2.25.15 (k1971k): H. 25. Jahrestag des Marshall-Plans

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[H.] 25. Jahrestag des Marshall-Plans

(16.02 Uhr)

BM Ehmke berichtet über den Stand der Überlegungen für eine Aktion anläßlich des 25. Jahrestages der Rede des früheren amerikanischen Außenministers Marshall am 5. Juni 1947 in Harvard. 27

Es biete sich die Errichtung eines „Marshall Memorial Funds" für „European Studies and Research" an. Als deutscher Beitrag käme eine Summe von jährlich 10 Mio. DM für die nächsten 15 Jahre in Betracht. 28 Zusätzlich sei an eine private Stiftung in Höhe von etwa 3 Mio. DM gedacht. 29

Das Kabinett nimmt zustimmend Kenntnis und erklärt sich insbesondere damit einverstanden, daß der Bundeskanzler Bundesfinanzminister a. D. Dr. h. c. Dr.-Ing. E. h. Alex Möller gebeten hat, sich als Beauftragter des Bundeskanzlers und des Bundeskabinetts für die erforderlichen Verhandlungen zur Verfügung zu stellen. 30

Fußnoten

27

Zur Festveranstaltung anlässlich des 20. Jahrestags des Marshall-Plans vgl. 75. Sitzung am 24. April 1967 TOP A (Kabinettsprotokolle 1967, S. 260). - Während seiner USA-Reise vom 14. bis 18. Juni 1971 hatte Brandt den amerikanischen Präsidenten Nixon am 15. Juni 1971 in Washington von Überlegungen unterrichtet, aus Anlass des 25. Jahrestags der Ankündigung des Europäischen Wiederaufbauprogramms (ERP) durch Außenminister George C. Marshall einen Marshall-Memorial-Fund zu errichten und mit einem American Council for Europe zu verbinden. Damit sollten Europäische Studien gefördert werden, die dem schwindenden Interesse an europäischen Fragen entgegenwirken und gegenseitiges Verständnis erleichtern könnten. Vgl. die Vermerke des Bundeskanzleramts vom 4. und 11. Juni 1971 in B 136/6218, Brandts Gesprächsaufzeichnung vom 15./16. Juni 1971 in AAPD 1971, S. 966-972, hier: S. 972, weitere Unterlagen in B 102/347052, B 136/6219 und 6298 sowie AA B 31, Bd. 344, und zum USA-Besuch des Bundeskanzlers in AA B 31, Bde. 329 bis 332.

28

Da weder im Bundeshaushaltsplan noch in der mittelfristigen Finanzplanung Mittel für diesen Zweck vorgesehen waren, erfolgte die Finanzierung über das ERP-Sondervermögen im Wege einer Änderung des Entwurfs des ERP-Wirtschaftsplangesetzes 1972 vom 14. Juli 1971 in Kapitel 1, Titel 68101. Vgl. den Vermerk des BMWF vom 15. Nov. 1971 in B 102/347052 und das Ergebnisprotokoll der Ressortbesprechung am 23. Dez. 1971 in B 136/6218. - BT-Drs. VI/2439. - Gesetz vom 24. April 1972 (BGBl. I 667).

29

Die Mittel waren für das Westeuropa-Institut der Harvard-Universität bestimmt.

30

Brandts Schreiben an Möller vom 21. Juli 1971 in B 136/6218, zu Möllers Verhandlungsergebnissen vgl. den Vermerk des AA vom 14. Dez. 1971 in AA B 31, Bd. 344, und B 102/347052, weitere Unterlagen in B 136/6218. - Am 5. Juni 1972 gab Brandt die Gründung der „Deutschen Marshall-Stiftung in den Vereinigten Staaten - Eine Dankspende für den Marshall-Plan" bekannt. Unterlagen zu Brandts Besuch in Boston vom 4. bis 6. Juni 1972 in B 136/6298, vgl. den Wortlaut seiner Rede in der Harvard University in Bulletin Nr. 83 vom 7. Juni 1972, S. 1137-1142.

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