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Ein weiterer, wichtiger Fortschritt für das Themenportal Wiedergut­machung

Parallel zum Aufbau des Themenportals Wiedergutmachung wird nun auch mit der Digitalisierung von Akten der Wiedergutmachung begonnen. Eine langfristige Kooperation mit dem Bundesarchiv bringt das wichtige BMF-Projekt jetzt weiter voran.

24.09.2021

Öffentlichkeitsarbeit

Erschließung

Digitalisierung

BMF-Unterabteilungsleiterin Eva Maria Meyer und Prof. Dr. Michael Hollmann, Präsident des Bundesarchivs, bei der Unterzeichung der Vereinbarung zwischen dem Bundesarchiv und dem Bundesministerium der Finanzen in Koblenz am 10. September 2021

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) und das Bundesarchiv haben eine weitere Vereinbarung abgeschlossen, die die intensivierte Erschließung und umfassende Digitalisierung von Wiedergutmachungsakten im Bestand des Bundesarchivs ermöglichen soll. Diese Bestände werden von zentraler Bedeutung für das Themenportal Wiedergutmachung sein.

BMF-Unterabteilungsleiterin Eva-Maria Meyer und Prof. Dr. Michael Hollmann, Präsident des Bundesarchivs, legten mit ihren Unterschriften den Grundstein für eine umfangreiche und langjährige Projektkooperation zwischen dem Bundesarchiv und dem Bundesministerium der Finanzen. In den kommenden Jahren wird das Bundesarchiv auf dieser vertraglichen Basis in die Lage versetzt, das in seinem Bestand lagernde Archivgut des Bundes zur Wiedergutmachung und Entschädigung nationalsozialistischen Unrechts unterschiedlicher Provenienz detailliert zu beschreiben und in großem Umfang zu digitalisieren. Die Informationen über die Akten, und perspektivisch auch die digitalisierten Inhalte, sollen in dem im Aufbau befindlichen Themenportal Wiedergutmachung online bereitgestellt werden. Im Projektverlauf sollen auch die Möglichkeiten einer auf Künstlicher Intelligenz basierten Erfassung der Akten genutzt werden, um späteren Nutzerinnen und Nutzern noch gezieltere Rechercheoptionen anbieten zu können. Zu den beim Bundesarchiv aufbewahrten Unterlagen gehören unter anderem Akten aus dem Bestand des Bundesministeriums für Finanzen, des Bundesministeriums des Innern, der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" und bedeutende Nachlässe.

"Das ist ein guter Tag für unser gemeinsames Vorhaben, mit einem Themenportal einen internationalen, digitalen Zugang zu den Akten der Wiedergutmachung zu schaffen und damit eine wichtige Zukunftsaufgabe der Wiedergutmachung weiter voranzubringen", so Eva- Maria Meyer. "Das Bundesarchiv ist ja nicht nur einer unserer Partner, um dieses Portal aufzubauen. Es hat überdies in seinem Bestand wichtige Unterlagen, die den politischen Rahmen der facettenreichen Regelungen der Wiedergutmachung von Bund und Ländern abbilden. Wir werden zügig weitere Vereinbarungen mit Archiven in Deutschland treffen, um so nach und nach die anspruchsvolle Aufarbeitung dieser vielfältigen Akten für das Themenportal voranzutreiben."

Prof. Dr. Hollmann hebt hervor: "Es ist sehr zu begrüßen, dass die Digitalisierung und Zugänglichmachung bedeutender Unterlagen zur deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts durch das Vorhaben des BMF einen weiteren Schub erhält. Das Vorhaben des Bundesarchivs, in den nächsten Jahren die zentralen archivischen Quellen zur NS-Zeit zu digitalisieren und online zu stellen, erfährt durch die Möglichkeit der beschleunigten Digitalisierung und gründlichen Erschließung von Quellen zur Wiedergutmachung eine wertvolle Ergänzung."

Bereits im April dieses Jahres hatten das BMF und das Bundesarchiv eine Kooperationsvereinbarung zum Aufbau des Themenportals Wiedergutmachung im Rahmen des Archivportal-D abgeschlossen. In enger Zusammenarbeit mit weiteren Partnern wie dem Landesarchiv Baden-Württemberg, der Deutschen Digitalen Bibliothek, dem Leibniz Institut FIZ Karlsruhe und der Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Archivverwaltungen des Bundes und der Länder wird ein vereinfachter digitaler Zugang zu den auf zahlreiche Institutionen verteilten Unterlagen zu Wiedergutmachung und Entschädigung von NS-Unrecht geschaffen werden. Davon können sowohl die Familien der Verfolgten als auch Forschung und Wissenschaft profitieren. Die Akten der Wiedergutmachung sind zudem für Bildungsprojekte von Interesse und können die Bekämpfung von Holocaust-Leugnung und verfälschung unterstützen.

Schon seit 2018 werden durch das BMF in intensivem Austausch mit den zuständigen Ländern, anderen Ressorts der Bundesregierung, Archiven in und außerhalb Deutschlands, Historikerinnen und Historikern sowie nationalen und internationalen Institutionen wie den Arolsen Archives, dem United States Holocaust Memorial Museum in Washington D.C., der israelischen Gedenk- und Forschungsstätte Yad Vashem, der Conference on Jewish Material Claims Against Germany (JCC) und vielen mehr Anforderungen und Möglichkeiten des langfristigen Projekts erörtert. Mit zahlreichen vom BMF koordinierten Fachgesprächen und Workshops wird der Aufbau des Themenportals Wiedergutmachung weiter begleitet.