2.16.4 (k1956k): C. Verschiedenes

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[C.] Verschiedenes

Der Bundeskanzler bedauert, daß die deutschen Politiker und Parlamentarier außerordentlich nervös geworden seien. Kennzeichnend für diese Situation seien die gegenwärtigen zahlreichen Strafanträge 15. Sehr bedenklich seien vor allem die Äußerungen Dehlers über das Konkordat 16. Der Bundesminister des Auswärtigen weist darauf hin, daß der Heilige Stuhl wegen der Hamburger Rede Dehlers Vorstellungen erhoben habe. Er schlägt vor, das Kabinett solle die Bemerkungen Dehlers über das Konkordat ausdrücklich mißbilligen. Das Kabinett beschließt entsprechend 17.

Fußnoten

15

Seebohm notierte dazu u.a.: „Verwilderung der politischen Sitten: Reden Dehlers, Maiers usw. usw. Dehler nennt das Konkordat verbrecherisch. Klage gegen Jäger etc. Nuntius hat sich mit Recht über Dehlers Rede beschwert. [...] Strauß: Papst hat ihm gesagt: dieses Konkordat ist mein persönliches Werk; ich habe es von 1929 an über 5 Jahre mit den verschiedenen Regierungen verhandelt. Daß der fertige Vertrag dann von Hitler unterschrieben wurde, ist mit seinem Inhalt nicht zu verbinden. - Adenauer: Herr Dehler ist doppelzüngig." (Nachlaß Seebohm N 1178/8e).

16

Dehler hatte in seiner Rede bei dem Landesparteitag der FDP in Hamburg am 3. März 1956 das Konkordat als „verbrecherisch" bezeichnet, „weil es vom Vatikan nur abgeschlossen worden sei, um in Zusammenarbeit mit dem Nationalsozialismus aus Deutschland einen „kleriko-faschistischen" Staat zu machen. Dieses Konkordat habe den Widerstand der deutschen Katholiken gegen den Nationalsozialismus erlahmen lassen." (Zeitgeschehen 1956, P 126 f.). Siehe dazu die Ausführungen Dehlers in der Sitzung des Bundesvorstands der FDP am 19. März 1956 (FDP-Bundesvorstand 1954-1960, S. 11). - Zum Reichskonkordat siehe 135. Sitzung am 23. Mai 1956 TOP 4.

17

Siehe Bundespressekonferenz am 7. März 1956 (B 145 I/59).

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