2.8 (sch1p): Nr. 7 Tagesordnung der Kabinettssitzung vom 7. März 1919, 10 Uhr, Weimar, Schloß

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[27] Nr. 7
Tagesordnung der Kabinettssitzung vom 7. März 1919, 10 Uhr, Weimar, Schloß

PA, AA Weimar, V. 11 Durchschrift1

1

Siehe Dok. Nr. 3, Anm. 2.

Verhandlungen in Posen2 und Spa3

2

Die Abtrennung der Waffenstillstandsverhandlungen in Posen von denen in Spa gingen von den Bestimmungen der 3. Verlängerung des Waffenstillstandes aus, in denen eine poln.-dt. Demarkationslinie festgelegt worden war (s. Waffenstillstand, I, S. 260 f.). Am 22.2.1919 stellte daher RM Erzberger an den Chef der interall. Kommission in Warschau, den frz. Gen. Dupont, das Ersuchen um eine Verhandlungsaufnahme über Maßnahmen zur Durchführung dieser Bestimmungen. „In dem Schreiben wurden zunächst die in Betracht kommenden wichtigen Fragen zur Unterbreitung an die interall. Kommission in Warschau behandelt; ferner wurde vorgeschlagen, baldmöglichst eine Unterkommission der interall. Kommission in Warschau zu bilden, die zusammen mit Vertretern der dt. OHL und des poln. Oberkommandos die genaue Bestimmung der Demarkationslinie in den einzelnen Frontabschnitten auszuführen hätte.“ (Waffenstillstand, III, S. 127). Einer chronologischen Übersicht über den Verlauf der Verhandlungen über die dt.-poln. Demarkationslinie im Nachl. Groener  zufolge wurde die Zusammensetzung der dt. Delegation mehrfach geändert; zum endgültigen Vorsitzenden wurde der ehemalige Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, Frhr. v. Rechenberg, ernannt, dem als Vertreter der pr. Reg. der ehemalige PrIM Drews und als Vertreter der OHL Gen. Dommes beigegeben wurden (BA-MA, N 46/130). Bis zum 4.3.1919 verhandelten die Kommissionen über die Verfahrensfragen in Berlin, wobei nach der Groenerschen Aufzeichnung Gen. Dupont „in den meisten Punkten Verständnis und Entgegenkommen“ zeigte (ebd.). Als Verhandlungsort wurde Bromberg festgelegt; am 5.3.1919 reiste die Kommission dorthin ab. „Die Verhandlungen kommen sofort in ein völlig anderes Fahrwasser. Der frz. Vorsitzende, Botschafter Noulens, verlangt als Verhandlungsort Posen, wohin die interall. Kommission sofort abreist. Ferner vertritt die Kommission den Standpunkt, daß ein anderer Landungsort als Danzig für die Haller’schen Truppen gar nicht in Frage kommt [s. Dok. Nr. 24, P. 1]“ (ebd.). Trotz des Protestes der dt. Kommission folgte sie der interall. Kommission nach Posen, wo die Verhandlungen wiederaufgenommen wurden, und „bei denen die Entente maßlose Forderungen in bezug auf Ausführungsbestimmungen und zur Festsetzung der Demarkationslinie stellt. Unsere dt. Unterhändler werden unwürdig behandelt (Bewachung durch Gendarme, Überwachung des Telefon- und Fernschreibverkehrs. Zwischenfall Hentig [s. Dok. Nr. 14b, P. 2]). Infolge schlechter Verbindung wird diese Tatsache erst am 8. 3. über Wako bekannt.“ (ebd.).

3

Siehe Dok. Nr. 8, Anm. 4.

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