2.1.8 (k1956k): A. Beisetzung Joseph Wirths

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[A. Beisetzung Joseph Wirths]

Außerhalb der Tagesordnung erörtert das Kabinett sodann eingehend die Frage, ob und was seitens der Bundesregierung aus Anlaß des Todes des früheren Reichskanzlers Wirth 23 zu veranlassen sei. Dabei kommt u.a. das Verhalten des früheren Reichskanzlers Wirth während des Krieges und nach dem Kriege, seine Tätigkeit im Bund der Deutschen und seine mit Hoegner 24 und Braun 25 gemeinsam verfaßte Denkschrift 26 sowie die Verleihung des Stalinpreises an ihn zur Sprache. Es werden auch die Rückwirkungen auf die Öffentlichkeit im In- und Ausland erörtert. Der Vizekanzler schlägt vor, Staatssekretär Dr. Globke möge dem Bundeskanzler über die von dem Kabinett angestellten Überlegungen Vortrag halten. Die Entschlüsse des Bundeskanzlers sollten mit dem Bundespräsidialamt und den Regierungen der Länder Bayern und Baden-Württemberg abgestimmt werden 27.

23

Dr. phil. Joseph Wirth (1879-1956). 1913-1921 Mitglied des Badischen Landtags (Zentrum), 1914-1933 MdR, 1918-1920 Badischer Finanzminister, 1920-1921 Reichsminister der Finanzen, 1921-1922 Reichskanzler, zeitweise zugleich Außenminister, 1929-1930 Reichsminister für die besetzten Gebiete, 1930-1931 Reichsminister des Innern, 1933 Emigration (Österreich, Frankreich, Schweiz); 1948 Rückkehr nach Deutschland (Freiburg/BR.), 1953 zusammen mit Wilhelm Elfes Vorsitzender des Bundes der Deutschen für Einheit, Frieden und Freiheit, 1955 Verleihung des Stalin-Friedenspreises.

24

Dr. iur. Wilhelm Hoegner (1887-1980). 1920-1933 Staatsanwalt und Richter, 1924-1932 Mitglied des Bayerischen Landtags (SPD), 1930-1933 MdR, 1933 Emigration (Österreich, Schweiz); 1945-1946 Bayerischer Ministerpräsident, 1946-1947 Bayerischer Justizminister, 1950-1954 Bayerischer Innenminister, 1954-1957 Bayerischer Ministerpräsident. - V.: Der schwierige Außenseiter. Erinnerungen eines Abgeordneten, Emigranten und Ministerpräsidenten. München 1965.

25

Otto Braun (1872-1955). Seit 1913 Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses bzw. Landtags (SPD), 1919-1920 Abgeordneter in der Nationalversammlung, 1920-1933 MdR, 1918-1921 Preußischer Minister für Landwirtschaft, 1920-1932 (mit Unterbrechungen 1921 und 1925) Preußischer Ministerpräsident, 1933 Emigration in die Schweiz.

26

Joseph Wirth, Otto Braun, Wilhelm Hoegner, Jakob Kindt-Kiefer, Heinrich Ritzel (Hrsg.): Das Demokratische Deutschland. Grundsätze und Richtlinien für den deutschen Wiederaufbau im demokratischen, republikanischen, föderalistischen und genossenschaftlichen Sinne. Bern, Leipzig 1945.

27

Die Regierung Baden-Württembergs ließ bei der Beerdigung Wirths am 6. Jan. 1956 in Freiburg einen Kranz niederlegen (FAZ vom 7. Jan. 1956).

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