2.44.6 (k1968k): C. Deutsch-britisch-niederländische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kernenergie

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[C.] Deutsch-britisch-niederländische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kernenergie

Bundesminister Dr. Stoltenberg berichtet über die Arbeiten an einem neuen Verfahren zur Uran-Anreicherung, die bisher getrennt in Deutschland, Holland und Großbritannien vorangetrieben worden seien, sowie über einen britischen Vorschlag, daß alle drei Länder hierbei künftig zusammenarbeiten und zur Erprobung des Verfahrens zunächst in Großbritannien eine Produktionsanlage bauen sollten. 22 Für diese Zusammenarbeit sprächen eine Reihe von ökonomischen, technologischen und politischen Gründen. Später solle allen anderen Ländern angeboten werden, sich auf kommerzieller Basis am Ergebnis der Arbeiten zu beteiligen.

Nach einer kurzen Erörterung, an der sich der Bundeskanzler und Bundesminister Benda beteiligen, nimmt das Kabinett den Bericht des Bundesministers für wissenschaftliche Forschung zustimmend zur Kenntnis und befürwortet die in Aussicht genommene internationale Zusammenarbeit. 23

Fußnoten

22

Zur Kernernergieforschung vgl. 125. Sitzung am 19. Okt. 1960 TOP 6 (Kabinettsprotokolle 1960, S. 357 f.), zum Dritten Atomprogramm 106. Sitzung am 13. Dez. 1967 TOP 11 (Kabinettsprotokolle 1967, S. 589 f.). - Aufbauend auf Vorkriegsforschungen hatten Mitarbeiter des Instituts für Physikalische Chemie der Universität Bonn, des Instituts für Wissenschaftliches Apparatewesen der Gesellschaft zur Förderung der Kernphysikalischen Forschung in Aachen sowie der Firmen Degussa AG und AEG an der Herstellung von Gaszentrifugen zur Isotopentrennung und damit an Verfahren zur Anreicherung von prinzipiell waffenfähigem Uran gearbeitet. Im Oktober 1960 hatte die Bundesregierung beantragt, die zum Patent angemeldeten Forschungsergebnisse zu Staatsgeheimnissen zu erklären, und die Forschungsvorhaben zunächst in der Arbeitsgemeinschaft für Gaszentrifugen und später in der bundeseigenen Gesellschaft für Kernverfahrenstechnik in Jülich zusammengeführt. Unterlagen in B 141/37968 und AA B 35, Bde. 334 und 364. - Im Dritten Atomprogramm der Bundesrepublik hatte der BMwF der Suche nach neuen Möglichkeiten zur Anlieferung von angereichertem Uran besondere Bedeutung beigemessen, um den künftigen steigenden Bedarf decken zu können. Vgl. den Vermerk des BMwF vom 12. März 1968 in B 138/5185, weitere Unterlagen in B 138/5182 bis 5184 und 7500, dazu Müller, Kernenergie, Bd. II, S. 508-529.

23

Am 24. Nov. 1968 traf sich Stoltenberg mit dem niederländischen Wirtschaftsminister Leo de Block und dem britischen Technologieminister Anthony Wedgwood Benn in Den Haag zu Gesprächen über eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Urananreicherung. Vgl. Bulletin Nr. 151 vom 28. Nov. 1968, S. 1331. - Fortgang 170. Sitzung am 18. Juni 1969 TOP 5 (B 136/36164).

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