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Briefe ohne Unterschrift. DDR-Geschichte(n) auf BBC Radio

Wanderausstellung des Museums für Kommunikation, Berlin

Kalender 13.09.2021 – 30.03.2022

Standort Koblenz

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“Schreiben Sie uns, wo immer Sie sind, was immer Sie auf dem Herzen haben." Mit diesen Worten begann die BBC-Radiosendung "Briefe ohne Unterschrift", die sich von 1949 bis 1974 in deutscher Sprache insbesondere an Hörerinnen und Hörer in der DDR richtet.

25 Jahre lang, regelmäßig jeden Freitagabend, werden Briefe vorgelesen und kommentiert, die ungeschönte und direkte Einblicke in den Alltag der Menschen in der DDR geben. Briefe, die von Sorgen, von Nöten, von Mangelwirtschaft berichten und Meinungen zum politischen System wiedergeben.

Darüber entsteht ein kommunikativer Austausch zwischen Austin Harrison und seinem Redaktionsteam mit den Verfasserinnen und Verfassern der Briefe aus der DDR. Da nicht nur DDR-kritische, sondern auch der DDR gegenüber positive Briefe vorgelesen werden, entfachen sich regelrechte Ferndebatten zwischen den Schreibenden, die unterschiedliche Positionen zur Politik der DDR vertreten.

Das Ministerium für Staatssicherheit stuft das Radioformat als Hetzsendung des Westens ein. Die Menschen, die Briefe schreiben oder die Sendung hören, gehen ein hohes Risiko ein, denn vom Ministerium für Staatssicherheit wird nach deren Identität gefahndet. Viele von ihnen werden verhaftet und in einigen Fällen zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt.

Rund 40.000 "vergessene" Briefe hat die Schriftstellerin Susanne Schädlich bei Recherchen in einem BBC-Archiv wiederentdeckt und in ihrem Buch „Briefe ohne Unterschrift. Wie eine BBC-Sendung die DDR herausforderte“ verarbeitet. Anstoß für das Museum für Kommunikation in Berlin, daraus eine Ausstellung zu machen, auch mit einschlägigen Quellen aus den Beständen des Stasi-Unterlagen-Archivs im Bundesarchiv.

Die Ausstellung erzählt Geschichten, die mit den Briefen verknüpft sind: Die persönlichen Schicksale der Briefeschreibenden, die der Sendungsverantwortlichen, die des Rundfunks in der Nachkriegszeit, und darüber hinaus die Wechselwirkungen zwischen Sendung und Gesellschaft. Nach der Präsentation in Berlin und Frankfurt am Main ist das Bundesarchiv in Koblenz bereits die dritte Station dieser Ausstellung.

Wir laden Sie zu einem anregenden Austellungsbesuch ein! Führungen werden nach vorheriger Absprache gerne angeboten.

Ausstellungsort: Bundesarchiv, Potsdamer Straße 1, 56075 Koblenz
Montag bis Freitag von 9.00 - 18.00 Uhr

Der Eintritt ist frei. Beim Besuch der Ausstellung gelten die aktuellen Verordnungen in der Corona-Pandemie. Wir bitten Sie, Ihren Mund-Nase-Schutz während des Ausstellungsbesuches zu tragen. Bitte melden Sie sich bei Ihrem Besuch zunächst an der Pforte an.