2.53.2 (k1956k): B. Besprechung mit Unterstaatssekretär Murphy

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[B.] Besprechung mit Unterstaatssekretär Murphy

Der Bundeskanzler berichtet über seine Besprechung am 2. Oktober mit Unterstaatssekretär Murphy 7.

7

Robert D. Murphy (1894-1978). 1921 Vizekonsul in Zürich, 1921-1924 in München, 1925 Konsul in Sevilla, 1930-1940 in Paris (1936 Erster Botschaftssekretär, 1939 Botschaftsrat), 1940 Geschäftsträger in Vichy, 1941 Generalkonsul und persönlicher Vertreter Roosevelts in Französisch-Nordafrika, 1943-1944 Bevollmächtigter der USA in Algerien und US-Mitglied des Alliierten Rats für Italien, 1944-1949 Politischer Berater der US-Militärregierung in Deutschland, 1949-1952 Botschafter in Brüssel, 1952-1953 in Tokio, 1954-1959 Unterstaatssekretär für politische Angelegenheiten im State Department, 1958 Sonderbotschafter Präsident Eisenhowers im Nahen Osten. - V.: Diplomat unter Kriegern. Berlin 1965.

Murphy habe den konkreten Auftrag gehabt, die Unstimmigkeiten zwischen den USA und der Bundesregierung zu beseitigen. Das Gespräch habe 2 ½ Stunden gedauert und sei meist unter vier Augen geführt worden. Er habe den Gesamteindruck, daß in den USA z.Zt. viele Dinge nicht koordiniert seien. Murphy habe ihm ausdrücklich versichert, daß Eisenhower keinen Maßnahmen zustimmen werde, die deutsche oder europäische Interessen beeinträchtigen könnten 8.

8

Vgl. 145. Sitzung am 26. Juli 1956 TOP A. - Gesprächsthemen waren Rüstungsfragen, Stationierungskosten und der Prozeß der europäischen Einigung. Dabei verneinte Murphy jegliche Abrüstungsabsichten der USA, während Adenauer auf die innenpolitischen Schwierigkeiten einging, die die angeblichen Pläne einer Reduzierung der amerikanischen Truppen in Deutschland zur Durchsetzung der zwölfmonatigen Wehrdienstzeit bereiteten (Aufzeichnung in AA B 32 (Ref. 301) Bd. 17). - Am 3. Okt. 1956 nahm Murphy an der Grundsteinlegung der von der Benjanim-Franklin-Stiftung geförderten Kongreßhalle in Berlin teil. Während seines Deutschlandaufenthaltes betonte er wiederholt vor der Öffentlichkeit, daß es keine Pläne eines amerikanischen Truppenabzuges aus Deutschland gäbe (Aufzeichnungen in AA B 32 Bd. 31).

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