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Der Deutsche Herbst 1977 aus heutiger Sicht

Vortrag
Rastatt
21.11.2017, 19:00 Uhr
- 21.11.2017

Bundesarchiv und Förderverein der Erinnerungsstätte laden ein zum Vortrag von Klaus Pflieger, Leiter der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart a. D. Anschließend wird die Ausstellung "Offensive 77" Linksterrorismus der Roten Armee Fraktion und politische Reaktionen eröffnet. Der Eintritt ist frei!

Nach Studium, Referendariat und Staatsexamen war Klaus Pflieger ab 1975 als Haft-, Zivil- und Strafrichter beim Amtsgericht Stuttgart und dann als Staatsanwalt tätig. Er gehörte zu dem Ermittlungsteam, das die Todesnacht in Stammheim vom 18. Oktober 1977 untersuchte. 1980 ging Pflieger als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. 1985 wechselte er als Leiter des Referats Strafverfahrensrecht ins Justizministerium Baden-Württemberg. Zwei Jahre später kehrte er als Planbeamter nach Karlsruhe zurück. 1995 wurde ihm die Leitung der Staatsanwaltschaft Stuttgart übertragen. Von Juli 2001 bis zu seiner Pensionierung 2013 war er württembergischer Generalstaatsanwalt. Im vergangenen Jahr hat er seine Autobiographie mit dem Titel „Gegen den Terror - Erinnerungen eines Staatsanwalts″ veröffentlicht.

1977 halten linksterroristische Attentate Öffentlichkeit und Politik in Atem: Am 7. April wird Generalbundesanwalt Siegfried Buback ermordet, am 31. Juli der Vorstandssprecher der Dresdner Bank Jürgen Ponto. Die „Offensive 77″ der Roten Armee Fraktion hat begonnen. Hinweise auf geplante Anschläge waren im November des Vorjahres bei der Verhaftung von Siegfried Haag sichergestellt worden. Wen genau die RAF ins Visier genommen hatte, ging daraus allerdings nicht hervor. Alle Aktionen dienen einem vorrangigen Ziel: Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Jan-Carl Raspe u.a. inhaftierte RAF-Mitglieder zu befreien. Mit der Entführung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer und der Lufthansamaschine Landshut erreicht die Terrorwelle im Deutschen Herbst ihren Höhepunkt. In Akten aus dem Bundeskanzleramt, dem Innenministerium oder der Bundesanwaltschaft spiegeln sich die dramatischen Ereignisse jener sechs Wochen höchster Anspannung wider.

Im Anschluss an die Veranstaltung lädt der Förderverein zu einem Umtrunk ein.

Der Eintritt ist frei! Um Anmeldung wird gebeten unter erinnerung@bundesarchiv.de oder Tel.: 07222 77139-0.

Die Ausstellung kann bis März 2018 zu den regulären Öffnungszeiten der Erinnerungsstätte kostenfrei besichtigt werden.