2.3.2 (k1962k): B. Lage in Frankreich und Gespräche über Berlin

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 15. 1962Fünftes Kabinett AdenauerEWG-BinnenzollsenkungStaatsbesuch de GaulleAktion Adler

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[B.] Lage in Frankreich und Gespräche über Berlin

Der Bundeskanzler ist der Ansicht, daß die Lage in Frankreich nach seiner zuverlässigen Unterrichtung günstiger sei, als allgemein angenommen werde. Das sei auch die Auffassung von Herrn Blankenhorn 2. Nach dem Urteil des französischen Ministers für Algerien könne für Algerien bald mit einem Stadium der Ruhe gerechnet werden. Demgegenüber stünden die Verhandlungen in Moskau über Berlin schlecht. Die Gespräche zwischen Thompson und Gromyko hätten keinerlei Fortschritte gebracht 3.

Staatssekretär Prof. Dr. Carstens unterstreicht diese Ausführungen und betont, daß sein Gespräch mit Botschafter Blankenhorn ihm den gleichen Eindruck über die Lage in Frankreich und in Algerien vermittelt habe, wie sie vom Bundeskanzler geschildert worden sei.

Der Bundeskanzler bittet Staatssekretär Prof. Dr. Carstens, Bundestagsabgeordneten Stingl gelegentlich zu sich zu bitten und mit ihm die mit Berlin zusammenhängenden politischen Fragen zu erörtern 4.

Fußnoten

2

Vgl. dazu den Bericht des Botschafters in Paris Herbert Blankenhorn an das AA vom 12. Jan. 1962 über sein Gespräch mit dem französischen Minister für Algerienangelegenheiten Louis Joxe in Nachlass Blankenhorn N 1351/126 a. - Blankenhorn hatte über den Stand der geheimen Verhandlungen der französischen Regierung mit Vertretern der algerischen Befreiungsbewegung der Front de la Libération Nationale (FLN) über die Errichtung eines unabhängigen Staates in Algerien berichtet. Die offiziellen Verhandlungen mit der algerischen Exilregierung waren im Juli 1961 unterbrochen worden und sollten Mitte Januar 1962 wieder aufgenommen werden. Ein weiteres Thema war der zunehmende Einfluss der algerischen Geheimorganisation OAS unter General Raoul Salan, die mit Terrorakten in Algerien und in Frankreich gegen die bevorstehende Unabhängigkeit agierte.

3

Siehe 7. Sitzung am 3. Jan. 1962 TOP B. - Am 2. Jan. 1962 hatten Thompson und Gromyko in Moskau die Gespräche über die Lösung des Berlin-Problems aufgenommen. Die zweite Unterredung hatte am 12. Jan. 1962 stattgefunden. Bis zum 6. März 1962 folgten noch drei weitere Gespräche. Vgl. dazu die Protokolle in FRUS, Berlin Crisis 1961-1962, S. 720-724, S. 751-755, S. 784-788, S. 797-800 und S. 859-862. - Die Gespräche hatten sich aufgrund der schmalen Verhandlungsbasis - es war vereinbart worden, nur über Berlin zu sprechen - und aufgrund der starren Haltung beider Seiten festgefahren. Zudem waren zwischen den USA und Großbritannien Meinungsverschiedenheiten über das weitere Vorgehen aufgetreten. Vgl. dazu Münger, Kennedy, S. 140-143. - Fortgang 13. Sitzung am 31. Jan. 1962 TOP B.

4

Nicht ermittelt.

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