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Unterlagen der Abteilung Personenbezogene Auskünfte zum Ersten und Zweiten Weltkrieg (ehemals WASt)

Die Deutsche Dienststelle (WASt) wurde zum 1. Januar 2019 ins Bundesarchiv (Abteilung PA) überführt. Hier geben wir einen Überblick über Geschichte, Bestände und Aufgaben der Abteilung.

18.12.2019

Übernahme und Bewertung

Benutzung

Geschichte der Wehrmachtauskunftstelle für Kriegerverluste und Kriegsgefangene / Deutsche Dienststelle

Kriegsgefangenenunterlagen der ehemaligen Deutschen Dienststelle (WASt), 2011

Nach Artikel 77 der Genfer Konvention vom 27. Juli 1929 sind bei Beginn der Feindseligkeiten „von jeder kriegführenden Macht sowie von den neutralen Mächten, die Kriegsteilnehmer bei sich aufgenommen haben, amtliche Auskunftsstellen über die auf ihrem Gebiet befindlichen Kriegsgefangenen zu errichten“. Des Weiteren bestimmt Artikel 79, dass eine „Zentralauskunftstelle über die Kriegsgefangenen (…) auf neutralem Gebiet einzurichten“ ist, deren Aufgabe es ist, „alle die Gefangenen betreffenden Nachrichten, die sie auf amtlichen oder privaten Wegen erhalten kann, zu sammeln und so schnell wie möglich dem Heimatstaat der Gefangenen oder der Macht, der sie Dienste geleistet haben, zuzustellen.“ Während des Zweiten Weltkrieges übernahm das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mit Sitz in Genf die Aufgabe dieser Zentralauskunftstelle, welche die Bezeichnung Agence Centrale des Prisonniers de Guerre (ACPG) trug.

Bereits am 26. August 1939 war in Berlin eine nationale amtliche Auskunftstelle mit der Bezeichnung Wehrmachtauskunftstelle für Kriegerverluste und Kriegsgefangene (WASt) eingerichtet worden, deren Aufgabe es war, die in Artikel 77 der Genfer Konvention festgelegten Verpflichtungen zu erfüllen. Sie wurde im August 1943 zu großen Teilen nach Thüringen verlegt und teils in Saalfeld, teils in Meiningen untergebracht.

Nach der Besetzung Thüringens arbeitete die WASt ab dem 12. April 1945 unter der Aufsicht der amerikanischen Militär-Kontrollkommission und wurde am 1. Juli 1945, unmittelbar vor der Übergabe Thüringens an sowjetische Truppen, nach Fürstenhagen bei Kassel verlegt. Ende Januar 1946 kehrte sie nach Berlin zurück und nahm ihre Tätigkeit unter amerikanischer Aufsicht wieder auf. Ihr neuer Namen Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht war eine wörtliche Übersetzung der amerikanischen Bezeichnung.

Am 14. Juni 1946 wurde sie der Aufsicht der Délégation Française du Comité Quadripartite d'Étude de Renseignements mit dem Auftrag unterstellt, die aus den internationalen Verpflichtungen entstehenden Aufgaben und Arbeiten weiter fortzuführen. Im Jahre 1951 bezog sie, nach verschiedenen Zwischenunterkünften, den Standort Berlin-Reinickendorf.