2.7.4 (k1968k): 2. Deutsche Beteiligung an der Weltausstellung Osaka 1970; hier: Bestellung eines Generalkommissars der Bundesrepublik Deutschland, BMWi

Zum Text. Zur Fußnote (erste von 5). Zu den Funktionen. Zum Navigationsmenü. Zum Navigationsbaum

 

Bandbilder:

Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 21. 1968Erste Tagung des FinanzplanungsratsKabinettsaussprache zu den StudentendemonstrationenSitzung des Kabinetts in BerlinTod von Entwicklungshelfern aus der Bundesrepublik in Südvietnam

Extras:

 

Text

Tagesordnungspunkt als RTF Download

2. Deutsche Beteiligung an der Weltausstellung Osaka 1970; hier: Bestellung eines Generalkommissars der Bundesrepublik Deutschland, BMWi

Bundesminister Prof. Dr. Schiller begründet seinen Vorschlag für die Bestellung eines Generalkommissars. 10

Bundesminister Brandt erklärt sich einverstanden. Er wirft die Frage nach einer weiteren Persönlichkeit auf, die etwa als Stellvertreter zu benennen wäre, und erklärt, daß er in dieser Hinsicht einen Vorschlag machen werde. 11 Bundesminister Dr. Stoltenberg hat keine Bedenken gegen den Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Prof. Dr. Schiller, meint aber, wir müßten aus den ungünstigen Erfahrungen mit der Weltausstellung in Montreal lernen. 12 Es sei wichtig, klare Verantwortlichkeiten zu schaffen. Staatliche Stellen müßten Einfluß auf die Gestaltung der Ausstellung bekommen. Bundesminister Wischnewski hat ebenfalls keine Bedenken gegen den Vorschlag von Bundesminister Prof. Dr. Schiller, schlägt aber vor, für die Zukunft einen Generalkommissar zu bestellen, der unabhängig sei und über den Interessengruppen stehe. Staatssekretär Diehl stimmt den Bundesministern Dr. Stoltenberg und Wischnewski zu. Er hält es für notwendig, dem Auswärtigen Amt und dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung ein Mitbestimmungsrecht bei der Gestaltung der Ausstellung zu geben. Bundesminister Dr. Strauß stimmt dem Vorschlag von Bundesminister Prof. Dr. Schiller zu. Er weist auf die große wirtschaftliche Macht Japans und seiner wachsenden Konkurrenz hin. Die Interessen unseres Exports stünden in Osaka im Vordergrund. Er halte deswegen die vorgeschlagene Persönlichkeit für richtig. Bundesminister Dr. Strauß wendet sich dagegen, daß der Bundesverband der Deutschen Industrie etwa ein Gewohnheitsrecht habe, den Generalkommissar zu stellen. 13 Im übrigen stimmt er den Auffassungen der Bundesminister Dr. Stoltenberg und Wischnewski und von Staatssekretär Diehl zu.

Nach einer weiteren Diskussion, an der sich noch die Bundesminister Prof. Dr. Schiller und Dr. Schröder sowie Staatssekretär Dr. Langer beteiligen, beschließt das Kabinett den vom Bundesminister für Wirtschaft vorgeschlagenen Generalkommissar zu bestellen. Wegen der Ernennung einer weiteren Persönlichkeit wird das Auswärtige Amt einen Vorschlag machen. Bei der Vorbereitung der Weltausstellung werden das Auswärtige Amt und das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung beteiligt, um die allgemeinen kulturellen und informationspolitischen Gesichtspunkte zur Geltung zu bringen, die in diesem Zusammenhang zu beachten sind. 14

Fußnoten

10

Siehe 85. Sitzung am 28. Juni 1967 TOP 8 (Kabinettsprotokolle 1967, S. 338). - Vorlage des BMWi vom 18. Jan. 1968 in B 102/115038 und B 136/7767, weitere Unterlagen zum Bau des deutschen Pavillons und zur inhaltlichen Konzeption in B 102/115025 bis 115049, B 157/5840 bis 5847 und AA B 95, Bde. 1336, 1337 und 1339. - Das Kabinett hatte am 28. Juni 1967 eine Beteiligung der Bundesrepublik an der Weltausstellung in Osaka vom 15. März bis 15. Sept. 1970 beschlossen. Auf Vorschlag des BMWi sollte der im Ruhestand befindliche Alfred E. Schulz, zuletzt Vorstandsmitglied der DEMAG, u. a. wegen seiner Erfahrungen in Ostasien sowie bei Industrieausstellungen zum Generalkommissar der Bundesrepublik Deutschland für die Weltausstellung berufen werden.

11

Zu den Personalvorschlägen des AA vgl. den Vermerk des Bundeskanzleramts vom 31. Jan. 1968 in B 136/7767, weitere Unterlagen in B 102/115038.

12

Im Mittelpunkt der Kritik an der Weltausstellung in Montreal (Kanada) standen organisatorische Mängel und zeitliche Verzögerungen bei der Vorbereitung sowie die uneinheitlich wirkende Konzeption. Vgl. das Schreiben des BMSchatz an den BMWi vom 28. Nov. 1967 in B 102/115025 und den Bericht des MdB Dr. Gustav Stein (CDU/CSU) vom 31. Okt. 1967 in B 136/7767.

13

Der Ausstellungs- und Messe-Ausschuß der Deutschen Wirtschaft e. V. (AUMA) hatte eine Besetzung des Generalkommissars mit Schulz befürwortet. Vgl. das Schreiben des Vorsitzenden der AUMA an Schiller vom 15. Jan. 1968 in B 102/115038.

14

Der stellvertretende Generalkommissar für die Weltausstellung in Montreal Ministerialdirigent a. D. Dr. Kurt Daniel (BMWi) wurde auch für die Weltausstellung in Osaka zum stellvertretenden Generalkommissar berufen. - Fortgang 141. Sitzung am 9. Okt. 1968 TOP D (Deutsche Beteiligung an Messen im Ausland).

Extras (Fußzeile):