2.21.3 (k1956k): B. Tag der deutschen Einheit

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[B. Tag der deutschen Einheit]

Der Bundesminister des Innern spricht sodann über die Gestaltung der offiziellen Feier des 17. Juni in diesem Jahr 14. Vor allem sei die Frage wichtig, wer die Hauptansprache halten solle. In den früheren Jahren hätten der Bundespräsident 15 sowie die Professoren Böhm 16 und Ritter 17 gesprochen. Solle man diese akademische Linie fortsetzen oder dieses Jahr lieber einen politischen Sprecher wählen? U.a. sei der Name des Präsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses, Brandt 18, genannt worden. Nachdem noch einige andere Namen aus der Mitte des Kabinetts genannt worden sind, schlägt der Vizekanzler vor, das Problem nach genauer Überlegung demnächst erneut zu behandeln 19.

14

Der 17. Juni war durch das Gesetz vom 4. Aug. 1953 (BGBl. I 778) zum gesetzlichen Feiertag erklärt worden. - Unterlagen zur Gestaltung der offiziellen Feier 1956 in B 106/104125.

15

Theodor Heuss hatte am 20. Juni 1953 in einer Gedenkstunde im BT gesprochen.

16

Prof. Dr. iur. Franz Böhm (1895-1977). 1925-1933 Reichswirtschaftsministerium, seit 1933 Lehrtätigkeit an den Universitäten in Freiburg i.BR. und seit 1937 in Jena, 1938 Entziehung der Lehrbefugnis aus politischen Gründen; 1945-1946 hessischer Kultusminister, 1946-1962 ordentlicher Professor für Bürgerliches, Handels- und Wirtschaftsrecht an der Universität Frankfurt/M., 1952 Leiter der deutschen Delegation bei den Wiedergutmachungsverhandlungen mit Israel, 1953-1965 MdB (CDU). - Böhm hatte 1954 die Ansprache im BT gehalten.

17

Prof. Dr. phil. Gerhard Ritter (1888-1967). 1921-1924 Privatdozent für neuere Geschichte in Heidelberg, 1924 ordentlicher Professor in Hamburg, 1925-1956 in Freiburg i.Br., 1944-1945 im Zusammenhang mit dem 20. Juli 1944 (Widerstandsgruppe um Carl Goerdeler) in Haft und Verfahren vor dem Volksgerichtshof. - Ritter hatte 1955 im BT zum Tag der deutschen Einheit gesprochen.

18

Willy Brandt (1913-1992). Mitglied der sozialistischen Jugendbewegung, 1931 Übertritt von der SPD zur SAP, 1933 Flucht über Dänemark nach Norwegen, 1940 während der Besetzung Norwegens vorübergehend in deutscher Gefangenschaft, Flucht nach Schweden, 1945 Korrespondent für skandinavische Zeitungen in Deutschland, 1947 Presseattaché an der norwegischen Vertretung (Militärmission) beim Alliierten Kontrollrat in Berlin, 1948 Vertretung des SPD-Vorstandes in Berlin und bei den alliierten Kontrollbehörden, Wiedereinbürgerung, 1949-1957, 1961 und 1969-1992 MdB (SPD), 1950-1956 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, 1955-1956 dessen Präsident, 1957-1966 Regierender Bürgermeister von Berlin, 1964-1987 Vorsitzender der SPD, 1966-1969 Bundesaußenminister, 1969-1974 Bundeskanzler, 1976-1992 Vorsitzender der Sozialistischen Internationale. - V.: Erinnerungen. Frankfurt/M. 1989.

19

Fortgang 132. Sitzung am 2. Mai 1956 TOP E.

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