2.29.6 (sch1p): 6. [Haller-Armee]

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[113]6. [Haller-Armee]

Reichsminister Graf Rantzau teilte die soeben eingegangene telefonische Nachricht aus Spa mit, daß Marschall Foch bereits wegen des Ausbleibens der Antwort auf die Note betreffend Landung polnischer Truppen in Danzig vorstellig geworden sei8 und angekündigt habe, daß er über die Angelegenheit persönlich mit einem deutschen Bevollmächtigten zu verhandeln gedenke. Die deutschen Vertreter in Spa, von Hammerstein und v. Lersner, hätten Bedenken gegen die vom Kabinett beschlossene Antwort geäußert und ihrerseits einen Entwurf aufgestellt, der die Landung in Danzig ablehne, dafür aber die Landung in Stettin, Königsberg und Libau anbiete. Der Entwurf wurde verlesen9. Das Kabinett war darüber einig, daß es nicht möglich sei, die Landung in Danzig rundweg abzulehnen. Reichsminister Erzberger wurde beauftragt, die sofortige Überreichung der vom Kabinett beschlossenen und bereits in Spa befindlichen Note zu veranlassen.

Der Ministerpräsident teilte mit, daß sämtliche Parteiführer die Note genehmigt hätten und daß sie bereits in der Presse veröffentlicht werde.

Reichsminister David und Gothein äußerten Bedenken, die Landung in Stettin für annehmbarer als die in Danzig zu behandeln.

Kriegsminister Reinhardt zog die Landung in Stettin vor; wenn auch von da der Weg mehr in die posensche Gegend führe, so falle doch die Gefahr von Zwischenfällen und Kämpfen beim Durchzug fort.

Reichsminister Erzberger teilte mit, daß auf Grund der Rücksprache mit den Parteiführern Stettin auch in die vom Kabinett beschlossene Note noch aufgenommen sei10.

Fußnoten

8

Siehe Dok. Nr. 24, P. 1.

9

Der Entwurf der Wako ist in den Akten der Rkei und des AA nicht zu ermitteln; er unterscheidet sich von dem ersten Entwurf Erzbergers (s. Dok. Nr. 24, Anm. 2) darin, daß er als weiteren möglichen Landungsort für die Hallerarmee Stettin erwähnt.

10
 

Die Antwortnote der dt. Reg. vom 28.3.1919 auf die Note des Gen. Nudant vom 26.3.1919 unterschied sich, abgesehen von einigen Straffungen des Textes, nicht von dem Entwurf Erzbergers, der dem RKab. am 27.3.1919 vorgelegen hatte (s. Dok. Nr. 24, P. 1). Lediglich in der Auswahl der möglichen Landungsorte für die Hallerarmee bestand ein substantieller Unterschied; wurden in dem ersten Erzbergerschen Entwurf die Häfen Königsberg, Pillau und Libau angeboten, so war in dem endgültigen Notentext von Stettin, Königsberg, Memel und Libau die Rede. Die Möglichkeit einer Landung in Danzig wurde vollkommen abgelehnt (Waffenstillstand, II, S. 346 f.).

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