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Fotos "für Bildung, Recherche und als Zeitenspiegel"

Bilder des Fotojournalisten Guenay Ulutuncok wurden an das Bundesarchiv übergeben.

Dr. Oliver Sander (Leiter des Referats B 6 im Bundesarchiv), Fotograf Guenay Ulutuncok, Dr. Michael Hollmann (Präsident des Bundesarchivs) während der Übergabe, 5. Februar 2015

Dr. Oliver Sander (Leiter des Referats B 6 im Bundesarchiv), Fotograf Guenay Ulutuncok, Dr. Michael Hollmann (Präsident des Bundesarchivs) während der Übergabe, 5. Februar 2015

Quelle: BArch, B 198 Bild-2015-0205-002 / Fotograf: Frank, Thomas

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"Für Bildung, Recherche und als Zeitenspiegel" sollten Guenay Ulutuncoks in 30-jähriger Tätigkeit als Fotojournalist entstandene Bilder in Zukunft zur Verfügung stehen. Deswegen bot der Fotograf im April 2010 erste Teile seines umfangreichen Fotoarchivs dem Bundesarchiv an. Da die Bilder zum Thema "Protest und Widerstand in der Bundesrepublik" eine hervorragende Ergänzung der Bildbestände des Bundesarchivs waren, hat das Bundesarchiv gerne 5.485 Fotos seines Werkes übernommen. Einen zweiten Teil seines "Nachlasses" von 1.760 Fotos hat der Fotograf am 5. Februar 2015 dem Bundesarchiv übergeben.

Guenay Ulutuncok wurde 1954 in Istanbul geboren. Nachdem er zunächst von 1975 bis 1981 in Köln Architektur studiert hatte, arbeitete er als freier Fotograf und war Ende 1981 einer der Mitbegründer der Fotografenagentur "laif" in Köln.

Schwerpunkte seiner Arbeit liegen auf Reportagen über politische und soziale Bewegungen und Konflikte, über kulturelle und ethnische Vielfalt, Krisen und Konflikten im Nahen Osten und in Afrika sowie über Natur und Biodiversität. Ulutuncok lebt und arbeitet in Köln.


Dr. Michael Hollmann (Präsident des Bundesarchivs) und der Fotograf Guenay Ulutuncok bei Unterzeichnung des Übergabevertrages, 5. Februar 2015

Dr. Michael Hollmann (Präsident des Bundesarchivs) und der Fotograf Guenay Ulutuncok bei Unterzeichnung des Übergabevertrages, 5. Februar 2015

Quelle: BArch, B 198 Bild-2015-0205-003 / Fotograf: Frank, Thomas

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Die im Bundesarchiv aufbewahrten und gesicherten Bilder Ulutuncoks geben einen breiten und vielschichtigen Einblick in die Aktivitäten der Protestbewegungen und Neuen Sozialen Bewegungen in den späten 1970er und den 1980er Jahren. Ein wichtiger Schwerpunkt des Bestandes sind Aufnahmen von Demonstrationen und Aktionen der Friedensbewegung. Zahlreiche Bilder dokumentieren die großen Kundgebungen gegen den NATO-Doppelbeschluss im Bonner Hofgarten wie auch kleinere Aktionen des zivilen Ungehorsams, etwa die Blockade des Heeresamtes in Köln oder des Bundeswirtschaftsministeriums in Bonn im Oktober 1983. Darüber hinaus sind auch die Anti-Atomkraft-Bewegung – vor allem die Großdemonstration gegen den Bau des Atomkraftwerkes in Brokdorf 1981 – und die Bürgerbewegung gegen den Bau der Startbahn West am Frankfurter Flughafen 1981/82 sowie Demonstrationen der Frauenbewegung für die Abschaffung des § 218 prominent im Bestand vertreten. Einen weiteren Schwerpunkt machen Bilder über Aktionen der Lesben- und Schwulenbewegung aus.

Im jetzt übergebenen zweiten "Nachlass-Teil" finden sich u.a. Fotoserien aus der DDR und zu Bundeswehr- und NATO-Manövern. Die Fotos sind im Bundesarchiv in Koblenz einsehbar. Ein kleiner Teil findet sich bereits im Digitalen Bildarchiv.


Stipendien und Auszeichnungen (Auswahl)

Guenay Ulutuncok, 5. Februar 2015

Guenay Ulutuncok, 5. Februar 2015

Quelle: BArch, B 198 Bild-2015-0205-001 / Fotograf: Frank, Thomas

1993
Auszeichnung beim UNESCO/ACCU World Photo Contest in Tokio

1997
Landessieger Fujifilm Euro Press Photo Award, Kategorie Features

1998
Gesamtsieger Photojournalist des Jahres in Deutschland des Fujifilm Euro Press Photo Awards

2003
Stipendium der VG Bild-Kunst für die Fotodokumentation  „Der tropische Regenwald und seine Bewohner in Afrika“

2009
Stipendium der VG-Bild-Kunst für die Fotodokumentation „Deutsch-Türken – 50 Jahre türkische Gastarbeiter in Deutschland“


Veröffentlichungen (Auswahl)

  • G. Ulutuncok u.a.: Angola, München 1992.
  • G. Ulutuncok u.a. (Hg.): Ez Kurdim - Ich bin eine Kurdin. Aufstand der kurdischen Frauen, München 1993.
  • G. Ulutuncok, Michael Walter: Afrikas Kinder. Die Opfer von Politik, Gewalt und Gleichgültigkeit, Wuppertal 1994.
  • G. Ulutuncok u.a. (Hg.): Ruanda - 10 Jahre seit dem Genozid, Köln 2004.
  • G. Ulutuncok, Arnd Kolb (Hg.): Drei Generationen, Köln 2012.

Kontakt

Dr. Oliver Sander
Telefon: 0261/505-382
E-Mail: bild@bundesarchiv.de