4.36 (k1950k): Dokument Nr. 36

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Titelblatt: Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung 1950Portrait Walter StraußPortrait Hans LukaschekSchreiben Adenauers zur Entlassung von Heinemann.Portrait: Robert Lehr

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Text

Dokument Nr. 36

18. September 1950

Aufzeichnung 1 des Bundeskanzlers über eine Unterredung mit dem Bundesminister des Innern am 11. Sept. 1950

1

Druckvorlage: Unterschriebene Ausfertigung in NL Adenauer/III 115. Handschriftlicher Vermerk: „Vertraulich". - Gedruckt in Rhöndorfer Ausgabe S. 278 f.

Vermerk

Am 11. September habe ich eine Aussprache mit Herrn Bundesminister Heinemann gehabt. Im Verlaufe dieser Aussprache übergab mir Herr Minister Heinemann die beiliegende Niederschrift 2, die seine Gedanken wiedergibt. Ich habe ihm vergeblich klarzumachen versucht, daß er sich bezüglich der Memoranden irre und daß ich erklärt hätte, in der auf Donnerstag, den 31. 8. festgesetzten Kabinettssitzung wollte ich Anträge an die westalliierten Regierungen für die New Yorker Konferenz vorlegen, daß es sich aber dabei nicht gehandelt habe um das Memorandum bezüglich der Sicherheitsfrage 3.

2

Siehe Dokument Nr. 26.

3

Siehe Dokument Nr. 13.

Ich habe ihn dann weiter gefragt, ob Herr Kirchenpräsident Niemöller ihn in seiner kirchlichen Eigenschaft oder als Privatmann besucht habe. Er sagte mir, er sei mit Niemöller sehr befreundet. Niemöller habe ihn als Privatmann besucht, ebenso Präses Held und Probst Gröler 4 aus Essen. Dies seien auch seine persönlichen Freunde, mit denen er die Angelegenheit besprochen hätte. Er erläuterte dann sein Exposé, auf das ich nicht eingegangen bin, mit folgenden Ausführungen: Gott habe uns zweimal die Waffen aus der Hand genommen. Wir dürften sie nicht ein drittes Mal in die Hand nehmen. Wir müßten Geduld haben und warten. In einem Jahr oder 1½ Jahren würden wir dann die Früchte dieses geduldigen Abwartens ernten.

4

Ein Probst Gröler aus Essen war nicht zu ermitteln. Präses Held wohnte in Essen. Nach Rhöndorfer Ausgabe (S. 548) ist der Berliner Probst Grüber gemeint. - Dr. Heinrich Grüber (1891-1975). ab 1934 Pfarrer in Berlin, ab 1937 Leiter einer kirchlichen Hilfsstelle für rassisch Verfolgte, 1940-1943 in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau, ab 1945 Probst in Berlin, 1949-1958 Bevollmächtigter der Evangelischen Kirche in Deutschland bei der Regierung der DDR. - Heinrich Grüber, Erinnerungen aus sieben Jahrzehnten. Köln, Berlin 1968.

Er erklärte noch weiter, daß er einverstanden damit sein würde, wenn sein Verbleiben durch organisatorische Änderungen ermöglicht würde, etwa dadurch, daß die Bundespolizei-Sachen aus seinem Ministerium herausgenommen und einer anderen Stelle unterstellt würden. Ich habe ihm darauf nichts erwidert. Ich habe ihm gesagt, wir müßten jetzt zunächst die Ergebnisse der New Yorker Konferenzen 5 abwarten, dann käme ich auf die Angelegenheit zurück 6.

5

Vgl. dazu Dokument A Anmerkung 64 und Dokument Nr. 47.

6

Vgl. dazu die Dokumente Nr. 28 und 53.

Adenauer

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