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Bundesarchiv präsentiert digitalisierte Unterlagen aus der Frühzeit des Bundesnachrichtendienstes

Bereits 30.000 Seiten stehen über die Rechercheanwendung "invenio" online zur Verfügung. Erkunden Sie die politische Lage des Nahen Ostens in den 1950er und 1960er Jahren! Informieren Sie sich über die Ausbreitung des Kommunismus in Asien – oder stöbern Sie in den Meldungen zu den sowjetischen Truppen in der DDR!

Im Herbst 2012 vereinbarten Bundesnachrichtendienst (BND) und Bundesarchiv die Übergabe von Digitalisaten zuvor mikroverfilmter Dokumente zur Frühgeschichte des BND und der Vorgängereinrichtung "Organisation Gehlen" an das Bundesarchiv.

Die originalen Dokumente waren zwischen den 1950er und 1970er Jahren beim BND durch das Nachrichtendienstliche Zentralarchiv auf Mikrofilm aufgenommen und danach vernichtet worden. So wäre im Krisenfall eine raschere Evakuierung oder sogar endgültige Vernichtung der Informationen aus den Akten möglich gewesen.

Die insgesamt ca. 2.900 Mikrofilme wurden zwischen 2009 bis 2011 im Archiv des BND digitalisiert und werden jetzt sukzessive an das Bundesarchiv abgegeben, das sie für die Benutzung zugänglich macht. Von rund fünf Millionen vom Mikrofilm entstandenen Digitalisaten hat das Bundesarchiv bisher etwa 400.000 erhalten. Sie werden im Digitalen Magazin des Bundesarchivs gespeichert, archivisch erschlossen und über die Rechercheanwendung "invenio" online präsentiert. Die ersten 30.000 Aufnahmen sind bereits veröffentlicht; weitere werden in Kürze folgen.

Damit sind jetzt Unterlagen des BND aus den frühen Jahren seiner Aufklärungstätigkeit in zahlreichen Ländern ohne Zugangsbeschränkung bequem über das Internet einsehbar: Meldungen aus aller Welt zu politischen, militärischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ereignissen, die von den Geheimdienstlern in den 1950er und 1960er Jahren zusammengetragen und ausgewertet worden waren.


BND-Unterlagen im Bundesarchiv

Anbindung der Halbinsel Krim an die Ukraine, Frühjahr 1954

Anbindung der Halbinsel Krim an die Ukraine, Frühjahr 1954

Quelle: BArch B 206/3345, Dig. 0293

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Erst nach der Wiedervereinigung und der strategischen Neuausrichtung gab der BND erstmals Unterlagen an das Bundesarchiv ab. Sie bezogen sich vor allem auf die DDR. Grundsätzlich werden dem Bundesarchiv vom BND nur vollständig offengelegte, das heißt nicht mehr geheime Unterlagen, zur dauerhaften Archivierung angeboten. Die Unterlagen dürfen keine aus nachrichtendienstlicher Sicht schützenswerten Informationen mehr enthalten. Hierzu gehören zum Beispiel Angaben, die eine Identifizierung von Quellen oder Mitarbeitern des BND ermöglichen könnten.

Nach der Offenlegung durch den BND und der Abgabe an das Bundesarchiv können die Unterlagen hier nach Ablauf aller Schutzfristen eingesehen werden. So werden der Schutz nachrichtendienstlicher Belange und das berechtigte Interesse der Öffentlichkeit an der Erforschung der Geschichte des BND in Einklang gebracht.


Archivische Bearbeitung und Nutzung der Digitalisate

Im Jahr 2011 hatte der BND im Jahr 2011 eine Unabhängige Historikerkommission (UHK), einberufen. Sie hat den Auftrag, die Geschichte des BND und seiner Vorläuferorganisationen sowie den Umgang mit der NS-Vergangenheit zu erforschen. Über die digitalisierten Mikrofilme hatten die Forscher der UHK als Erste Zugang zu diesem bedeutenden Teil der frühen Überlieferung des BND.

Die Aufnahmequalität der Mikrofilme ist unterschiedlich und nicht immer gut. Deshalb können auch die Digitalisate nicht in allen Fällen heutigen Qualitätsansprüchen genügen. Manche Abbildungen sind gestochen scharf, andere nur schwer lesbar, manche sind unleserlich. Oft schwankt die Aufnahmequalität innerhalb eines Vorgangs von Bild zu Bild. Hinzu kommen Mehrfachaufnahmen ein und desselben Dokumentes, zerknitterte und gestauchte Vorlagen, Überlappungen sowie seitenverkehrte Aufnahmen. Darüber hinaus wurden die Akten oftmals auch in unterschiedlicher chronologischer Reihenfolge verfilmt: Mal wurde mit dem jüngsten Dokument, mal mit dem ältesten begonnen. Auch verschiedene Vorgänge innerhalb einer Akte sind zum Teil durchmischt.

Da die Vorlagen seinerzeit vernichtet wurden, können all diese Mängel nur noch bedingt korrigiert werden. Nach Möglichkeit werden die Digitalisate über eine händische Ordnung zu logischen Vorgängen formiert. Daran schließt sich die Erfassung zentraler Inhalte und Laufzeiten an. Schlussendlich wird eine mit Wasserzeichen versehene Version der Unterlagen in der rekonstruierten Ordnung online gestellt.

Abrufbar sind die Digitalisate über das Recherchewerkzeug "invenio" auf der Internetseite des Bundesarchivs:


Kontakt

Hartmut Obkircher
Tel. 0261 505 405
b4@bundesarchiv.de


Absetzen von Agenten an der polnischen Ostseeküste mittels Schnellboot und Gasballon, inklusive Zeichnung (rechts), Mitte 1953

Absetzen von Agenten an der polnischen Ostseeküste mittels Schnellboot und Gasballon, inklusive Zeichnung (rechts), Mitte 1953

Quelle: BArch B 206/3022, Dig.1031, 1008

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