2.28.11 (k1973k): D. Währungssituation

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[D.] Währungssituation

(11.15 Uhr)

St Pöhl berichtet über das Treffen der Zentralbankgouverneure in Basel am vergangenen Wochenende und über den gemeinsamen Beschluß, den USA zur Unterstützung des Dollar verzinsliche Swapkredite bis zur Höhe von 18 Milliarden Dollar einzuräumen. 22 Er weist darauf hin, daß diese Ankündigung in Verbindung mit der Interventionsbereitschaft der USA bereits zu einer Erholung der Dollar-Kurse geführt hat, und drückt die Erwartung aus, daß sich die Liquiditätszuflüsse infolge tatsächlicher Interventionen in Grenzen halten werden.

22

Siehe Sondersitzung am 29. Juni 1973 TOP 1. - Der Kurs des US-Dollars war gegenüber den Währungen des europäischen Floatingblocks nach der D-Mark-Aufwertung am 29. Juni 1973 weiter gesunken und hatte am 6. Juli 1973 seinen bis dahin niedrigsten Stand (1 US-Dollar = 2,22 DM) erreicht. Dies entsprach im Vergleich zum März 1973 einer de-facto-Abwertung von rund 21%. Die Zentralbankgouverneure des erweiterten Zehnerclubs erklärten nach ihrer Sondersitzung am 8. Juli 1973 mit der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in einem Kommuniqué ihre Bereitschaft zur Stützung des US-Dollar und bekräftigten ihre am 16. März 1973 in Paris gegebenen Zusagen, wonach die beteiligten Zentralbanken den US-Währungsbehörden im erforderlichen Fall kurzfristige Kredite für Wechselkursinvestitionen einräumen würden. Vgl. die Vermerke des AA vom 2. und 10. Juli 1973 in AA, Zwischenarchiv, Bd. 109321, den deutschen Wortlaut der Kommuniqués vom 16. März 1973 und 8. Juli 1973 in AdG 1973, S. 17736 und 18026, weitere Unterlagen in B 136/7358.

St Schlecht unterstreicht die stabilitätspolitischen Risiken der Interventionspolitik und befaßt sich mit den Folgen der starken DM-Aufwertungen für den deutschen Export. In der Aussprache, an der sich auch BM Ertl beteiligt, werden die unterschiedlichen währungs- und stabilitätspolitischen Gesichtspunkte bei einer möglichen Umkehr der Zins- und Kreditpolitik erörtert. Auf Frage von BM Leber bestätigt St Pöhl, daß die Chancen für eine Einbeziehung Italiens in den europäischen Währungsblock seit März des Jahres noch ungünstiger geworden sind 23.

23

Im Protokollentwurf folgt: „und die Gefahr wächst, daß sich das Land aus der EG insgesamt ausschließt" (B 136/36191).

Das Kabinett nimmt Kenntnis. 24

24

Nach der Spaltung des italienischen Devisenmarktes am 22. Jan. 1973 in einen Markt für Handels-Lira und einen Markt für Kapital-Lira hatte die italienische Regierung am 13. Febr. 1973 zum Schutz ihrer Wirtschaft und zur Vermeidung von Spekulationen beschlossen, auf die Handels-Lira die gleiche Kursfreigabe anzuwenden, wie sie bereits für die Kapital-Lira in Kraft war, d. h. frei zu floaten. Nach den EG-Rats-Beschlüssen vom März 1973 erklärte sie ihre grundsätzliche Bereitschaft, sich in die EG-Währungsschlange einzufügen, wenn es die wirtschaftliche Lage erlaube. Vgl. die Erklärungen des italienischen Finanzministers Giovanni Malagodi vom 13. Febr. 1973 und des Rats der Europäischen Gemeinschaften vom 12. März 1973 in Europa-Archiv 1973, D 163 f. und D 177. - Zur Jahresversammlung des IWF und der Weltbank Fortgang 32. Sitzung am 19. Sept. 1973 TOP 5.

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