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Unterlagen der Abteilung Personenbezogene Auskünfte zum Ersten und Zweiten Weltkrieg (ehemals WASt)

Die Deutsche Dienststelle (WASt) wurde zum 1. Januar 2019 ins Bundesarchiv (Abteilung PA) überführt. Hier geben wir einen Überblick über Geschichte, Bestände und Aufgaben der Abteilung.

18.12.2019

Übernahme und Bewertung

Benutzung

Archivbestände der Abteilung PA

Personalunterlagen der Wehrmacht

Die von der Deutschen Dienststelle in das Bundesarchiv übernommenen Bestände haben einen Umfang von ca. 75.000 lfm. Es handelt sich dabei fast ausschließlich um personenbezogene Unterlagen, vor allem um Meldungen, die Listen enthalten oder in umfangreichen Karteien erfasst worden sind.

Zentrale Personenkartei

Kernbestand für die Auskunftserteilung der Abteilung PA sind die in der WASt bzw. Deutschen Dienststelle gesammelten ca. 150 Millionen Verlustmeldungen einschließlich Vermisstmeldungen militärischer Einheiten und Sanitätsformationen sowie die ca. 100 Millionen namentlichen Veränderungsmeldungen in den Erkennungsmarken­verzeichnissen aus den Jahren 1939 bis 1945. Bereits während des Krieges wurde zu jeder Einzelmeldung eine Karteikarte für die Zentrale Personenkartei (Z-Kartei) angelegt, die heute Angaben zu mehr als 18,5 Millionen Angehörigen der ehemaligen deutschen Wehrmacht und anderer militärähnlicher Verbände enthält.

Gräberkartei

Nachdem die Gräberkartei der WASt nach Kriegsende als verschollen galt, erstellte die Deutsche Dienststelle anhand der vorliegenden Informationen eine sog. Ersatzgräberkartei, die inzwischen auf ca. 4,5 Millionen Karten angewachsen ist. Allerdings wurde im Zuge des Vereinigungsprozesses im Jahre 1990 die ursprüngliche Gräberkartei in der Außenstelle Dornburg des Zentralen Staatsarchivs der DDR aufgefunden und der Deutschen Dienststelle übergeben.

Unterlagen über Kriegsgefangene

Nach Kriegsende wurden Unterlagen, welche die WASt über Kriegsgefangene in deutschem Gewahrsam geführt hatte, beschlagnahmt und den jeweiligen Herkunftsländern der Kriegsgefangenen übergeben.

Ab 1950 erhielt die Deutsche Dienststelle ihrerseits von den westlichen Siegermächten, d.h. aus Großbritannien, Frankreich, Belgien und den USA, Unterlagen über deutsche Kriegsgefangene und Internierte. Dabei handelte es sich überwiegend um Personalblätter, Karteien und Dossiers mit insgesamt ca. 15 Millionen Meldungen. Unterlagen über deutsche Kriegsgefangene und Internierte in sowjetischem Gewahrsam wurden der Deutschen Dienststelle hingegen nicht übergeben. Überliefert sind jedoch ca. 945.000 Karteikarten der Heimkehrerlager Waldschänke, Hof-Moschendorf, Tuttlingen, Frankfurt/Oder-Gronenfelde und Pirna/Sachsen.

Unterlagen zu Angehörigen der Marine

In den Jahren 1949 und 1950 erhielt die Deutsche Dienststelle Marinepersonalakten, deren Laufzeit vereinzelt bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beginnt. Sie werden durch die Marinestammrollenkartei und die Erkennungsmarken­kartei der dienstverpflichteten Handelsseeleute und weitere Personalunterlagen ergänzt.

Zuwächse seit 2005

Bei Auflösung der Zentralnachweisstelle des Bundesarchivs in Aachen-Kornelimünster wurde ein Teil der dortigen Bestände der Deutschen Dienststelle übergeben. Dabei handelte es sich vor allem um eine Sammlung von ca. 4.000.000 Personalunterlagen, namentlich sog. Wehrstammbücher von Unteroffizieren und Mannschaften.

Als weitere Zuwächse erhielt die Deutsche Dienststelle zwischen 2009 und 2017 sukzessive mehr als 10 Millionen personenbezogenen Einzelmeldungen (u.a. Krankenblätter und Gesundheitsbücher) sowie die Kranken- und Lazarettbücher v.a. des Ersten und Zweiten Weltkriegs aus dem Krankenbuchlager Berlin, das seinerseits die Bestände der Krankenbuchlager in Kassel und München im Jahre 1964 übernommen hatte.