Aus Anlass der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz laden Bundesarchiv und Freundschaftskreis Koblenz-Petah Tikva zu einem Vortrag von Jochanan Shelliem ein.
Jochanan Shelliem wurde in Haifa geboren. Nach dem Studium in Frankfurt am Main unternahm er Forschungsreisen nach Lateinamerika. Seit 1978 arbeitet er als Hörfunk-Journalist. Für den Hessischen Rundfunk produzierte er 1985 die fünfteilige Feature-Reihe „Heimat Exil“ und 1999 ein Hörspiel über die jüdische Mafia in New York. Er porträtierte u.a. Joseph Brodsky (1993), Salman Rushdie (1994), Simon Wiesenthal (1998). Weitere Themen seiner Radioreportagen waren Moskau (1990), Hongkong (1997) und Nahost (2002).
Aus der Befragung der 359 Zeugen, die im Prozess gegen Aufseher und Angehörige der Lagerverwaltung des Vernichtungslagers Auschwitz in Frankfurt gehört wurden, und den Aussagen der Angeklagten entwickelte Jochanan Shelliem eine einstündige Tondokumentation, für die er 2006 mit dem Deutschen Hörbuchpreis geehrt wurde. Die Jury sah in dem Feature „Weinen Sie nicht, die gehen nur baden“, das inzwischen als Hörbuch erschienen ist, eine „Geschichtsunterweisung, wie sie authentischer nicht stattfinden kann.“ Für seine letzte Produktion wertete Shelliem Mitschnitte der u.a. auch im Bundesarchiv aufbewahrten Gespräche von Adolf Eichmann mit Willem Sassen 1957 in Buenos Aires aus, denen er nicht veröffentlichte Aufnahmen von Eichmanns Polizeiverhören in Israel gegenüberstellte. Das besondere Verdienst dieser Arbeit ist es, durch den Vergleich die der jeweiligen Situation perfekt angepasste Selbstdarstellung Eichmanns sichtbar zu machen.
Der Vortrag findet am 24. Januar um 18.00 Uhr statt im
Bundesarchiv
Film- und Vortragssaal
Potsdamer Str. 1
56075 Koblenz (Karthause)
Der Eintritt ist frei.
Kontakt: Gisela Müller, Tel. 0261/505 221
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Das Bundesarchiv | Artikeldatum: 23.01.2012 15:10