4.66 (k1950k): Dokument Nr. 66

Zum Text. Zur Fußnote (erste von 4). Zu den Funktionen. Zum Navigationsmenü. Zum Navigationsbaum

 

Bandbilder:

Titelblatt: Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung 1950Portrait Walter StraußPortrait Hans LukaschekSchreiben Adenauers zur Entlassung von Heinemann.Portrait: Robert Lehr

Extras:

 

Text

Dokument Nr. 66

9. Oktober 1950

Der Bundeskanzler an den Bundesminister des Innern 1

1

Druckvorlage: Unterschriebene Ausfertigung, zwei Seiten, in NL Heinemann/33. Briefkopf: „Bundesrepublik Deutschland Der Bundeskanzler". Mit handschriftlicher Notiz Heinemanns: „17.45 [Uhr]". Paraphierte Durchschrift mit Empfangsbestätigung in NL Adenauer/III 115. - Gedruckt in Rhöndorfer Ausgabe S. 289 und bei Weymar S. 548, Faksimile in Kabinettsprotokolle Bd. 2 Abbildung 4.

Sehr geehrter Herr Heinemann!

Die heutige Besprechung 2 mit Ihnen und der Inhalt Ihrer schriftlichen Erklärung 3, die Sie mir bei dieser Besprechung übergeben haben, haben in mir die Überzeugung vertieft, daß unsere Auffassungen von den politischen Gegebenheiten und der politischen Lage des deutschen Volkes so weit auseinandergehen, daß eine fruchtbringende Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß Sie sich trotz besten Willens nicht zu der Klarheit des Urteils und daher auch nicht zu der Entschlußkraft haben durchringen können, die ein Bundesminister, zumal ein Bundesminister des Innern, in der gegenwärtigen gefahrvollen Lage besitzen muß. Ich sehe mich daher angesichts der Verantwortung, die ich vor dem deutschen Volke trage, zu meinem Bedauern gezwungen, dem Herrn Bundespräsidenten auf Grund Ihres Rücktrittsgesuches 4 die Entlassung aus Ihrem Ministeramt vorzuschlagen.

2

Siehe Dokument Nr. 65.

3

Siehe Dokument Nr. 64.

4

Siehe Dokument Nr. 22.

Mein Entschluß ist mir im Hinblick auf die Arbeit, die wir in dem vergangenen schweren Jahr gemeinsam geleistet haben, nicht leicht gefallen. Ich verfehle nicht, Ihnen für Ihre Mitarbeit meinen verbindlichsten Dank auszusprechen und darf der Hoffnung Ausdruck geben, daß die hinter uns liegende Arbeit uns auch in Zukunft verbinden wird.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Adenauer

Extras (Fußzeile):