2.69.1 (k1956k): A. Feierlichkeiten aus Anlaß der Rückkehr des Saarlandes zu Deutschland

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[A.] Feierlichkeiten aus Anlaß der Rückkehr des Saarlandes zu Deutschland

Zu der Frage der Feierlichkeiten aus Anlaß der Rückkehr des Saarlandes zu Deutschland berichtet der Bundeskanzler, daß der saarländische Ministerpräsident Ney ursprünglich vorgeschlagen habe, am 1. Januar 1957 eine kleine Feier in dem Theatergebäude in Saarbrücken abzuhalten, an der auch der Bundeskanzler teilnehmen solle. Es sei ferner geplant gewesen, daß der Bundespräsident dem Saarland seinen ersten Besuch am 16. Januar 1957 abstatte. Dieses Programm sei offenbar jetzt umgestoßen worden. Wie er gehört habe, solle am 1. Januar 1957 eine große Feier in Saarbrücken stattfinden, zu der der Bundespräsident, die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Bundesländer eingeladen werden sollten.

Nach ausführlicher Diskussion hält das Kabinett eine Rückkehr zu dem ursprünglichen Programm für zweckmäßig 1.

1

Vgl. 156. Sitzung am 11. Okt. 1956 TOP 1. - Unterlagen in B 136/933 und AA B 17 Bd. 48. - Seebohm notierte dazu u.a. „[...] völlig falsch. Wir können kein Riesenfreudenfest jetzt feiern; außenpolitische Lage, Lage gegenüber Frankreich. - Brentano warnt dringend vor spektakulären Feiern aller Art wie vor 1935; scharfer psychologischer Schock auf Frankreich, Gefährdung der Annahme der Verträge in der Kammer. So zurückhaltend wie möglich; wenn es geht: späterer Termin. - Kaiser: falls Ratifizierung erfolgt ist und Eingliederungsgesetz in Kraft: dann am 1. 1. Feiern in ganz Deutschland. Vorschlag: Staatsakt in Bonn in Anwesenheit Bundespräsident mit Ansprachen Adenauer und Ney. - Erhard: will nächste Woche an die Saar gehen zu wirtschaftlichen Besprechung[en]. - Blücher: für kleine Feierstunde am Sitz der Bundesregierung; zu Saarveranstaltung muß Vertreter geschickt werden. Gefahr mangelnder Beteiligung an einem Staatsakt am 1. 1. in Bonn. - Lemmer: Sorge, was Schneider am 1./I. an der Saar veranstaltet; das kann zur Brüskierung der Bundesregierung führen." (Nachlaß Seebohm N 1178/9a). - Heuss hatte Adenauer am 3. Dez. 1956 eine Aufzeichnung „Zur Feier der Rückgliederung des Saarlandes" zugesandt, in der er berichtete, der saarländische Vertreter in Bonn habe Klaiber über die geänderten Pläne der Saarregierung informiert. Der Bundespräsident erklärte, er habe nicht die Absicht, über sich „verfügen" zu lassen in einem Verfahren, das er „menschlich für rücksichtslos und politisch für täppisch" halte. Der „Massenaufmarsch bundesrepublikanischer politischer 'Prominenz'" sei „eine falsche Geste, die durchaus Nazi-Stil" habe und „durchaus als 'Besitzergreifung'" wirke (Schreiben von Heuss an Adenauer in Heuss-Adenauer, Vaterlande, S. 228; Aufzeichnung ebenda S. 228 f. und in B 136/933). Heuss sah seine Aufzeichnung als „intensives politisches Eingreifen" an, für das man „im Kabinett und Bundesrat sehr dankbar" gewesen sei. Er habe den Plan, den die „Saar-Großen und einige Bonner Dummköpfe" entwickelt hätten, „zerschlagen" und „vor allem seine Mitteilung verhindert" (Heuss, Tagebuchbriefe, S. 222). - Der Bundespräsident besuchte das Saarland am 26./27. Jan. 1957 (ebenda S. 239 f., Text der Ansprache in Bulletin vom 30. Jan. 1957, S. 169-171). - Fortgang 164. Sitzung am 19. Dez. 1956 TOP F.

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