2.12.2 (k1956k): 2. Das Bild eines künftigen Krieges, BMVtg

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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2. Das Bild eines künftigen Krieges, BMVtg

Generalleutnant Heusinger hält einen Vortrag über die Vorstellungen, die man sich auf Grund der Erfahrungen in früheren Kriegen und auf Grund der NATO-Annahme von einem etwaigen künftigen Kriege zu machen habe 27.

27

Vgl. dazu auch 90. Sitzung am 11. Juli 1955 TOP A (Kabinettsprotokolle, Bd. 8, S. 410-417). - Heusinger sprach über die „operative Planung im Atomkrieg". Er ging davon aus, daß aufgrund der Entwicklung der Atomwaffen nicht nur die Soldaten, sondern die „Völker im Ganzen der Gefahr der Vernichtung ausgesetzt" seien und daß ein „Krieg nur noch mit allen Kräften eines Volkes zu führen" sei. Er schilderte die militärische Konzeption der NATO und die Folgen eines Atomschlags. Ziel müsse es sein, die erste Phase eines solchen Krieges zu überleben, um in der 2. Phase schlagen zu können. Notwendig dafür sei „Erhalt der Regierungsfunktion, des militärischen Führungsapparates, der Streitkräfte, der Substanz des Volkes, der Wirtschaft". Voraussetzungen seien, neben der militärischen Vorbereitung, zivile Notstandsmaßnahmen. Die Bundesrepublik sei ein „geschlossenes Operationsgebiet", in dem „es keine Trennung zwischen Front und Heimat" gebe. Ein Krieg könne nur durch die Stärke des Westens, d.h. durch Abschreckung verhindert werden. (Text des Vortrags in BW 2/982). - Siehe auch die Mitschrift Seebohms in Nachlaß Seebohm N 1178/8e.

Der Bundeskanzler erklärt, man müsse aus diesem Vortrag die Folgerung ziehen, daß eine Neutralisierungspolitik den Untergang Deutschlands bedeute. Er regt an, Generalleutnant Heusinger solle seinen Vortrag vor einem kleinen Kreis führender Politiker des Bundestages und auch vor den Ministerpräsidenten der Länder, die er für Anfang März einladen wolle, wiederholen. Er hält es für erforderlich, sich bis zur nächsten Kabinettssitzung Gedanken darüber zu machen, welche Konsequenzen im Hinblick auf die großen Aufgaben zu ziehen seien, die auf dem zivilen Sektor der Verteidigungsmaßnahmen auf die Bundesregierung zukämen. Der Bundeskanzler führt einige Beispiele für die amerikanischen und russischen Anstrengungen auf dem Gebiete der zivilen Notstandsplanung an. Er sieht in der beschleunigten Verabschiedung der Wehrgesetzgebung einen wirksamen Schutz Deutschlands. Der Bundesminister für Verteidigung berichtet, daß sich besonders in jüngster Zeit zahlreiche befähigte Freiwillige zu den Streitkräften gemeldet hätten. Jede weitere Verzögerung einer Verabschiedung des Soldatengesetzes koste die Streitkräfte monatlich 20 bis 30 000 Soldaten.

Außerhalb der Tagesordnung

[Es folgt TOP B dieser Sitzung.]

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