2.48.8 (k1959k): G. Flagge der gesamtdeutschen olympischen Mannschaft

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 12. 1959»Westliche Gipfelkonferenz« in ParisKarikaturenband »Wer hätte das von uns gedacht«Schreiben Eisenhowers an Heuss vom 28. August 1959Portrait Ludger Westrick

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[G.] Flagge der gesamtdeutschen olympischen Mannschaft

Der Bundeskanzler kommt auf die Frage der Flagge der gesamtdeutschen olympischen Mannschaft zu sprechen und bittet in diesem Zusammenhang, Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Kabinetts nicht nach außen in Erscheinung treten zu lassen 24. Die Haltung der verantwortlichen deutschen Sportkreise in dieser Angelegenheit sei politisch sehr bedauerlich 25. Der Bundesminister für Wohnungsbau regt an, die Mißbilligung der Bundesregierung in der Öffentlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Hierzu bemerkt der Bundespressechef, daß er bereits eine Erklärung dieses Inhalts abgegeben habe 26. Das Kabinett sieht vorerst von einer weiteren offiziellen Erklärung zu diesem Problem ab.

24

Siehe Sondersitzung am 30. Nov. 1959 TOP A (Ministerbesprechung).

25

In einer Entschließung hatte die Mitgliederversammlung des NOK der Bundesrepublik am 6. Dez. 1959 in Hannover die Entscheidung des IOC zugunsten der schwarz-rot-goldenen Fahne mit den olympischen Ringen akzeptiert. Daume und von Halt hatten Adenauer die Entschließung am gleichen Tag in einem Telegramm mitgeteilt. Telegramm in B 136/3008, weitere Unterlagen in B 106/1962.

26

Von Eckardt hatte am 7. Dez. 1959 vor der Presse erklärt, die Bundesregierung nehme die Entscheidung der Sportverbände zur gesamtdeutschen Olympiafahne zwar hin, billige sie aber nicht. Bei Olympischen Spielen trete jedoch nicht die Bundesregierung, sondern der deutsche Sport auf. Vgl. „Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 8. Dez. 1959, S. 1.

Staatssekretär Thedieck berichtet über sein Gespräch, das er am Vorabend in der Sendung des Fernsehens „Unter uns gesagt" mit Herrn Daume und einigen Journalisten geführt habe. Aus einer Bemerkung Daumes nach diesem Gespräch habe er entnommen, daß in Kreisen des Sports mit einem weiteren Nachgeben der Bundesregierung gerechnet werde, falls künftig die Zonenflagge bei Sportveranstaltungen in der Bundesrepublik gezeigt werden sollte 27. Der Bundesminister des Innern sieht eine gewisse Gefahr gegeben, wenn Bundesminister im Rundfunk oder Fernsehen über politische Fragen diskutieren, da sie stets in der Minderheit seien; er selbst sei daher nur bereit, an rein fachlichen Erörterungen im Rundfunk oder Fernsehen teilzunehmen 28.

27

In der Entschließung vom 6. Dez. 1959 hatten die Sportverbände erklärt, dass bei Sportveranstaltungen in der Bundesrepublik die DDR-Flagge nicht gehisst werde, und dass man bei in der Bundesrepublik stattfindenden Welt- und Europameisterschaften sich vorbehalte, auf deren Durchführung zu verzichten, falls die internationalen Verbände kein Verständnis für die besondere deutsche Lage aufbringen würden. Vgl. das Telegramm Daumes und von Halts an Adenauer vom 6. Dez. 1959 in B 136/3008, Unterlagen zur Flaggenfrage bei nachfolgenden sportlichen Veranstaltungen in B 106/1962 und AA B 12, Bd. 83 sowie AA B 82, Bd. 876.

28

Die Verhandlungsdelegationen der NOK der Bundesrepublik und der DDR einigten sich am 12. Dez. 1959 auf die Farben Schwarz-Rot-Gold mit den fünf olympischen Ringen als Flagge und Emblem der gesamtdeutschen Mannschaft für die Olympischen Spiele 1960 in Squaw Valley und Rom (vgl. den Bericht über die Pressekonferenz am 12. Dez. 1959 in DzD IV 3, S. 697). Bei Siegerehrungen für deutsche Sportler wurde, wie bereits 1956, Beethovens „Hymne an die Freude" intoniert.

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