2.17.3 (k1953k): C. Verfahren gegen Naumann u.s.w.

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[C.] Verfahren gegen Naumann u.s.w.

Der Bundeskanzler unterrichtet das Kabinett davon, daß das Verfahren gegen die auf Veranlassung des Britischen Hohen Kommissars verhafteten Personen des Naumann-Kreises nunmehr in die Hände der deutschen Behörden gelegt worden sei 8. Das sei als ein nicht unwesentlicher Erfolg zu betrachten. In der Sache selbst sei nach seiner Kenntnis insbesondere Naumann stärker belastet 9, als es nach Pressenachrichten vielfach angenommen werde 10.

8

Vgl. 282. Sitzung am 13. März 1953 TOP C. - Kirkpatrick hatte mit Schreiben vom 17. März der Bitte Adenauers vom 13. März 1953 entsprochen (beide Schreiben publiziert als Mitteilung des BPA Nr. 314/53 vom 26. März 1953). - Antrag des Oberbundesanwaltes auf Haftbefehl vom 28. März 1953 in B 136/1760 und NL Dehler/833.

9

Die Belastung Naumanns schien sich vor allem aus beschlagnahmten Unterlagen zu ergeben. Zum Beispiel hatte Naumann in einer Tagebucheintragung über ein Gespräch mit Ernst Achenbach im Jahre 1950 u. a. notiert: „... Daß Adenauer im Augenblick nicht die schlechteste Lösung für uns ist, findet meine Zustimmung. Ein Volk in dieser Lage braucht Strohmänner [andere Lesart: Stresemänner]. Um den N[ational] s[ozialismus] einen Einfluß zu ermöglichen sollen sie in die FDP eintreten, sie unterwandern. Mit nur 200 Mitgliedern können wir den ganzen Landesvorstand erben ..." (NL Dehler/815).

10

Vgl. dazu den Leitartikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 19. Febr. 1953 („Verdächtigungen ohne Beweise"), die ausführlichen Notizen von dieser Kabinettssitzung in Lenz S. 600 f. und Pressekonferenz Adenauers vom 31. März 1953 in B 145 I/28. - Fortgang 295. Sitzung am 29. Mai 1953 TOP 1.

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