2.36.1 (k1956k): A. Erörterung der wirtschaftlichen Lage mit Mitgliedern des DGB-Vorstands

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[A. Erörterung der wirtschaftlichen Lage mit Mitgliedern des DGB-Vorstands]

Vor Eintritt in die Tagesordnung berichtet der Bundeskanzler über die Besprechung 1 mit den Vorstandsmitgliedern des Deutschen Gewerkschaftsbundes Freitag 2, Richter 3 und Reuter 4. An der Aussprache hätten auch die Bundesminister Erhard und Storch sowie Staatssekretär Dr. Globke teilgenommen. Man habe die gesamtwirtschaftliche Situation und die drohenden Lohnerhöhungen erörtert 5. Man sei sich einig in dem Ziel, das Gleichgewicht zwischen Konsum und Produktion zu halten. Als Gesprächspartner hätten sich die Herren „vernünftig" gezeigt. Über das Ergebnis sei ein Kommuniqué vereinbart worden 6.

1

Der Vorsitzende des DGB, Walter Freitag, hatte den Bundeskanzler am 29. Mai 1956 um einen Termin zur Besprechung der wirtschaftlichen Lage gebeten (Schreiben in B 136/653). Zu der Besprechung, die am 19. Juni 1956 stattfand, vgl. die Gesprächsnotiz Adenauers für Globke vom 20. Juni 1956 in ACDP I-070-001/01.

2

Walter Freitag (1889-1958). Seit 1907 in der Gewerkschaftsbewegung, 1908 Eintritt in die SPD, 1920-1933 Bezirksleiter des Deutschen Metallarbeiterverbandes in Hagen i.W., 1932 Mitglied des Preußischen Landtags, 1933-1934 Verhaftung und Internierung in verschiedenen Konzentrationslagern, 1942-1945 Tätigkeit als Wachmann bzw. als Feuerwehrmann in Dortmund-Hörde; 1946-1949 Landrat des Kreises Ennepe-Ruhr, 1946-1950 MdL Nordrhein-Westfalen, 1946-1952 Vorsitzender der IG Metall (bis 1950 für die britische Zone und Bremen), 1949-1953 MdB, 1952 Mitglied des Beratenden Ausschusses der Montan-Union, 1952-1956 Vorsitzender des DGB, 1955-1958 Mitglied des Verwaltungsrates der Deutschen Bundesbahn.

3

Willi Richter (1894-1972). 1920 im Dienst der Stadt Frankfurt/M., 1926-1933 Gewerkschaftsangestellter in Darmstadt (ab 1928 Bezirkssekretär im Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund) und Mitglied des Stadtrates (SPD), 1933-1945 aus seinen Ämtern entfernt, politisch verfolgt und mehrfach in Haft, Tätigkeit als Handelsvertreter; 1946 Mitglied des Beratenden Landesausschusses sowie der Verfassungsberatenden Landesversammlung Groß-Hessen (SPD), 1946-1949 Vorsitzender des Freien Gewerkschaftsbundes Hessen, 1947-1949 Mitglied des Wirtschaftsrates des VWG (Vorsitzender des Ausschusses für Arbeit), 1949-1957 MdB (Vorsitzender des Ausschusses für Sozialpolitik), 1949-1956 DGB-Vorstandsmitglied, 1956-1972 Vorsitzender des DGB, seit 1956 auch Vizepräsident des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften in Brüssel.

4

Georg Reuter (1902-1969). Seit 1918 in der Sozialistischen Arbeiterjugend, Mitglied der SPD und ab 1923 hauptberuflich in der Gewerkschaftsbewegung tätig, 1923-1925 Geschäftsführer des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter Gelsenkirchen, 1925-1927 dessen Bezirksleiter Rheinland, 1927-1933 Vorstandsmitglied und Sekretär des Gesamtvorstands der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs, 1933 entlassen, mehrfach verhaftet und unter Polizeiaufsicht; 1946 Generalsekretär der Bayerischen Gewerkschaften, 1949-1959 stellv. Vorsitzender (Leiter der Hauptverwaltung Organisation und Verwaltung) des DGB.

5

Von Jan. bis Ende Mai 1956 waren die Tarifverträge für etwa 2 959 000 Arbeiter und für 324 000 Angestellte gekündigt worden. In den neu abgeschlossenen Tarifverträgen waren Lohnerhöhungen zwischen 8 und 11% festgelegt worden (Informationsdienste 1956, S. 151 f., 200 f., 227 und 234 f.).

6

Mitteilung des BPA Nr. 665/56 vom 19. Juni 1956.

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