2.25.1 (k1971k): A. Kieler Rede von Bundesminister Ertl

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[A.] Kieler Rede von Bundesminister Ertl

(14.08 Uhr)

BM Ertl bittet das Kabinett, auf die anläßlich der Ereignisse in Kiel am 9. Juli 1971 an Mitglieder der Bundesregierung gerichteten Schreiben des Deutschen Bauernverbandes einheitlich in der Weise zu antworten, daß lediglich der Eingang bestätigt wird. 3

Das Kabinett stimmt zu und erklärt sich auf Vorschlag des Bundeskanzlers ausdrücklich mit der Rede einverstanden, die BM Ertl am 9. Juli 1971 nicht hat halten können und im Bulletin Nr. 110 vom 17. Juli 1971 abgedruckt ist. 4

Fußnoten

3

Beim Deutschen Bauerntag am 9. Juli 1971 in der Kieler Ostseehalle hatte der Bauernverband Schleswig-Holstein e. V. Ertl mit Pfiffen, Hupen, Hörnern und Kuhglocken zum Abbruch seiner Rede gezwungen, woraufhin Ertl die Veranstaltung umgehend verließ. Der Präsident des Deutschen Bauernverbands e. V. Freiherr von Heereman forderte die Bundesregierung zu einer Revision der Agrarpolitik auf nationaler und europäischer Ebene auf. Mit der Kieler Erklärung des Verbands zur Agrar-, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik vom 8. Juli 1971 waren Bedingungen und Voraussetzungen der Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik dargelegt worden. Dabei sollten u. a. gemeinsame Agrarpreise erst mit der Verwirklichung der Wirtschafts- und Währungsunion durchgesetzt werden, da für die deutschen Bauern eine Erhöhung der Preise für Agrarerzeugnisse von 12% notwendig sei. Die Erklärung war jedem Regierungsmitglied mit Schreiben des Verbandspräsidenten vom 15. Juli 1971 übermittelt worden. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk am 12. Juli 1971 hatte das Präsidiumsmitglied, der Vorsitzende des Bauernverbands Schleswig-Holstein, Hans-Jürgen Klinker, außerdem in der Öffentlichkeit einen „heißen agrarpolitischen Herbst" angekündigt. Vgl. Heeremans Schreiben an Ehmke und Jahn vom 15. Juli 1971 sowie Jahns Antwortschreiben vom 22. Juli 1971 und das Schreiben des BML an das Bundeskanzleramt vom 12. Juli 1971 in B 136/8635, weitere Unterlagen in B 136/8636 und 8637.

4

Vgl. Bulletin Nr. 110 vom 17. Juli 1971, S. 1205-1210.

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