ungleichzeitigen Ereignissen einmalig, anregend und erhellend".

Die Ausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten der Erinnerungsstätte zu sehen: von Sonntag bis Donnerstag 9:30 Uhr bis 17:00 Uhr und am Freitag von 9:30 Uhr bis 14:00 Uhr.

Der Eintritt ist kostenfrei, Führungen und die Betreuung von Schulklassen werden nach Absprache angeboten. Für Einzelbesucher stehen Audioguides zur Verfügung.

Kontakt

Dr. Monika Kaiser
Tel. 03018/7770-102
E-Mail: m.kaiser@bundesarchiv.de

Dr. Henning Pahl
Tel. 07222/77139-6
E-Mail: hh.pahl@bundesarchiv.de


Segment der Berliner Mauer im Eingangsbereich zur Ausstellung

Segment der Berliner Mauer im Eingangsbereich zur Ausstellung

Quelle: Bundesarchiv, Foto: Michael Stock

Rastatter Ausstellungsraum

Rastatter Ausstellungsraum

Quelle: Bundesarchiv, Foto: Markus Reck